(openPR) Der Nebel lichtet sich ganz von selbst, was er dazu braucht ist Zeit. Nach Jahren und Jahrzehnten der Fahrpraxis, fällt es oft schwer, sich wieder gedanklich in die Fahranfänge hinein zu versetzten. Dabei steht für mich kaum etwas sinnbildlich besser für diesen Lebensabschnitt, als die Fahrt durch den Nebel.
Die Sicht und das ganze Sichtfeld sind stark eingeschränkt. Unsere Aufmerksamkeit wird hochgefahren, während wir die Geschwindigkeit reduzieren. Wir wissen, dass uns nun weniger Zeit zum Reagieren bleibt, da der Nebel unsere Wahrnehmung stark einschränkt.
Der Nebel lichtet sich zwar unterschiedlich schnell, dafür aber mit Gewissheit
Bei aller Ungeduld, können wir am Nebel nichts ändern. Wir passen uns den Umständen an:
- Abstand zum Vordermann vergrößern
- Nebelscheinwerfer und Nebelschlussleuchte
einschalten
- Geschwindigkeit verringern
- Aufmerksamkeit steigern
Wir wissen genau, dass sich der Nebel irgendwann auflöst und wir dadurch mehr Weitblick gewinnen. Genau darum geht es. Der Nebel steht metaphorisch keineswegs für Inkompetenz, sondern für fehlende Erfahrung. Ich wage zu behaupten, dass der theoretische Wissensstand der jungen Fahranfänger, den vieler praxiserfahrener Verkehrsteilnehmer weit übersteigt. Es mangelt den jungen Fahrern lediglich an Erfahrung durch Routine. Sie müssen ihre Aufmerksamkeit noch sehr stark auf die Handhabung und Kontrolle des Autos richten. Die bewusste Verarbeitung von Sinneseindrücken ist aber naturgemäß stark begrenzt. Die jungen Fahrer müssen daher ihre Aufmerksamkeit immer wieder von der Straße abwenden um:
- zu schalten
- zu blinken
- das Licht anzuschalten
- das Radio zu verstellen
- die Geschwindigkeit und Drehzahl zu kontrollieren
- ich mit dem Beifahrer zu unterhalten
und vieles mehr…
Bei erfahrenen Fahrern, läuft das Meiste bereits unbewusst ab. Sie können ihre Aufmerksamkeit länger auf die Straße richten, denn gefahren wird mehr nach Gefühl und weniger mit Struktur. Der Nebel nimmt uns den Weitblick und fordert damit unser situatives Gespür und Handlungskompetenz ein. Wir passen uns den Umständen an. Sobald uns der Weitblick fehlt, reduzieren wir die Geschwindigkeit und vergrößern den Abstand zum Vordermann. So kompensieren wir die widrigen Umstände und gewinnen wertvolle Zeit zum Eingreifen - falls notwendig. Mit dieser Strategie, können sich auch die noch weniger erfahrenen Autofahrer entlasten.
„Selbstblender“ haben das Nachsehen
Der Nebel lichtet sich im richtigen Schein. Genau hierfür wurden Nebelscheinwerfer entwickelt. Bei Nebel gelten andere Regeln um seine Fahrt sicher fortführen zu können. Wer die schlechte Sicht mit möglichst viel Licht ausgleichen will, verschlechtert seine Situation. Der Nebel wirkt dabei wie eine Wand und verringert die Sicht gen Null. Das Risiko steigt. Die passende Beleuchtung steht in dieser Metapher, für das situativ angemessene Selbstbewusstsein. Ein gesundes Selbstbewusstsein ist notwendig und förderlich für die jungen Fahrer. Eine maßlose Selbstüberschätzung hingegen, gleicht einer schnellen Fahrt durch den Nebel mit Fernlicht.
Der souveräne Fahranfänger nimmt sich die Zeit, während er den nebligen Streckenabschnitt befährt. Er passt seine Beleuchtung der Situation an um seiner Verantwortung auch Rechnung zu tragen. Der Nebel lichtet sich irgendwann ganz von selbst! Wer das verstanden hat, kann auch in einer Phase der inneren Unruhe – Geduld beweisen.
Viel Spaß beim erfahren












