(openPR) Professor Vicente Arroyo übernimmt die Leitung
Barcelona/Frankfurt, 30. November 2015 – Grifols, ein weltweit führendes Healthcare-Unternehmen, das in diesem Jahr sein 75-jähriges Bestehen feiert, fördert gemeinsam mit Professor Vicente Arroyo den Grifols Chair für das Studium der Leberzirrhose. Leberzirrhose ist die siebthäufigste Todesursache in Europa, in den entwickelten Ländern liegt die jährliche Sterberate bei mehr als 200.000 Personen. Professor Arroyo ist Vorsitzender der Abteilung für Medizin an der Universität von Barcelona und Leiter des Esther Koplowitz Zentrums.
Der privat finanzierte, international ausgerichtete Forschungsstuhl wurde geschaffen, um das Wissen über Lebererkrankungen, vor allem Zirrhose, zu teilen und zu fördern. Der akademische Ansatz des Grifols Chair ergänzt die seit 2009 durchgeführten klinischen Forschungsarbeiten des European Consortium for the Study of Chronic Liver Failure (EASL-CLIF Consortium), an denen mehr als 80 Universitätskliniken in 25 Ländern teilnehmen. Das Konsortium wird von der European Association for the Study of the Liver (EASL) unterstützt. Der Grifols Chair wird sich in erster Linie auf translationale Forschung fokussieren und eng mit der Clinic Foundation for Biomedical Research (FCRB) zusammenarbeiten.
Sowohl der Grifols Chair als auch das European Consortium for the Study of Chronic Liver Failure werden zur Arbeit der European Foundation for the Study of Chronic Liver Failure (EF-CLIF) beitragen, die als unabhängige europäische medizinische Stiftung mit Sitz in Barcelona, Spanien, neu gegründet wurde. Zu den Förderern zählen Grifols, Professor Vicente Arroyo und die EASL.
Die neu geschaffene Stiftung EF-CLIF verfügt über einen weltweiten Aufgabenbereich und wird in der Anfangsphase von Professor Arroyo, der auch der Präsident des Konsortiums und der Direktor des neuen Grifols Chair ist, geführt.
"Durch die Stiftung, das Konsortium und den Grifols Chair hoffen wir, die internationale Forschung zu Leberzirrhose voranzutreiben und maßgeblich mitzugestalten. Die Bedeutung der Krankheit kann in den nächsten Jahren sogar deutlich wachsen, wenn die Häufigkeit von Adipositas in der Bevölkerung weiter zunimmt. Der Rückgang der Prävalenz von Hepatitis-C-Virus-induzierter Leberzirrhose aufgrund der Entdeckung von wirksamen antiviralen Behandlungen wird daher nicht bedeuten, dass die Anzahl von Patienten mit Leberzirrhose abnehmen wird. Wir müssen weiter forschen, weil es eine tödliche Krankheit ist, wenn sie ein fortgeschrittenes Stadium erreicht oder sich sogar zu Leberkrebs entwickelt“, erklärte Professor Arroyo.
Grifols’ Engagement für die Erforschung von Lebererkrankungen
Seit Gründung des European Consortium for the Study of Chronic Liver Failure im Jahr 2009 hat Grifols, in Partnerschaft mit der FCRB, mit mehr als fünf Millionen Euro zu seiner Arbeit beigetragen. Das unabhängige Konsortium ist eine wichtige Möglichkeit, klinische und therapeutische Studien mit einer großen Anzahl an Patienten in sehr kurzen Zeiträumen durchzuführen.
Die CANONIC Studie, geleitet von einigen der renommiertesten und einflussreichsten Hepatologen Europas, ist eines der bedeutendsten Forschungsprojekte, die durch das Konsortium durchgeführt werden. Die Teilnahme von 1.343 hospitalisierten Patienten mit Leberzirrhose und akuter dekompensierter Zirrhose in acht europäischen Ländern ermöglichte die Charakterisierung eines neuen Syndroms: Das acute-on-chronic Leberversagen ist die häufigste Todesursache bei Patienten mit Leberzirrhose. Darüber hinaus ermöglichte die Studie die Aufklärung der dem Syndrom zugrundeliegenden Pathophysiologie sowie die Bestimmung von Kriterien zur Diagnose und Prognose.
Mehr als 30 Artikel wurden durch die Wissenschaftler des European Consortium for the Study of Chronic Liver Failure in Fachzeitschriften veröffentlicht oder zur Publikation eingereicht.
Derzeit wird eine zweite, einjährige Beobachtungsstudie (CANONIC 2) mit voraussichtlich 2.500 teilnehmenden Patienten vorbereitet.
Über chronisches Leberversagen
Chronisches Leberversagen ist die am weitesten fortgeschrittene Phase der Leberzirrhose. Durch den Zusammenbruch der Leberfunktion entwickeln betroffene Patienten Komplikationen wie z.B. Aszites, gastrointestinale Blutungen und Erkrankungen der Gehirnfunktion, die bis zum Leberkoma führen können.
Jüngste Forschungen des European Consortium for the Study of Chronic Liver Failure (die CANONIC Studie) haben gezeigt, dass acute-on-chronic Leberversagen eine sehr komplexe Erkrankung ist. Sie tritt bei Patienten mit chronischem Leberversagen auf, und kann – zusätzlich zum Leberversagen – Herz-Kreislauf-Versagen, Beeinträchtigungen der Nieren-, Darm- und Nebennieren-Funktionen sowie Versagen der antibakteriellen Abwehrmechanismen zur Folge haben. Aus diesem Grund stellt es eine spezielle Form von Multiorganversagen dar.
Sobald sich das Syndrom manifestiert hat, sind die Überlebensraten sehr niedrig, und die einzige Behandlung ist eine Lebertransplantation. Leider bedeutet das große Un-gleichgewicht zwischen der Anzahl an Patienten und der Anzahl an Spendern, dass nur zwei von zehn Patienten mit acute-on-chronic Leberversagen Transplantate erhalten können. Daher besteht ein großer Bedarf an neuen Behandlungsmethoden zur Ver-besserung der Lebensqualität dieser Patienten und einer Erhöhung der Überlebensrate.
Leberzirrhose ist eine sehr häufige Erkrankung. Sie kann durch chronischen Alkoholismus, chronische Hepatitis B oder C-Virus-Infektionen, Fettsucht und Erberkrankungen sowie Autoimmunerkrankungen verursacht werden. In 5% der Fälle ist die Ursache unbekannt. Es ist die siebthäufigste Todesursache in Westeuropa und der neunthäufigste in Nordamerika.





