(openPR) Seit mehreren Monaten verzeichnen auch deutsche Suchmaschinen vermehrt Angriffe von Spammern und Content-Dieben aus der Cloud. Wie der Software-Ingenieur und Initiator der Suchmaschine Unbubble.eu, Tobias Sasse, nun berichtet, suchen Angreifer ihren Vorteil darin, Suchergebnisse automatisch und massenhaft abzurufen. Ihr Ziel ist es, aus den Suchergebnissen verwertbare Daten zu extrahieren und für eigene Zwecke zu verwenden. Die Abfragen geschehen dabei teils in so schneller Folge, dass Suchmaschinen durchaus an die Grenzen ihrer Leistungsfähigkeit gelangen können. Allein Unbubble.eu verzeichnet trotz diverser Abwehrmaßnahmen im laufenden Jahr bereits ungefähr eine halbe Million automatische Suchanfragen. Für echte Nutzer kann sich dies zum Beispiel in Wartezeiten äußern.
Für Suchmaschinen sind automatische Abfragen zeit- und kostenintensiv, denn jede Suchanfrage belegt Ressourcen, die dann nicht für echte User zur Verfügung stehen. Unbubble zufolge kommen die Angriffe aus den Netzwerken und Server-Farmen verschiedener Cloud-Dienste, die über die ganze Welt verteilt sind. Besonders häufig seien darunter Anonymisierungs-Dienste wie TOR oder dessen kommerzielle Alternativen. Auch von Trojanern gekaperte Bot-Netze werden immer häufiger von Content-Dieben angemietet und grasen die Suchergebnisse vollautomatisch ab. Daraus ergibt sich auch die Schwierigkeit, Angriffe zu erkennen und abzuwehren, erklärt der Suchmaschinenbetreiber aus Norddeutschland: "Wir sehen es natürlich als eine wichtige Aufgabe, anonymen TOR-Usern freien Zugang zu unseren Suchergebnissen zu ermöglichen. Es ist daher wirklich Fingerspitzengefühl gefragt, damit wir nicht versehentlich diese User sperren!"
Jede Suchmaschine trifft Vorkehrungen, um automatische Anfragen zu verhindern. Sie stellen virtuelle Fallen auf (sog. Honey Pots), zählen Suchanfragen oder stellen auffällige User mit kleinen Rätseln (CAPTCHAs) auf die Probe. Einen hundertprozentigen Schutz erwartet Unbubble nicht: "Die Cloud macht unsere Aufgabe nicht gerade leichter, denn man kann heute für relativ kleines Geld überall auf der Welt Rechenleistung mieten."








