(openPR) Der Verein „Kultur im Schloss Wolfach“ zeigt vom 1. Advent bis Ende Februar 2016 im Museum im Fürstenberger Schloss in Wolfach eine außergewöhnliche Sonderausstellung. Unter dem Motto „Was früher unterm Christbaum lag – Spielzeug von anno dazumal“ werden die Schätze des Karlsruher Sammlers Horst Keller präsentiert.
Horst Keller – ein leidenschaftlicher Sammler
Horst Keller (67) aus Karlsruhe, ein graduierter Bauingenieur (Fachrichtung Hochbau) und nach dem zweiten Studium Grund- und Hauptschullehrer, ist jetzt im Ruhestand und lebt nach dem Tod seiner Frau Eve vor sieben Jahren mit seinen Schätzen im elterlichen Haus in der Karlsruher Nordweststadt. Dort hatte er auch sein erstes Sammlererlebnis. Anfang der 50er Jahre im letzten Jahrhundert hielt die Technik nach und nach Einzug ins Haus. Großeltern und Eltern wollten sich von zwei Bügeleisen trennen, die noch mit Kohle erhitzt worden waren, zugunsten eines elektrischen Bügeleisens. Sie kamen auf den Müll. Heimlich holte der junge Horst Keller die zwei Eisen zurück, versteckte sie. Damals sammelte er Bierdeckel, Streichholzschachteln, Schmetterlinge, was Buben halt zu seiner Zeit
spannend fanden.
Aber erst, als er mit seiner späteren Frau beim Nachmittagstee saß und beide über altes Blechspielzeug sprachen, begann seine Leidenschaft, die ihn auf die Flohmärkte in Karlsruhe und Umgebung (bis in die Pfalz) und auf Streifzüge bei Sperrmüllaktionen regelrecht trieb. Es sollte zwei Jahre dauern, bis er das besprochene Blechspielzeug gefunden hatte, unterdessen waren ihm aber schon viele andere Schätze zugefallen. „Ich habe sie nicht gefunden, sie haben mich gefunden“, schildert er den Sammelmoment. Er hat nie Gegenstände gesammelt, weil sie einen besonderen Wert hatten, auch nie fachspezifisch, „aber ich hatte ein Auge für Kleinigkeiten, für Selbstgebautes“, sagt er.
Wie viele Raritäten Horst Keller im Laufe der Jahrzehnte gesammelt hat, weiß er gar nicht. Es können vielleicht ein paar tausend sein, schätzt er. Sein Haus ist jedenfalls voll davon bis unters Dach.
Zu seiner Sammlung gehören ganz alte Exponate aus dem 19. Jahrhundert, viele stammen aus der Wende ins 20. Jahrhundert und in den Jahren vor den beiden Weltkriegen. Ein Großteil aber stammt aus den 50er-Jahren. Mit den 60er Jahren hört die Sammlung auf.
Einen ganzen Stall voll Schaukelpferden aus ganz verschiedenen Epochen wird Horst Keller in Wolfach zeigen, dazu alte Chaisen mit Rädern und Kufen, Bären zum Ziehen, Burgen, Zoos, Eisenbahnen aus unterschiedlichen Materialien, Puppenstuben und Puppengeschirr, eine Fülle von Figuren zum Aufziehen, Bilderbücher, Kreisel, Kartenspiele, Spielesammlungen, mehrere Kasperletheater mit Kulissen, Blechspielzeug, Dampfmaschinen, Radelrutsche, Roller, Seifenkisten, Schlitten und vieles mehr. Den Exponaten sieht man natürlich nicht nur das Alter an, auch ihre Gebrauchsspuren sind offensichtlich. Aber dies schadet dem Zauber, der von den Spielsachen ausgeht, überhaupt nicht.
Um den weihnachtlichen Charakter zu unterstreichen, wird der Verein Kultur im Schloss die Ausstellung mit unterschiedlich dekorierten Christbäumen ergänzen, auch ein Mitmachchristbaum für Kinder wird dabei sein und in der Flößerstube wird für Kinder ein großes Kasperletheater aufgebaut, in dem der Kasperle und seine Spielkameraden regelmäßig auftreten werden. An den Adventssonntagen gibt es außerdem zusätzliche Nachmittagsveranstaltungen. Die Ausstellungsmacher hoffen, dass sich die Besucher an die glückseligen Gefühle erinnern, die sie als Kinder empfanden, wenn sie in der Weihnachtsstube endlich die Geschenke auspacken durften. Dass sie staunen wie die Kinder.













