(openPR) Der Buddhismus kann Wege aufzeigen, den gegenwärtigen gesellschaftlichen und ökologischen Herausforderungen wirkungsvoll zu begegnen, wenn er sich selbst erneuert und im Hier und Heute ankommt, ohne seine Kernbotschaften aufzugeben. Dieses Anliegen setzt David Loy in „Erleuchtung, Evolution, Ethik“ auf beeindruckende Weise um.
David R. Loy, Gelehrter, Zen-Lehrer und Autor, befasst sich seit vielen Jahren mit dem Buddhismus und lehrt mittlerweile einen zeitgenössischen Buddhismus, der das anspricht, was den Menschen heutzutage auf den Nägeln brennt. In seinem Buch umreißt er Grundmerkmale eines zeitgenössischen Buddhismus, der seinen wichtigsten überlieferten Lehren treu bleibt und mit der Moderne vereinbar ist.
Wie können beide Seiten – Tradition und Moderne – zueinander finden und sich gegenseitig bereichern statt zu behindern? Hierbei geht es u. a. darum, das Wesentliche des Buddhismus von dem kulturellen Drum und Dran, das weniger gut in die heutige Welt passt, zu unterscheiden. Gehören dazu auch Karma und Wiedergeburt? Wie sinnvoll und notwendig ist ein säkularer Buddhismus?
Um diese Fragen zu untersuchen, werden die buddhistischen Grundlagen ausführlich dargestellt. „Der erste Teil dieses Buches legt dar, weshalb angesichts dessen, was wir heute wissen und brauchen, weder ein transzendentes noch ein immanentes Verständnis des Buddhismus befriedigen kann. (…) Es geht nicht darum, etwas anderes zu erreichen, sondern die wahre Natur dieser Welt (einschließlich unserer selbst) hier und jetzt zu erkennen – und das schließt eine eher nichtduale Art des Erlebens ein, die etwas ganz anderes ist, als diese Welt einfach so anzunehmen, wie sie ist oder zu sein scheint.“ (S. 14)
Ist die nicht-dualistische Sichtweise des Buddhismus mit der zeitgenössischen Wissenschaft vereinbar? Das vorherrschende materialistische Weltbild, das dem des Buddhismus konträr ist, ist für viele Wissenschaftler selbst problematisch geworden. „Wenn man Wissenschaft als Methodologie vom herrschenden naturalistischen Paradigma unterscheidet, dann öffnet sich die Tür zu neuen Vorstellungen darüber, was diese Welt ist, sowie zu einem neuen Verständnis unserer Stellung und Rolle in ihr. Darum wird es im zweiten Teil gehen.“ (S. 12)
Weiterhin wird die Frage untersucht, was ein zeitgenössischer Buddhismus zu den sozialen und ökologischen Problemen beitragen kann. Geht es als Buddhist lediglich um die eigene Verwirklichung, oder setzen sich Buddhisten zunehmend ganz konkret für Frieden soziale Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit ein? Wie weit beides – die eigene Selbstverwirklichung und das Wirken im Außen – zusammenhängt und sich gegenseitig beeinflusst, untersucht der Autor detailliert und kompetent. Außerdem erörtert er, dass es bei der buddhistischen Praxis auch nicht darum geht, sich nur seinen persönlichen Neurosen zu widmen und den Buddhismus als Psychotherapie zu verwenden. Die Beziehung zwischen persönlichem und gesellschaftlichen Wandel erörtert Loy im dritten Teil.
Edition steinrich 2015, Hardcover, 240 Seiten, ISBN 978-3-942085-46-5, Euro 19,90
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