(openPR) Mannheim. Nach „Das CENAP-UFO-Manifest: Die Zukunftsperspektive der „UFOlogie“ jenseits der Ausserirdischen“ geht es weiter.
„New Age“ vs. „Science Fiction“-UFOlogie
So kann man das heutige UFOlogie (uFOOLogie)-Gebilde zusammenfassend umschreiben. Die wichtige Bruchstelle in der UFOlogie ist heute, die New Age-UFOlogie und die „wissenschaftliche UFO-Forschung“ mit Soll-Bruchstellen in der wirklichen Wissenschaft. Occam´s Rassiermesser funktioniert dennoch, auch wenn die versucht wird mit schönen Worten der Scheinheiligkeit umschifft zu werden. Und vor allen Dingen für leutselige Menschen naive Vorstellungen weiter zu entwickeln und der „seriösen wissenschaftlichen UFOlogie“ mit ihrer Promotion-Propaganda auf den Leim zu gehen. Wobei die Leichen im Keller wie Dämonen über der „wissenschaftlichen UFO-Forschung“ schweben und ein Zombie-Leben entwickeln können, wenn man die UFO-Kritiker mal frägt, wo es im argen hängt. Nehmen wir für die UFO-Szene in Deutschland nur einmal den Vorfall von Greifswald vom Abend des 24.August 1990. Aus die Maus. Die Spreu vom Weizen zu trennen, sollte doch das oberste Gebot seriöser UFO-Erforschung und keine typische ufonische Problematik in dieser „Alternativ-Kultur“ sein.
Wann gibt es das nächste „big thing“ für die Breiten-UFOlogie?
Das soziale-soziologische UFO-Phänomen in seiner Vergangenheit erzählt uns schon einiges über seine Zukunft. Und zwar ist die UFOlogie vielleicht anders in der Zukunft, als es uns heutige UFOlogie-Vertreter vormachen (wollen). In den Jahrzehnten nach der Kenneth Arnold-“Flying Disc“-Sichtung waren die Menschen schon darauf geeicht, dass die „Fliegenden Untertassen“ bald offen landen werden. Ohne Zweifel ist dies nicht geschehen, sondern nur im „GEHEIMEN“ wie angebliche Insider es wissen wollen. Die sich entwickelte „Exopolitik“ setzt auf das Zauberwort DISCLOSURE und dasmal wieder hauptsächlich die US-Luftwaffe die geheimen UFO-Akten vom Roswell-UFO-Crash und dem Wirken auf der Area-51 jenseits von „top secret“ und „for your eyes only“ als „Heiliger Gral“ des UFO-Beweises freigibt. Das Jahrzehnt der der Achtziger kam für die UFOlogie einer Achterbahnfahrt gleich, und so endete es auch entsprechend. Seitdem die „eXos“ herumlaufen heißt es schon immer: Bald, ja bald ist es soweit. Es ist wie das Orakel der christlichen Fundamentalisten die das neuerliche Kommen von Jesus herbeibeten.
Am Beispiel von der Freigabe der Informationen über den „Fliegenden Untertassen“-Absturz bei Roswell kam es auch anders als die Gemeinde glaubte, das Bekenntnis über das PROJEKT MOGUL (streng-geheime Spionage-Operation zum Aufspüren möglicher sowjetischer Atomtests) lag einmal auf den Tisch. Bald darauf wurde die USAF-Erklärung durch Captain James McAndrew bestätigt. Dies war das „next big thing“. Was sich daraus in der Breiten-UFOlogie entwickelte ist wieder die Paranoia und Ignoranz der Tatsachen. Was die nächste große Überraschung für die Mentalität der UFOlogen sein wird kann man wirklich nur schwer erahnen. Und wie sich die Paranoia der UFOlogie weiterentwickeln wird... Wer weiß dies schon? So gesehen kann man die „UFOlogie-Pfeiffenbläser“ (wie Bob Lazar etc) ähnliche wie die Kontaktler und Abductees eine logische Weiterentwicklung nennen.
Sicherlich zur Verblüffung vieler UFOlogen fügen wir an dieser Stelle ein, dass Phil Klass unserer Meinung nach die UFO-Forschung, in der Skeptizismus ja eher Mangelware zu sein scheint, grundsätzlich um eine wertvolle Dimension unter anderen mit seinen „10 UFO-Richtlinien“ bereicherte. Und dies zu Zeiten wo er seine Hassliebe zur UFOlogie pflegte. Er sollte ja zu einem prominenten UFOlogie-Skeptiker in seiner Rolle als streitbarer UFO-Kritiker der amerikanischen UFOlogie-Szene werden. Er beschrieb sich selbst „als Stinktier auf dem Gartenfest“ und war genauso beliebt. Die Rolle des UFO-Schurken machte ihm deutlich Spaß: „Je lauter die UFOlogen brüllen, desto besser habe ich meine Aufgabe erfüllt.“ John Spencer traff auf einer MUFON-Veranstaltung mit Phil Klass zusammen und kam gut mit ihm aus. Irritiert reagierte ein amerikanischer UFOlogie-Hardcore-Fan: „Na, passen Sie aber gut auf! Sie wollen doch sicher nicht in den Ruf kommen, ein Freund von Phil zu sein.“
Für die Medien sind UFOs zunächst eine aufregende Geschichte und andererseits eine gute Sache der Massen-Unterhaltung. Genau dies, was der heutige Mensch zur Zerstreuung haben möchte. Soweit hat die UFOlogie eine Aufgabe zu erfüllen und muss medial am Leben erhalten werden. Klipp und klar: Wir brauchen eine andere und neue „UFO-Phänomen-Erforschung“. Außerdem war es mir mit diesem Aufsatz wichtig, einige Fälle, die wiederholt als UFO-Beweis für das Rätsel angeführt werden, als das zu entlarven, was sie sind – z.B. Tricks, Betrügereien, Legenden und bisweilen einfach Fehler in der Bewertung und Einschätzung der angeblich „Wissenden“.
Jacques Vallee hat in seinem Buch „Invisible College“die Theorie aufgestellt,dass UFOs keine Bedrohung für die Menschheit sind, besonders in ihrer „UFO-Phänomen“-Wirkung als solche eine besondere Befähigung auf den menschlichen Glauben ausüben. Dort stellte er auch eine rhetorische Frage: Könnte es sein, dass jemand einen phantastischen Scherz mit uns treibt?“ Dies ist eine zeitbedingte sozio-kulturelle Interpretation im „Neuen Zeitalter“ und seinen sozialen Klima des aufgekommenen New Age, wo der uFOOLogie-Bereich teilweise zum Lourdes des New Age wurde. Die Ausbildung der Kornkreise spricht Bände.
Behauptungen und Gegenbehauptungen jagen sich. Kann es sein, dass sich die traditionelle UFOlogie nach ihrer Pirsch auf ihren „Heiligen Gral“ sich selbst das Grab schaufelt? Ist das Ansehen der UFOlogie so weit gesunken? Wie auch immer, UFOs stellen eine Kulturelle Konstante dar. Beginnt nun ein neues Jahrzehnt der ufologischen Autonomie im 21.Jahrhundert, um die falsche Fährte zu verlassen? Erst wenn wir UFOs als einen modernen Mythos betrachten, wird ihre Ablehnung von seiten der Naturwissenschaften verständlich, und erst dann dringen wir auch zu ihrer wahren und tieferen Bedeutung vor. Um die Rolle der UFOs in diesem Zusammenhang zu begreifen,müssen wir uns der Mythologie zuwenden. Es gibt keine Kultur, die keine Mythen kennt. Mythen geben uns auf eine bildlich greifbare Art, unseren Glauben zum Ausdruck zu bringen.
Wenn Mythen verloren gehen, müssen sie durch neue ersetzt werden. Wie die Kunst bietet auch die Mythologie die Chance Gedanken zu erfassen und die Welt so zu sehen, wie wir sie wahrnehmen oder wahrnehmen möchten. Aber Mythen erklären die Welt nicht nur, sondern erschaffen sie auch. Mythen können um Geschichten oder um wirkliche Ereignisse herum konstruiert werden, und genau dadurch entsteht vielfach eine Uneindeutigkeit. Anhand der UFO-Mythen zeigt sich, dass den Menschen intuitiv bewusst ist, wie wenig die Naturwissenschaft und der Rationalismus die menschliche Seele anzusprechen vermag. Viele UFOlogen in Europa sehen die moderne UFOlogie als eine Mythologie von heute an. UFOlogie als“Tintenkleckstest“ und ein exotisches Sozialgemälde. Heute sind UFOs der mythenbildende Effekt. Dass die UFO-Phänomenologie reichlich Material für viele Wissenschaftsbereiche als Gedankengut bietet, solle klar sein: Soziologie, Psychologie bis hin zur Volkskunde. In diesem Spektrum sollten keine Grabenkämpfe stattfinden.
Für Werner Walter als UFO-Skeptiker scheint bei alldem das Shakespeare-Wort „Viel Lärm um Nichts“ angebracht. Dies soll ein wichtiger Beitrag zur Objektivität gewesen sein.



















