(openPR) Ein Generikum ist ein nachgemachtes Medikament, das den gleichen Wirkstoff enthält wie sein Original. Wenn der Patentschutz für ein neu entwickeltes Arzneimittel ausläuft, darf es kopiert werden. Diese Nachfolge-Medikamente nennt man Generika. Sie sind in der Regel viel günstiger als ihr Vorbild, bei gleicher Wirksamkeit. Unterschiede können lediglich hinsichtlich der enthaltenen Hilfsstoffe vorliegen.
Das Geschäft mit Generika ist heutzutage so lukrativ, dass sich viele Pharma-Unternehmen auf die Herstellung von Generika spezialisiert haben. Zu den bekanntesten Vertretern zählen ratiopharm, Aliud Pharma, Hexal und 1A Pharma. Während die Hersteller der Original-Produkte zunächst immense Summen für Forschung und Entwicklung aufwenden müssen, um neue Präparate auf den Markt zu bringen, ahmen Generika-Firmen diese nach Ablauf des Patents einfach nach und sparen sich somit hohe Kosten und viel Zeit. Das hört sich im ersten Moment eher negativ an, doch Generika bieten für die Patienten enorme Vorteile: Sie sind bis zu zwei Drittel günstiger als das Original und es handelt sich dabei nicht um billige, minderwertige Kopien. Auch Generika müssen den hohen Qualitätsansprüchen der Zulassungsbehörden entsprechen und hinsichtlich des Wirkstoffs sowie der Darreichungsform (ob als Tablette, Salbe, Zäpfchen oder etwas anderes) identisch mit dem Referenzprodukt sein.
Beispiel: Aspirin
Das wohl prominenteste Beispiel, wenn es um Originalprodukt und Generikum geht, ist Aspirin von Bayer (http://www.pharmacheck.de/preisvergleich/aspirin-500-mg-ueberzogene-tabletten-10203632.html) und seine mittlerweile unzähligen Nachfolge-Produkte. ASS AL, ASS ratiopharm, ASS Hexal, ASS 1A Pharma und wie sie alle heißen - das Original von Bayer mit dem Wirkstoff Acetylsalicylsäure (kurz ASS) hat heutzutage viele Bezeichnungen, hinter denen zwar der gleiche Wirkstoff, aber ein deutlich günstigerer Preis steht. Aspirin ist jedoch auch ein Beispiel dafür, dass Marken-Branding sehr gut funktionieren kann und der Preis nicht immer ausschlaggebend für den Kauf ist. Obwohl Generika mit dem Wirkstoff Acetylsalicylsäure sehr günstig sind, greifen viele Patienten doch lieber zum Marken-Produkt Aspirin. Aspirin ist zu einer Marke geworden, die bei den Menschen für Qualität, Wirksamkeit und Vertrauen steht, obwohl sie den gleichen Wirkstoff enthält, wie ihre Generika, die nur einen Bruchteil des Preises kosten.
Um eine Marke zu etablieren haben die Pharma-Unternehmen ca. 12-15 Jahre Zeit. Das entspricht etwa der Zeitspanne, in der das Medikament eine Monopol-Stellung auf dem Markt einnimmt. Dafür, dass ein Pharma-Unternehmen so viel Zeit und Geld für Forschung und Entwicklung eines Wirkstoffs ausgegeben hat, bekommt es einen Patentschutz von 20 Jahren. Bis das Medikament dann letztlich auf den Markt kommt, dauert es in der Regel jedoch nochmal ca. 5-8 Jahre. Es bleiben demnach 12-15 Jahre, in denen es diesen Wirkstoff nur unter diesem Namen und nur von dem einen Hersteller zu kaufen gibt. In den meisten Fällen lohnt sich der Aufwand, denn sobald nach Auslaufen des Patents, Generika - die in der Regel keinen eigenen Markennamen etablieren, sondern schlicht nach dem Wirkstoff benannt sind - zu viel günstigeren Preisen angeboten werden, wurden mit dem Original die Forschungs- und Entwicklungskosten in der Regel bereits eingespielt. Viele Originale verschwinden dann mit der Zeit vom Markt, da sie von Generika, die ein viel besseres Preis-Leistungsverhältnis bieten, verdrängt werden. Dass ein Markenname, wie Aspirin, dauerhaft auf dem Markt bleibt, zählt eher zu den Ausnahmen.
Krankenkassen, Rabattverträge und Aut-idem-Regel
Diskutiert man Generika im Zusammenhang mit gesetzlichen Krankenkassen, fällt häufig der Begriff Rabattvertrag. Bei freiverkäuflichen Arzneimitteln hat der Patient die Wahl, ob er das Originalprodukt oder das günstigere Generikum kaufen möchte. Wenn es um verschreibungspflichtige Medikamente geht, müssen Apotheker das Produkt abgeben, für welches die Krankenkasse des Patienten und der Hersteller einen Rabattvertrag abgeschlossen haben. Denn auch wenn viele bereit sind, für Original-Arzneimittel tief in die Tasche zu greifen - die gesetzlichen Krankenkassen sind es nicht und haben nur ein begrenztes Budget zur Verfügung. Fast alle Rabattverträge werden daher mit Generika-Herstellern geschlossen.
Sobald der Patient die Apotheke betritt, gilt die Aut-idem-Regel, die besagt, dass der Apotheker an seinen Kunden ein wirkstoffgleiches Medikament abgeben muss, zu dem ein Rabattvertrag besteht. Wenn der Rabatt-Artikel nicht lieferbar ist, muss der Apotheker eines der drei preisgünstigsten wirkstoffgleichen Arzneimittel auswählen, die verfügbar sind. Letztlich kann es also sein, dass der Arzt ein Original-Produkt aufschreibt, der Patient jedoch ein Generikum bekommt. Wer auf das Original besteht, muss seinen Arzt darauf hinweisen, die Aut-idem-Regel auf dem Rezept durchzustreichen. Dann ist der Apotheker verpflichtet, einzig und allein das verordnete Medikament abzugeben.
Sind Generika und Original-Arzneimittel identisch?
Was viele beunruhigt, wenn es um Generika geht, ist die Frage, ob man tatsächlich ein und dasselbe Produkt für einen Bruchteil des Preises bekommt. Wenn es um die Gesundheit geht, wollen wir schließlich nicht geizig sein und sind bereit, für bessere Qualität auch mehr auszugeben. Doch können Arzneimittel, die so viel günstiger sind als ihre Vorbilder wirklich gleichwertig sein? Hersteller wie ratiopharm, 1A Pharma, Hexal oder Aliud Pharma betonen, dass die Qualität von Generika sogar noch besser sei, da sie nicht kopieren, sondern optimieren. Tatsächlich unterscheiden sich nur die Hilfsstoffe und das häufig nur, um einen besseren Geschmack, leichteres Schlucken oder eine schnellere Wirkung zu erzielen.
Vorsicht ist lediglich bei Allergikern geboten: Wer jahrelang ein Original-Medikament eingenommen hat und zu einem Generikum wechseln möchte, sollte sich vorher über die enthaltenen Hilfsstoffe informieren, um allergische Reaktionen auszuschließen. Frage hierzu am besten einen Arzt oder Apotheker.
Auf Pharmacheck.de (http://www.pharmacheck.de/) kannst Du übrigens bequem Preise vergleichen und entscheiden, ob Du lieber zum Original oder zum günstigeren Generikum greifst. In lokalen Apotheken werden bei rezeptfreien Medikamenten gerne die teureren Markenprodukte verkauft. Wer preiswert Arzneimittel einkaufen möchte, sollte Versandapotheken bevorzugen oder den Apotheker fragen, ob es zum jeweiligen Medikament auch ein Generikum gibt.








