(openPR) Nürnberg / Köln, 15. Mai 2006 – Den Einkäufern in Unternehmen und öffentlichen Einrichtungen sind die Vorteile der Buchpreisbindung noch weitgehend unklar. Durch die Aufhebung der Buchpreisbindung können sie deutlich weniger einsparen als durch eine konsequente Prozessoptimierung des Medieneinkaufs. Dies ist das Ergebnis einer Trendumfrage von VUB Printmedia anlässlich der Fachmesse „e_procure & supply 2006“, die vom 16. bis 18. Mai in Nürnberg stattfindet.
Laut der Trendumfrage wissen fast alle Einkäufer, dass eine „Preisbindung für Bücher und Abonnements“ existiert (96 Prozent) und was sich hinter diesem Begriff verbirgt (92 Prozent). Allerdings kennen nur ein Drittel der Befragten die rechtliche Grundlage dafür, das so genannte Buchpreisbindungsgesetz, das seit Oktober 2002 in Kraft ist. Trotz des Wissens um die Buchpreisbindung erachten nur rund 17 Prozent der professionellen Einkäufer diese auch für sinnvoll. Hingegen würden rund 83 Prozent die Preisfindung lieber dem freien Kräftespiel des Marktes überlassen. Damit wünschten sie sich indirekt, dass die Verlage die Hoheit der Preisbildung verlieren würden.
Durch den Wegfall der Buchpreisbindung versprechen sich rund 92 Prozent der Einkäufer Vorteile, da sie die Preise und Konditionen für Medien verhandeln und dadurch bessere Einkaufspreise erzielen könnten. Gleichzeitig sind 63 Prozent der Ansicht, dass sich durch die Gesetzesaufhebung das Angebot an Büchern nicht einmal verkleinern würde. Diese Aussage stellt die grundlegende Absicht des Buchpreisbindungsgesetzes in Frage. Das Gesetz will eine Vielfalt an Buchtiteln und eine flächendeckende Buchhandelslandschaft sicherstellen.
„Offensichtlich sind den Einkäufern die Vorteile der Buchpreisbindung nicht bewusst genug. Denn in keiner Warengruppe gibt es aus einer Million im Katalog befindlichen Artikeln nur einen treffenden Artikel zu einem festen Preis“, so Dr. Christian Preuss Neudorf, Geschäftsführer der VUB Printmedia GmbH. „Durch die Aufhebung des Buchpreises könnte der Einkauf gegebenenfalls einen Kostenvorteil von unrealistischen 20 Prozent bei einem durchschnittlichen Wert von rund 21,70 Euro erzielen. Damit beträgt die Preisreduzierung pro Ware nur rund 4,34 Euro. Die Prozesskosten für den Medieneinkauf betragen durchschnittlich rund 100 Euro. Bei einer Optimierung dieser Prozesse um 20 Prozent ließen sich also rund 20 Euro pro Prozess sparen. Deshalb sollte das Thema Prozessoptimierung bei den Einkäufern auch an erster Stelle stehen.“
Vor der Einführung des Buchpreisbindungsgesetzes war die Preisbindung auf privatrechtlicher Grundlage geregelt. Die Preisbindung hat sich seitdem als neuer EU-Standard durchgesetzt. Inzwischen haben alle EU-Mitgliedsstaaten Gesetze zur Buchpreisbindung oder bereiten sie vor. Ausnahmen bilden Großbritannien und Irland, die wegen des englischsprachigen Weltmarktes nationale Preisbindungen nur schwer einhalten können, sowie Finnland.
„Das Medium Buch hat bei Einkäufern einen hohen Stellenwert – gleich ob privat oder beruflich. Sie sind meist `echte Bücherfreunde´. Wenn es aber um die Beschaffung von Büchern geht, sind diese für Einkäufer eine Warengruppe wie jede andere. Dies bestätigt auch die Einstellung zum Thema Buchpreisbindung“, so Preuss Neudorf.
VUB Printmedia führte die Trendumfrage vor der Fachmesse „e_procure & supply 2006“ durch. An der Trendumfrage nahmen 64 Mitarbeiter aus Einkaufsabteilungen von Unternehmen und öffentlichen Einrichtungen teil.





