openPR Recherche & Suche
Presseinformation

Verstauchung des Sprunggelenks

03.07.201511:15 UhrGesundheit & Medizin
Bild: Verstauchung des Sprunggelenks
Orthopäde Dr. Konrad Scheuerer
Orthopäde Dr. Konrad Scheuerer

(openPR) Blauer Himmel und Sonnenschein – da macht Bewegung an frischer Luft Spaß. Die Kehrseite der Medaille: Besonders im Sommer häufen sich Verletzungen. Vor allem das Sprunggelenk ist gefährdet. Das Problem: Oft wird die Verstauchung von den Betroffenen nicht ernst genug genommen und gar nicht behandelt. Doch Vorsicht: Es drohen Folgeverletzungen, Schmerzen und Bewegungseinschränkungen. Das muss nicht sein!



Ob beim Joggen, Walken, Fußball oder Volleyball - der Unfallmechanismus ist fast immer gleich: Der Fuß knickt um. Das Sprunggelenk, das den Fuß mit dem Unterschenkel verbindet, ist verstaucht. Auch im Alltag kann man leicht stolpern. Schuhe mit hohen Absätzen begünstigen das Umknicken.

Typische Symptome: Der Knöchel schmerzt höllisch, ein Auftreten ist kaum mehr möglich. Oft schwillt das Gelenk stark an. Durch einen Bluterguss kann eine blau-rote Verfärbung entstehen.

Dr. Konrad Scheuerer, Orthopäde der OrthoPraxis in Gräfelfing: „Das Ausmaß der Schädigung hängt von der Stärke der Gewalteinwirkung ab. Bei leichteren Verstauchungen werden die kollagenen Fasern eines Bandes des Sprunggelenks lediglich überdehnt. Im Idealfall kehren die Gelenkstrukturen anschließend in ihren Ausgangszustand zurück. Bei starker Überdehnung kann es zum teilweisen oder gar kompletten Riss der Gelenkkapsel und der Bänder kommen.“

Nur ein Arzt kann eine Bänderzerrung oder einen -riss korrekt diagnostizieren. „Bei der körperlichen Untersuchung überprüft der Arzt unter anderem die Beweglichkeit des Gelenks. Typisch für einen Bänderriss ist ein vergrößertes Gelenkspiel“, erläutert Dr. Scheuerer. Zusätzlich wird häufig eine Röntgenaufnahme des Sprunggelenks angefertigt, um einen Knochenbruch auszuschließen.

Mediziner unterscheiden drei Schweregrade von Verstauchungen (Distorsionen):

Grad 1: leichte Distorsion. Eine Überdehnung der Bänder liegt vor. Geringe Schmerzen sowie eine minimale Schwellung sind vorhanden. Das Sprunggelenk kann vollständig belastet werden und ist kaum funktionell eingeschränkt.

Grad 2 (mittelschwere Distorsion). Eine starke Überdehnung sowie ein Teilriss eines oder mehrerer Bänder sind die typischen Merkmale. Die Schmerzen sind stark. Das Gelenk ist geschwollen und kann nicht belastet werden.

Grad 3 (schwere Distorsion): Hier liegt ein Riss eines oder mehrerer Bänder vor. Die Schmerzen sind weniger stark, dafür liegen eine heftige Schwellung sowie ein Bluterguss vor. Das Gelenk funktioniert nur noch eingeschränkt und kann nicht belastet werden.

Besonders bei geringen Schmerzen sieht der Betroffene oft nicht die Notwendigkeit zum Arzt zu gehen. „Die Verletzung des Sprunggelenks wird leider oft bagatellisiert“, kritisiert Dr. Scheuerer. Ein klarer Fehler, wie Untersuchungen zeigen: Bis zu 40 Prozent der Patienten mit Sprunggelenks-Verletzungen klagen auch drei Jahre nach der Verletzung noch über chronische Beschwerden. Sie haben dauerhaft Schmerzen oder können sich nicht mehr so bewegen wie früher.

Dr. Scheuerer: „Der Betroffene sollte sich bei einer Verstauchung das Sprunggelenk immer vom Arzt untersuchen lassen, um das Ausmaß der Verletzung festzustellen. Denn die Stärke der Schmerzen sagt nicht unbedingt etwas über die Schwere der Verletzung aus. Ein gezerrtes Band kann manchmal sogar mehr wehtun als ein Riss.“ Oft wird nicht einmal kurzzeitig eine Schiene angelegt, um das Gelenk zu schonen. Viele Patienten belasten dann das Gelenk viel zu früh. Bleibende Gelenkprobleme drohen. Die Folge: Kann das zerrissene Band schlecht ausheilen, bleibt das Gelenk im schlimmsten Fall dauerhaft instabil. Der Betroffene knickt immer wieder um. Das Risiko für eine erneuerte Bandverletzung ist damit sehr hoch. Noch schlimmer: In einem instabilen Gelenk kann durch eine dauerhafte Fehlbelastung ein Gelenkverschleiß (Arthrose) entstehen.

Die gute Nachricht: Die überwiegende Zahl der Sprunggelenksverletzungen ist erfolgreich konservativ zu behandeln.

Im Idealfall sieht die Behandlung folgendermaßen aus:

Im Akutfall wird die PECH-Regel (P=Pause, E=Eis, C= C(K)ompression, H= Hochlagerung) angewendet. Das Sprunggelenk muss sofort geschont werden. Um Schmerzen zu reduzieren und einen größeren Bluterguss zu vermeiden, sollte das Gelenk gekühlt werden. Ein leicht komprimierender Verband schützt und stützt die verletzten Strukturen. Zusätzlich empfiehlt es sich, den Fuß hoch zu lagern.

Bei Riss eines Bandes sollte für etwa sechs Wochen lang eine Schiene getragen werden. Sie verhindert, dass der Fuß erneut umknickt. Dr. Scheuerer: „In dieser Phase repariert der Körper die verletzte Stelle, damit das Sprunggelenk Alltagsbelastungen standhält.“

Je nach Ausmaß der Verletzung sollte nach einer oder zwei Wochen mit Physiotherapie begonnen werden. Diese Therapie vermeidet Muskel-Abbau und Verklebungen in der Heilungsphase.

In der vierten bis sechsten Woche kann die Belastung zunehmen. In dieser Phase festigt sich die Narbe und passt sich den später erwünschten Belastungen an. „Es ist wichtig mit dem Physiotherapeuten zu besprechen, wie stark die Belastung auf das Sprunggelenk grundsätzlich sein soll. Das muss geübt werden“, sagt Dr. Scheuerer. Der Patient sollte zuhause auch die Übungen machen.

Mit vorsichtiger sportlicher Belastung kann man frühestens nach sechs Wochen starten.

Eine Operation ist bei einem Bänderriss nur selten notwendig. „Eine Operation kann zum Beispiel sinnvoll sein, wenn mehrere Bänder verletzt sind und das Gelenk sehr instabil ist. Sind Knorpel und Knochen mit verletzt, ist eine Operation unausweichlich“, sagt Dr. Scheuerer.

Bei dem chirurgischen Eingriff werden die Bänder genäht und eventuell mit abgerissene Knochen- oder Knorpelteile mit Schrauben und/oder Platten befestigt. Sind die Bänder sehr stark beschädigt, können sie durch körpereigene Sehnen ersetzt werden.

Diese Pressemeldung wurde auf openPR veröffentlicht.

Verantwortlich für diese Pressemeldung:

News-ID: 860692
 366

Kostenlose Online PR für alle

Jetzt Ihren Pressetext mit einem Klick auf openPR veröffentlichen

Jetzt gratis starten

Pressebericht „Verstauchung des Sprunggelenks“ bearbeiten oder mit dem "Super-PR-Sparpaket" stark hervorheben, zielgerichtet an Journalisten & Top50 Online-Portale verbreiten:

PM löschen PM ändern
Disclaimer: Für den obigen Pressetext inkl. etwaiger Bilder/ Videos ist ausschließlich der im Text angegebene Kontakt verantwortlich. Der Webseitenanbieter distanziert sich ausdrücklich von den Inhalten Dritter und macht sich diese nicht zu eigen. Wenn Sie die obigen Informationen redaktionell nutzen möchten, so wenden Sie sich bitte an den obigen Pressekontakt. Bei einer Veröffentlichung bitten wir um ein Belegexemplar oder Quellenennung der URL.

Pressemitteilungen KOSTENLOS veröffentlichen und verbreiten mit openPR

Stellen Sie Ihre Medienmitteilung jetzt hier ein!

Jetzt gratis starten

Das könnte Sie auch interessieren:

Bild: Die Ballackverletzung: Verletzung des Syndesmosebandes schwächt das SprunggelenkBild: Die Ballackverletzung: Verletzung des Syndesmosebandes schwächt das Sprunggelenk
Die Ballackverletzung: Verletzung des Syndesmosebandes schwächt das Sprunggelenk
… Knochen verbunden sind, ist das Sprunggelenk stabil. Die Stabilität dieser aus 2 Knochen gebildeten Knochengabel ist von größter Bedeutung für die Funktion des Sprunggelenks, und damit für die Sportfähigkeit eines Athleten. Diese Spunggelenksgabel wird durch die Syndesmosenbänder direkt zusammengehalten. Durch übermäßigen Druck können die Syndesmosebänder …
Bild: Eine typische Sportverletzung: Die VerstauchungBild: Eine typische Sportverletzung: Die Verstauchung
Eine typische Sportverletzung: Die Verstauchung
Verletzungen beim Sport treten relativ häufig auf. Vor allem eine Verstauchung eines Gelenkes kann schnell passieren. Dies geschieht, indem die Bänder oder die Kapsel im Gelenk durch eine Überbewegung, meist umknicken oder verdrehen, geschädigt werden. Bei einer Verstauchung werden die gelenkumgebenden Bänder, Sehnen oder Muskeln gezerrt, beziehungsweise …
Bild: Sommermärchen oder Verletzungspause?Bild: Sommermärchen oder Verletzungspause?
Sommermärchen oder Verletzungspause?
… Prellungen sind Rötung, Schmerz, Bewegungseinschränkung und „blaue Flecken“. • Bei einer Verstauchung wird der normale Bewegungsradius eines Gelenks, meistens des Knie- oder Sprunggelenks, überschritten und die Sehnen überdehnt. Ein Druckschmerz sowie Schmerzen bei Bewegung und Belastung treten sofort auf, Schwellung und Blutergüsse schließen sich an. • …
Bild: Gefährlicher Trend bei Snowboardern: \"Softboots\" erhöhen Bruch und Arthrose- Gefahr für das SprunggelenkBild: Gefährlicher Trend bei Snowboardern: \"Softboots\" erhöhen Bruch und Arthrose- Gefahr für das Sprunggelenk
Gefährlicher Trend bei Snowboardern: \"Softboots\" erhöhen Bruch und Arthrose- Gefahr für das Sprunggelenk
… fast 2,5 mal so hoch wie unter alpinen Skifahrern, wie vergleichende Studien zu Ski und Snowboardunfällen zeigen. Die Rate an Verletzungen oder Brüchen des Sprunggelenks liegt bei Snowboardern sogar fast 4-fach höher als bei den alpinen Skifahrern. Snowboard-Anfänger haben eher Verletzungen an den Armen, Schultern und Handgelenken: Diese Verletzungen …
Erste Hilfe bei Prellungen und Verstauchungen
Erste Hilfe bei Prellungen und Verstauchungen
Gerade jetzt, in der kalten Jahreszeit, kann es schnell zu Stürzen mit Prellungen und Verstauchungen kommen. Dr. Iris Hinneburg, Gesundheitsredakteurin des Arztempfehlungsportals jameda.de erklärt, wie diese Verletzungen entstehen, wie man Erste Hilfe leistet und wann ein Arztbesuch erforderlich ist. Prellungen Schmerzhafte Prellungen entstehen häufig …
Bild: Gesundes Auftreten: Patientenforum rund um den FußBild: Gesundes Auftreten: Patientenforum rund um den Fuß
Gesundes Auftreten: Patientenforum rund um den Fuß
… schon ist es passiert, der Fuß knickt um. Zu den Folgen können Bänder- und Knochenverletzungen gehören, die sich meist durch sofortigen Schmerzeintritt bemerkbar machen. „Eine Sprunggelenksfraktur ist der häufigste Bruch in der Beinregion bei Erwachsenen“, weiß Dr. Wolfram Habel, „dabei bricht das Gelenk aus Knochen und Bändern auseinander und muss zumeist …
Bild: arzneimittel.de ++ schmerzhafte Sportverletzungen: die VerstauchungBild: arzneimittel.de ++ schmerzhafte Sportverletzungen: die Verstauchung
arzneimittel.de ++ schmerzhafte Sportverletzungen: die Verstauchung
Eine der häufigsten Sportverletzung ist die Verstauchung. Dabei werden durch eine Überbewegung die Bänder und Kapsel eines Gelenks verletzt. Meist schwillt das betroffene Gelenk an, ein Bluterguss entsteht und es schmerzt bei Belastung. Auch wenn eine Verstauchung sehr schmerzhaft ist und bis zur vollständigen Heilung oft bis zu drei Monate vergehen, …
Bild: Winteranfang: Gefahr für die KnöchelBild: Winteranfang: Gefahr für die Knöchel
Winteranfang: Gefahr für die Knöchel
Umgeknickt, Fuß verstaucht. Jede zweite Sprunggelenks-Verletzung benötigt ärztliche Hilfe. Doch wann muss man zum Arzt? Es ist nass. Es ist glatt. Vielleicht hat es auch schon geschneit. Doch so schön der Winteranfang auch sein mag. Bevor die Wege richtig vereisen, verdecken herabgefallene Blätter und die ersten Schneeflocken Randsteine und andere Stolperfallen. …
Oberlandesgericht Düsseldorf Unfallschadenrecht - Personenschadenrecht - OLG Düsseldorf, Az. I 23 U 197/10
Oberlandesgericht Düsseldorf Unfallschadenrecht - Personenschadenrecht - OLG Düsseldorf, Az. I 23 U 197/10
Oberlandesgericht Düsseldorf Unfallschadenrecht - Personenschadenrecht - OLG Düsseldorf, Az. I 23 U 197/10 Trümmerfraktur des rechten Sprunggelenks und Wirbelsäulenstauchung nach 6-Meter-Sturz vom Dach, OLG Düsseldorf, Az. I 23 U 197/10 Chronologie: Der Kläger ist anlässlich seiner Tätigkeit als Schornsteinfeger von einer durchrosteten Sicherheitsleiter …
Bild: Fortschritte bei Sprunggelenksprothesen werden durch das MEMdoc Prothesen-Register dokumentiertBild: Fortschritte bei Sprunggelenksprothesen werden durch das MEMdoc Prothesen-Register dokumentiert
Fortschritte bei Sprunggelenksprothesen werden durch das MEMdoc Prothesen-Register dokumentiert
(Freiburg i. Br.) An der Orthopädischen Gelenk Klinik in Gundelfingen bei Freiburg unter beteiligt sich der Fuß- und Sprunggelenksspezialist Dr. Thomas Schneider am freiwilligen MEMdoc Register für Prothesen des oberen Sprunggelenks. Sprunggelenksprothesen waren bislang eine der Herausforderungen für Fuß- und Sprunggelenksspezialisten. Das obere Sprunggelenk …
Sie lesen gerade: Verstauchung des Sprunggelenks