(openPR) …muss die Freiheit grenzenlos sein. Trifft diese Vision einer ungezwungen-schönen Welt von Reinhard Mey aber auch zu, wenn es um das Arbeiten „in der Wolke“, also um Cloud-Worker geht? Die Meinungen sind gespalten. Was bringt Menschen und Unternehmen dazu, ihre Arbeit „in die Wolke“ zu geben und wie zufrieden sind sie damit? Diesen Fragen geht Univ.-Prof. Dr. Christian Scholz mit seinem Team an der Universität des Saarlandes in einer umfangreichen Studie nach, die Ende Juni starten wird.
Wenn man „in der Cloud“ hört, wird im Regelfall immer davon gesprochen, dass Daten (von Urlaubsfotos bis hin zu Krankendaten) unspezifiziert irgendwo gelagert werden, ohne dass der Datennutzer weiß, wo seine Daten im Einzelfall liegen. Oder aber man holt seine Musik „aus der Cloud“ und hat sie dann dauerhaft verfügbar, obwohl man weder eine CD noch eine MP3-Datei auf dem eigenen Rechner speichert.
Genau die gleichen Grundprinzipien gelten aber auch für das „Arbeiten in der Cloud“: Man vergibt Aufgaben irgendwie in die Cloud, wo sie dann irgendwie bearbeitet werden. Für die Nachfrager von Cloud Work, also für Unternehmen, ergeben sich zahlreiche Vorteile: Man kann flexibel Arbeitsaufträge vergeben, braucht also weniger fest angestellte Mitarbeiter, und wählt zudem das günstigste Arbeitsangebot aus. Auch fallen keine Lohnnebenkosten an und das lästige Thema Mitarbeiterführung fällt ebenfalls ganz vom Tisch.
Die Idee ist auch für Mitarbeiter reizvoll, kann man doch selbstständig vom heimischen Garten oder parallel zur Weltreise arbeiten und sich dann auch noch aussuchen, welche Projekte man bearbeiten möchte. Alles passiert im Extremfall ohne den Auftraggeber überhaupt einmal gesehen zu haben. Trotzdem können solche Arbeiten extrem komplex sein, wie die Programmierung eines neuen Computerprogramms, aber auch aus einfachen Routineaufgaben, wie Schreibdienste, bestehen.
Da überrascht es auch nicht, dass Plattformen, die Unternehmen und „Cloud Worker“ zusammenbringen, einen sehr hohen Zuspruch finden. Doch wie sieht der Arbeitsalltag für die Cloud-Worker aus? Wenn man aufwändige Programmieraufgaben für wenig Geld erledigt, nur damit man den Auftrag bekommt, kann man davon tatsächlich gut leben? Und stehlen sich Unternehmen nicht aus ihrer Verantwortung, wenn sie ihre Kernbelegschaft immer mehr durch eine virtuelle Struktur ersetzen? Oder aber haben wir wirklich eine schöne neue Welt mit schönen neuen Spielregeln?
„Das Phänomen Cloud Work wird total unterschätzt, denn es wird die Art unserer Zusammenarbeit und unsere wirtschaftlichen Strukturen in ihren Grundstrukturen verändern“, so Professor Christian Scholz, der sich seit 1994 intensiv mit dem Potenzial von virtuellen Organisationen auseinandersetzt. „Wir wissen heute viel zu wenig darüber, wie Cloud Work tatsächlich abläuft und diskutieren kaum die personal- beziehungsweise gesellschaftspolitischen Konsequenzen dieser Arbeitswelt.“
Geplant ist daher eine großflächige und internationale Onlinebefragung. Sie startet Ende Juni: Interessierte und Betroffene sind aufgefordert, an dieser Befragung teilzunehmen.
Informationen und Fragebogen:
http://www.orga.uni-sb.de/cloud-work/











