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Spielen in spielfremden Kontexten – das Innovationsforum Interactive Technologies macht es möglich

16.06.201514:32 UhrIT, New Media & Software

(openPR) Es wird oft behauptet, dass die digitale Revolution die menschliche Arbeitskraft immer mehr überflüssig macht und der Mensch sein Leben immer häufiger im Cyberspace und mit Spielen verbringen wird. Auch wenn wir von diesen wahrhaft paradiesischen Zuständen noch weit entfernt sind, so zeichnet sich immer deutlicher ab, dass digitale Spiele zum Leitmedium der Unterhaltungsindustrie des 21.Jahrhunderts avancieren. Die Vorboten dieser schönen neuen Welt sind bereits sichtbar geworden.


Neuartige Interaktions-Controller wie die Microsoft Kinect, die mit Kameratracking, Gesten- und Sprachsteuerung zur Klasse der Natural User Interfaces (NUIs) zählt, aber auch die sich noch im Prototypenstadium befindenden Geräte wie Google Glass oder die in der Spielbranche als Durchbruch gefeierte Oculus Rift, werden dazu beitragen, dass sich der Mensch im Privaten wie im Beruflichen permanent und mühelos zwischen der realen und virtuellen Welt bewegt.
Die Anwendungsfelder für spielebasierte Anwendungen auf Basis der modernsten interaktiven Technologien sind theoretisch kaum eingrenzbar. Sollen aus diesen Möglichkeiten wirtschaftliche Chancen erwachsen, müssen allerdings noch vertiefende Erkenntnisse aus der Verwendung von Methoden und Technologien aus digitalen und nicht-digitalen Spielen gewonnen werden, um sie in spielfremden Kontexten einsetzen zu können.

Das Innovationsforum
Vor diesem Hintergrund sollen nun, im Rahmen eines vom Bundesministerium für Bildung Forschung finanzierten "Innovationsforums Interactive Technologies" im Dialog mit potenziellen Anwendern die vertiefenden Erkenntnisse gewonnen werden.
Leiter des Innovationsforums ist Prof. Carsten Busch, er lehrt und forscht an der Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin (HTW). Dort ist er auch Sprecher des Kompetenzfelds „Games & Interactive Media Research Group“. Die Grill + Thiem GbR, hat Prof. Carsten Busch bei der Beantragung des Innovationsforums beraten und wird ihn bei den weiteren Aktivitäten des Innovationsforums konzeptionell und operativ begleiten.
Ziel des Innovationsforums ist die es, potenzielle Applikationsfelder für spielebasierte Anwendungen auf Basis interaktiver Technologien zu identifizieren. Das Forum soll alle notwendigen Akteure im Bereich Games und interaktive Technologien mit potenziellen Anwendern in den anvisierten Branchen zusammenzubringen. Es soll eine öffentlichkeitswirksame Plattform geschaffen werden, die für unterschiedliche Anwendungsfelder die Potenziale von Konzepten und Technologien aus digitalen Spielen an einem Set von bewerteten Demonstratoren anschaulich macht. Mit dem Forschungs- und Weiterbildungszentrum Kultur & Informatik (FKI) an der HTW als Nukleus soll ein nachhaltiges Netzwerk aus Unternehmen und Hochschulen geschaffen werden, das den dafür notwendigen Wissens- und Technologietransfer organisiert. Durch das Innovationsforum könnte mit dem FKI der HTW ein Innovationszentrum entstehen, das als zuverlässiger Partner für die Wirtschaft, die Entwicklung neuer Produkte und Services vorantreibt und wissenschaftlich begleitet.
Im Hinblick auf den Nutzen für die Region bieten die anvisierten Anwendungsbranchen Industrie, Tourismus und Gesundheitswirtschaft die optimalen Voraussetzungen für einen nachhaltigen Technologie- und Wissenstransfer. Sie sind für die Entwicklung des Wirtschaftsstandorts prägend und unterstreichen insbesondere den Anspruch Berlins, nicht nur als Kulturhauptstadt, sondern auch als Industrie- und Dienstleistungsstandort wahrgenommen zu werden.

Die Anwendungsfelder
Der Fokussierung des Innovationsforums auf die Anwendungsfelder "Industrie, Tourismus und Gesundheitswirtschaft" liegt die Annahme zugrunde, dass in diesen Feldern die größten wirtschaftlichen Potenziale für spielebasierten Anwendungen liegen.
Im Anwendungsfeld "Industrielle Fertigung" sollen spielerische Anwendungen dazu beitragen, Produktion und Qualität zu steigern und Ausfallzeiten zu reduzieren. Diese Ziele lassen sich erreichen, wenn spielerische Elemente darauf abzielen, die Prozessstruktur, die sich im Wesentlichen an den Funktionsweisen von Maschinen orientiert, so umzugestalten, dass sie sich positiv auf das Mitwirken der Bediener und Wartungsmitarbeiter auswirkt.
Ähnlich vielversprechend wie im Bereich der industriellen Fertigung sind Anwendungsszenarien für die Tourismus-Branche. Auch hier macht die Kombination von Methoden und Technologien spielerische Anwendungen besonders attraktiv. Der größte Vorteil besteht darin, dass spielerische Anwendungen hier nicht auf einen vermeintlichen Gegensatz stoßen, da sich Spieleigenschaften wie Freizeit, Spaß, Erkunden oder das Knüpfen sozialer Kontakte auf natürliche Weise mit den Interessen von Touristen verbinden lassen
Während der Markt für spielerische Anwendungen in Industrie und Tourismus noch kaum erschlossen ist, gibt es in der Gesundheitswirtschaft bereits erfolgreiche Angebote. Sie finden sich im Consumer-Bereich sogenannter Wearables und zielen nicht auf medizinische Anwendungen, sondern auf die Steigerung von Fitness, Gesundheit und Wohlbefinden. Der enorme Erfolg dieser Produkte und Services legt nahe, nun deren Konzepte und Technologien auch auf medizinische Anwendungen zu übertragen, was bereits ansatzweise in der Krebsforschung oder in der Psychotherapie gezeigt werden konnte. Das Innovationsforum konzentriert sich dementsprechend auf medizinische und nicht-medizinische Anwendungen, um die bereits vorhandenen Potenziale optimal auszuschöpfen.
Die brancheübergreifende Teilnahme an der zweitägigen Auftaktveranstaltung des Innovationsforums am 8. und 9. Juni 2015 im FKI hat die Grundannahmen des Innovationsforums nachdrücklich bestätigt. Nun kommt es darauf an, mit den interessierten Playern die ersten Ideen in Kreativwerkstätten zu vertiefen, eine Online-Plattform mit Demonstratoren zu erstellen und zum Abschluss mit einer Begleitstudie die Voraussetzung für eine wissenschaftliche und wirtschaftliche Anschlussfähigkeit zu schaffen.

Mehr Informationen zum Innovationsforum mit den Terminen für die Kreativwerkstätten unter:
https://cm.htw-berlin.de/veranstaltungen/innovationsforum-interactive-technologies/

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