(openPR) Drei junge Künstler aus Syrien, Japan und China überzeugten mit ihrer Interpretation des Themas „Wellen“
Wo sich Wirtschaft und Kunst treffen, kommen Innovation und Kreativität von ganz allein ins Spiel. Scheinbar gegensätzliche Bereiche suchen ihre Schnittstelle, lassen sich auf neue Sichtweisen und Impulse ein. Das ist einer der Gründe, warum ein IT-Dienstleister wie die Vater Unternehmensgruppe einen Kunstpreis etabliert, der in der Region seit 2011 eine enorme Strahlkraft entwickelt hat. „Kunst und Kultur sind aber auch ein bedeutender Wirtschaftsfaktor, der vielfach unterschätzt wird“, betonte Klaus-Hinrich Vater bei der feierlichen Verleihung des „Vater Kunstpreises 2015“ im Atelierhaus im Anscharpark. 115 Künstler hatten sich durch das diesjährige Thema „Wellen – Die Welt in Bewegung“ inspirieren lassen. Drei Preisträger haben die Jury schließlich mit ihren – sehr unterschiedlichen – Arbeiten überzeugt.
22 Wettbewerbsbeiträge der Finalisten im besonderen Ambiente der ehemaligen Großküche und Waschanstalt, 140 geladene Gäste aus Wirtschaft, Kunst, Politik und Gesellschaft: Der Rahmen des „Vater Kunstpreises“ war wie immer festlich, die Stimmung gelöst. „Dieser Preis ist sehr bereichernd und erweiternd für mich“, sagte Klaus-Hinrich Vater in seiner Begrüßungsrede. Als Mitglied der fünfköpfigen Jury, der auch der Präsident der Muthesius Kunsthochschule, Dr. Arne Zerbst, dessen Vorgänger Prof. Rainer W. Ernst, die Künstlerin Franziska Stubenrauch sowie der Journalist Jörn Genoux angehörten, hatte Vater sich schon im Vorfeld mit den eingereichten Bildern, Grafiken, Fotos und Fotomontagen beschäftigt. „Es war keine leichte Wahl, aber am Ende haben wir uns einstimmig auf unsere Preisträger geeinigt.“
Einer davon heißt Iyad Dayoub. Der 31-jährige Syrer, der seit drei Jahren in Kiel lebt, Kunst studiert und vor kurzem seinen Master an der Muthesius Kunsthochschule abgeschlossen hat, gewann den ersten Preis mit einem expressiven, farbintensiven und auch beklemmenden Werk: verzweifelte, schreiende Menschen in einem überfüllten Boot, eine hochaktuelle Flüchtlingsszene. Dabei hatte Dayoub noch keine Szene im Kopf, als er zu malen begann. „Mir geht es allein um Ausdruck“, beschrieb er seine Arbeitsweise. „Ich beginne planlos auf einer leeren Leinwand, irgendwann entsteht Harmonie, später die Figuren.“ Arne Zerbst hob in seiner Laudatio auf den ersten Preisträger die „existentialistische Wucht“ Dayoubs hervor, die ihre produktive Energie gegen das Fertige richte. „Wir werden Zeugen eines Schaffungsprozesses.“
Die zweite Auszeichnung des „Vater Kunstpreises“ ging an die in Hamburg lebende Japanerin Chika Aruga, die in ihrem Bild die Auswirkungen des Tsunamis in ihrem Heimatland verarbeitet hat. Leuchtende Fetzen und Farben wirbeln wild umeinander, im Zentrum ein Stück Himmel. Laudator Rainer W. Ernst sah darin eine „Art Ursuppe mit Schönheits- und Hässlichkeits-Fragmenten“. Das Werk Arugas stehe für eine kraftvolle und glaubwürdige künstlerische Auseinandersetzung mit der Katastrophe.
Viel ruhiger und strukturierter, geradezu „romantisch-zeitentrückt“ bewertete die Jury die Arbeit der chinesischen Malerin Suting Zhang, die den dritten Preis gewann. Das mit einem Bambuspinsel und wasserlöslichen Ölfarben gemalte Werk zeigt eine junge Frau mit einem Bechertelefon, die den Kontakt zur Außenwelt sucht. Franziska Stubenrauch begründete die Wahl der Jury mit der „sinnlichen Stofflichkeit“, die eine enorme Anziehungskraft auf den Betrachter ausübe. Die 25-jährige Künstlerin freute sich über ihren ersten deutschen Preis. „Ich möchte gerne weiter in Deutschland arbeiten, hier gibt es eine andere Ästhetik – man ist frei und kann machen, was man will.“













