(openPR) Dass Porsche Sportwagen der Spitzenklasse herstellt, dürfte wohl jedem bekannt sein. Doch dass der Sportwagenhersteller aus Stuttgart zwischen den 1950er und 1960er Jahren zudem auch Traktoren hergestellt hat, dürften wohl nur Experten wissen. Noch erstaunlicher dürfte der Fakt sein, dass Porsche die Schlepper auch für den südamerikanischen Markt mit seinen speziellen Anforderungen und zahlreichen Plantagen herstellte und nicht ausschließlich für den europäischen Markt produzierte. Nur circa 220 Porsche-Traktoren wurden damals in den Werken von Porsche, nahe Friedrichshafen, für den brasilianischen Markt produziert. Der „Kaffeeschlepper“ wie der P 312 Traktor auch gerne genannt wurde, zeichnete sich vor allem durch die außerordentliche Qualität und lange Lebensdauer aus und wurde extra an die Anforderungen der brasilianischen Plantagen sowie die Wünsche der Kaffeebauern produziert.
Die Herstellung des Porsche-Traktor P 312 für Südamerika
Die außergewöhnliche Geschichte dieses Schleppers, mit der offiziellen Bezeichnung „P 312“ beginnt im Jahr 1948. Damals wollte die Familie Porsche einen Lizenznehmer für ihren Volksschlepper finden. Bei einigen Praxistests in Sao Paulo hinterließ der Schlepper einen nachhaltigen Eindruck und erstes Interesse seitens der brasilianischen Kaffeebauern war geweckt. Da der Versuchsschlepper jedoch nicht an die südamerikanischen Bedingungen angepasst war, sollte dieser komplett neu konzipiert werden. Zu den Gründen zählten u.a. herausstehende Blechteile und teilweise nahmen die Pflanzen den Dieselgeruch auf. Die Bearbeitung von Kaffeeplantagen konnte deshalb nur mit einer Vollverkleidung durchgeführt werden. So fanden im Anschluss erfolgreiche Lizenzverhandlungen zwischen Allgaier und Porsche statt, die dazu führten, einen gemeinsamen Spezialschlepper zu bauen.
Die Fertigstellung des Porsche-Schleppers und die Verfrachtung nach Brasilien
Nach zahlreichen Testläufen in den Porsche-Werken Deutschland in Friedrichshafen und Praxistests unter realen Bedingungen vor Ort, sowie den vielen Anpassungen des Porsche P 312, wurde der Schlepper 1954 nach Brasilien verschifft. Als erstes sollten die Traktoren so schnell wie möglich mit dem Frachter Richtung Südamerika gebracht werden. Nachdem die Schlepper angekommen waren, kam es zu Komplikationen mit dem örtlichen Lizenzinhaber. Da jener nicht über genügend finanzielle Mittel verfügte, verschob sich der Absatz des P 312 sehr stark, sodass letztendlich nur 220 Porsche-Schlepper von insgesamt 1.000 geplanten Traktoren abgesetzt werden konnten. Obwohl Porsche und Allgaier die Lizenzverträge mit einer staatlichen Versicherung abschlossen und man mit Sicherheit das gesamte Geld für die 220 Kaffeeschlepper erhalten hat, wird der große finanzielle Gewinn mit dem P 312 ausgeblieben sein. Heutzutage gibt es nur noch wenige Exemplare dieses seltenen Schleppers.
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