(openPR) Die Chemspec versteht sich seit jeher als Leitmesse der Fein- und Spezialchemie. Nach ihrem Start im Jahr 1986 in Großbritannien, öffnet die Chemspec mittlerweile nicht nur in Europa ihre Pforten für Industrievertreter aus aller Welt. Mitte April diesen Jahres lud die Chemspec 2015 nach Indien. Die AlzChem AG (Link: www.alzchem.de ) aus dem oberbayerischen Trostberg ist diesem Ruf gefolgt und es gibt einiges zu berichten.
Das folgende Interview wurde von der Mitarbeiterzeitung der AlzChem AG WIR durchgeführt. Interviewt wurde Dr. Georg Weichselbaumer (GW), Marketing Bereichsleiter für Basischemie und Synthesebausteine.
WIR: Warum war AlzChem in Indien?
GW: Diese Frage lässt sich sehr einfach beantworten: Der Absatz nach Indien mit unseren Produkten wächst kontinuierlich.
WIR: Ist das der Markt der Zukunft?
GW: Indien ist eine der größten Volkswirtschaften weltweit und es wird erwartet, dass sie in Kürze sogar China überflügeln werden. Es herrscht Aufbruchsstimmung in dem Land, da es erstmals gelungen ist, aus dem Flickenteppich von Parteien bei der letzten Wahl eine Partei mit absoluter Mehrheit an die Macht zu bringen, die mit aller Gewalt versucht die alten Zöpfe wie Korruption oder ‚Göttergegebenheit‘ abzuschneiden. Dem neue indischen Premierminister Narendra Modi traut man zu, die behäbige Bürokratie auf Vordermann zu bringen und längst überfällige Infrastrukturmaßnahmen durchzudrücken. Ohne Ausnahme erwarten sich unsere Geschäftspartner davon stark positive Impulse für die Zukunft.
WIR: Mit welchen Produkten war AlzChem am Start?
GW: Diese ergeben sich aus der Fokussierung des indischen Chemiemarkts. Das Land ist in der Zwischenzeit dominierend bei der Herstellung von sog. generischen Medikamenten; die Mehrzahl der Anmeldungen für diese Nachahmungspräparate im Hauptpharmamarkt USA wird von indischen Firmen eingereicht! Traditionell stark ist der Subkontinent bei Pigmenten und Farbstoffen. Daher verkaufen wir wachsende Mengen Cyanamid, DCD und Guanidinsalze in den Pharmamarkt sowie immer stärker unsere Nitrile als Pigmentrohstoffe. Aber auch die Landwirtschaftsprodukte und CreAMINO® sind für eine Gesellschaft wichtig, die traditionell von Landwirtschaft geprägt ist und sich immer stärker von Hähnchenfleisch ernährt.
WIR: Wie sind unsere Verbindungen nach Indien speziell zu unserem Vertriebspartner Chemet?
GW: Wir arbeiten mit dem Vertriebspartner Chemet, der großen Anteil an unserem Erfolg in Indien trägt. Diese Firma wurde früher als Vertriebsarm der Degussa in Indien etabliert und ist aus dieser Historie mit unserem kulturellen Hintergrund vertraut. Die Firma hat ein, in diesem Riesenland dringend erforderliches breites Netzwerk etabliert und schafft es, unseren Anspruch auf lokales Niveau zu übersetzen. Im Vordergrund steht die Maximierung von Preis und nicht Umsatz. Indien hat extrem konkurrenzfähige Preise, schätzt aber auch das Gütesiegel: Made in Germany.
WIR: Wie funktioniert die Zusammenarbeit?
GW: Diese klappt hervorragend! Es gibt definierte Verantwortlichkeiten für unsere Produkte und regelmäßige Berichte über den Markterfolg. Der Markt ist riesig und es gibt immer wieder neue Chancen. Chemet ist in dieser Hinsicht sehr aktiv und die Abstimmung läuft effizient, auf dem kurzen Dienstweg.
WIR. Wie bewerten Sie die Präsenz AlzChems auf der Messe?
Das Ergebnis lässt sich sehr einfach in Zahlen fassen: Wir haben 4 Aufträge von neuen Kunden inkl. einem neuen Produkt mitgebracht.
WIR: Lessons learned?
GW: Indische Kunden sind extrem neugierig, aber auch mitteilsam. Reisen nach Indien erweitern den Markthorizont! Man schätzt die Zusammenarbeit mit Chemet, ist aber sehr stark am direkten Kontakt mit Vertretern von AlzChem interessiert. Noch viel stärker als bei uns wird in Indien Geschäft zwischen Personen gemacht. Man muss eine Vertrauensbasis etablieren, dann zählt ein Wort mehr als jede Unterschrift.
WIR: Und was gibt es sonst noch zu berichten?
Es ist immer ein Abenteuer, nach Indien zu reisen. Die Straßen sind marode und der Verkehr ist für unsere Verhältnisse schrecklich laut und chaotisch. Auch die hygienische Situation in Mumbai erfordert sehr viel Aufmerksamkeit und Beherrschung. Dies wird allerdings kompensiert durch die Gastfreundschaft der Inder und das fast freundschaftliche Verhältnis auch mit Geschäftspartnern.











