(openPR) Premiere: 28. Mai 2015, 20 Uhr
In seiner neuen Arbeit setzt sich Christoph Winkler mit einem schmerzhaften Moment seines Lebens auseinander: bei seiner Pflegetochter wurde eine fortschreitende Psychose diagnostiziert. Damit geriet das bisherige Leben aus den Fugen und ein existenzieller Riss tat sich auf, als er vor anderthalb Jahren seine Pflegetochter aufgrund ihrer Bindungsstörung in eine therapeutische Wohngruppe abgab.
Eine verzweifelte Situation, die begleitet wurde von den immer wiederkehrenden Fragen:
Habe ich das Problem, die Krankheit nicht richtig erkannt? Warum habe ich ihr nicht das Gefühl von Sicherheit und Urvertrauen zurückgeben können? War der Verlauf unausweichlich? Was geschieht jetzt mit ihr in diesem neuen Lebensabschnitt?
Diese schwierige Erfahrung hat der Vater und Choreograf Christoph Winkler zu einem Stück verdichtet, das mit den Mitteln des Tanzes ein Porträt seiner Pflegetochter versucht, um so zu verstehen, zu akzeptieren. „La Fille“ als Geschichte eines Menschen, der sich rüstet vor der Angst, zu viel Nähe zuzulassen.
Das Ballet La fille mal gardée- die schlecht behütete Tochter fungiert dabei als Referenz und setzt Winklers quasi doppelt autobiografische Choreografie in Verbindung mit der Tanzhistorie von 1789 – der Kunstform Ballett und seiner Musik.
Diese Musik und die strenge Gestaltungsidee des klassischen Balletts geben „La Fille“ zeitliche und akustische Struktur. Sie schaffen den Raum, in dem die junge französische Tänzerin Emma Daniel (22) mit ihrer erstaunlichen Kraft einen Ausdruck für den Schmerz des Vaters einerseits und die ersehnte Distanz des Kindes, des Mädchens, der Jugendlichen zu aller Umwelt andererseits zu finden vermag. Sie ist gleichzeitig innen und außen.
Konzept: Christoph Winkler | Von und mit: Emma Daniel | Dramaturgische Assistenz: Marie Urban | Produktionsdramaturgie: ehrliche arbeit – freies Kulturbüro |Presse: k3berlin
Eine Produktion von Christoph Winkler und ehrliche arbeit – freies Kulturbüro in Kooperation mit dem Ballhaus Ost. Gefördert durch den Hauptstadtkulturfonds und den Regierenden Bürgermeister von Berlin – Senatskanzlei – Kulturelle Angelegenheiten. Mit freundlicher Unterstützung von Phase7.















