(openPR) "Mozart auf der Reise nach Paris - Briefe zwischen Liebe und Tod" heißt das neu erschienene Mozart-Hörbuch.
Über Mozarts Leben und Umfeld sind wir durch eine unübersehbare Fülle von Publikationen informiert. Wenig bekannt blieb dabei Maria Anna Mozart, die Mutter des Genies. Das soll sich nun ändern. Die Briefe, die während der Parisreise 1777/78 von Mutter und Sohn an Vater Leopold Mozart geschrieben wurden, spiegeln einerseits eine wichtige Phase in der künstlerischen und persönlichen Entwicklung des 22jährigen Mozart wider, andererseits beleuchten sie in höchst authentischer Weise das Wesen und die Rolle der Mutter auf dieser schwierigen Reise mit einem Genie, die für sie tragisch enden sollte.
In die oft sehr persönliche Welt der Mozarts entführen uns die Wiener Schauspieler Michael Heltau (zahlr. namhafte Bühnen des deutschspr. Raumes, Nestroy-Theaterpreis 2005), Gabriele Schuchter (Burgtheater, Volkstheater) und Rafael Schuchter (Burgtheater, Volkstheater). Die ausgewählten Musikbeispiele entstammen den während dieser Reise entstandenen Kompositionen Mozarts. Für die Auswahl der Briefe und Musikbeispiele verantwortlich ist die Musikwissenschaftlerin Prof. Dr. Sibylle Dahms, Universität Salzburg. Kooperationspartner ist Soroptimist International, Salzburg.
Ausgewählt wurden 47 Briefe und sieben Kompositionen.
Das Begleitheft bietet neben vielen Abbildungen, eine Fülle von interessanten Informationen.
Die Doppel-CD mit 145 Minuten Spielzeit ist für 19,95 zu haben.
ISBN 3-9810307-6-1
Gleich bestellen unter: www.hoerbuch-dahms.de
Hörbuch Verlagsgesellschaft Dr. Dahms, Hamburg
Bergedorfer Schloßstraße 5 - 21029 Hamburg
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Über das Unternehmen
Am 23. September 1777 um 6 Uhr morgens brach Wolfgang Amadé Mozart zusammen mit seiner Mutter Maria Anna zu einer Reise gegen Westen mit dem ungefähren Ziel Paris auf. Vorausgegangen waren Querelen von Vater und Sohn Mozart mit ihrem Salzburger Dienstherrn Erzbischof Hieronymus Graf Colloredo um eine längerfristige Beurlaubung. Colloredo, der die häufige Abwesenheit der in seinem Sold stehenden Musiker zunehmend mißbilligte, hatte kurzerhand verfügt, daß beide den Dienst zu quittieren hätten. Diese Entscheidung wurde zwar für Leopold Mozart wieder zurückgenommen, Wolfgang hingegen war gehalten, sein Glück anderswo zu suchen, was ohnehin seinen Wünschen entsprach.
Mozarts Reise sollte nunmehr dem Zweck dienen, eine sowohl in künstlerischer als auch in finanzieller Hinsicht befriedigende und möglichst dauerhafte Position an einem bedeutenden Hof oder prestigeträchtige und lukrative Aufträge in Paris zu erlangen. Vater Leopold traute dem Sohn allerdings nicht die entsprechende Reife und Befähigung zu, diese Fahrt ins Ungewisse rein praktisch allein zu bewältigen, zumal er auf allen bisherigen Reisen dem Sohn als kenntnisreicher und in jeder Weise umsichtiger Organisator zur Seite gestanden hatte. Welche Sorgen den Vater bedrückten und ihn schließlich schweren Herzens dazu bewogen, seine Gattin Maria Anna mit dem Sohn auf diese Reise zu schicken, ersehen wir aus einem Schreiben vom 18. 12. 1777 an Wolfgang: "Du weist, daß du auf alles allein acht zu haben - dir selbst ein und anderes, ohne fremde Hilfe, zu tun nicht gewohnt - mit den GeldSorten wenig, mit auswärtigen aber gar nicht bekannt warest, vom Einpacken und derley vielen auf Reisen vorkommenden Nothwendigkeiten nicht den mindesten Begriff hattest..."
Maria Anna Mozart geriet während dieser Reise zunehmend unter enormen Druck: Stand sie doch im Spannungsfeld einerseits zwischen ihrem Mann, der von Salzburg aus die Fäden als Organisator der Reise in der Hand zu halten suchte und andererseits dem Sohn, der nicht nur die Fesseln des ungeliebten Salzburger Hofdienstes abgestreift hatte, sondern nun auch trachtete, sich der zunehmend bedrückenden väterlichen Dominanz zu entziehen. Leopold versuchte diese Reise par distance mit Hilfe eines Netzwerkes von Bekannten aus früheren Jahren zu managen und drängte die beiden Reisenden mit wachsender Ungeduld, den Ernst der Unternehmung nie aus dem Auge zu verlieren- „ich denke mir schier das Hirn aus dem Kopf – und schreibe mir die Augen blind; ich möchte für alles voraus sorgen...“, schreibt er zunehmend verzweifelt am 27. 11. 1777 an Frau und Sohn.
Für Wolfgang eröffnete diese an Fehlschlägen und betrogenen Hoffnungen, aber auch an unschätzbaren neuen künstlerischen wie menschlichen Erfahrungen reiche Reise völlig neue Perspektiven und führte in eine der wichtigsten und nachhaltigst wirksamen Phasen seiner künstlerischen Entwicklung. Es war vor allem der freiere Atem der Kunst- und Kulturmetropole Mannheim, der den Blick des jungen Mannes in jeder Beziehung weitete. Auf musikalischer Ebene eröffnete ihm das für damalige Begriffe wohl fortschrittlichste Orchester Europas, das er hier - durch viele persönliche Musikerbekanntschaften (Cannabich, Wendling, Ramm, Fränzel etc.) vertieft - erleben konnte, neue kompositorische Dimensionen für sein Instrumentalschaffen. Für dieses war allerdings bereits zuvor in Augsburg die Begegnung mit dem Instrumentenbauer Johann Andreas Stein und dessen technisch perfektioniertem Hammerflügel bzw. Pianoforte ungemein befruchtend gewesen.
Die an positiven und negativen Eindrücken reiche Zeit löste aber auch in seiner persönlichen Entwicklung eine wichtige Phase der Selbstfindung aus, des Abnabelns – nicht nur vom dominanten Vater, sondern auch von der ihn liebevoll umsorgenden Mutter. Die Überwältigung durch große Gefühle angesichts des Erlebens von Liebe und Tod – der Liebe zu der jungen Mannheimer Sängerin Aloisia Weber und des plötzlichen Todes der Mutter – dies waren nachhaltige Einbrüche in die Seele des jungen Genius, die erst in den kommenden Jahren Früchte tragen sollten.