(openPR) UNTERLEINLEITER - Wenn das Scheinwerferlicht die großen Augen aufspürt, ist es meistens schon zu spät. In etwa 80 Prozent aller Fälle tauchen Wildtiere nur 20 Meter und kürzer vor einem Fahrzeug auf, Unfälle sind vorprogrammiert. Auf diese Gefahr muss sich der Verkehrsteilnehmer immer einstellen, im Frühjahr jedoch besonders: Das Wild sucht Wiesen und Felder zur Äsung auf, kreuzt dabei auch viel befahrene Straßen. Deshalb rät die Hegegemeinschaft Leinleitertal Jura Süd gerade jetzt zu mehr Umsicht im Straßenverkehr.
Die frischen Gräser und Kräuter, die im Frühling auf Wiesen und Feldern sprießen, sind der Grund für den momentanen starken Wildwechsel. Denn die Wildtiere setzen die neuen Pflanzen nach dem kargen Winter gerne auf ihren Speiseplan und geben dafür auch den Schutz des Waldes auf. Nicht selten müssen die Rehe dabei auch eine oder mehrere Straßen kreuzen, die Strecken können tödlich enden.
67 Rehe sind allein im letzten Jagdjahr (Anfang April bis Ende März) auf den Straßen umgekommen, die die Reviere der Hegegemeinschaft Leinleitertal Jura Süd durchqueren. Besonders tragisch: Darunter wurden 36 Geißen tödlich verwundet. Sollten diese Geißen Kitze gehabt haben, ist damit auch deren Schicksal besiegelt worden.
"Einige Wildunfälle könnten vermieden werden", meint Klaus Philipp, Leiter der Hegegemeinschaft, und denkt dabei vor allem an die charakteristischen Eigenschaften der Wildtiere. Sie suchen hauptsächlich in der Dämmerung, also in den frühen Morgen- und Abendstunden, die Felder und Wiesen zur Äsung auf. Und sie kommen selten alleine: "Sieht der Verkehrsteilnehmer ein Tier, so kann er damit rechnen, dass noch ein paar Nachzügler hinterher kommen", sagt Philipp.
Die Hegegemeinschaft rät, gerade in waldreichen Gebieten mit angepasster Geschwindigkeit zu fahren. Meist weisen bereits Wildwechselschilder auf die Gefahrenzone hin. Tauchen Tiere im Scheinwerferlicht auf, sollte der Autofahrer sofort abblenden, bremsen und hupen. Er sollte auch die Fahrbahnränder genau beachten und in solchen Gebieten stets bremsbereit sein. Denn: "Wildunfälle werden oft unterschätzt: Eine Kollision mit einem 20 Kilogramm schweren Reh besitzt bei Tempo 100 ein Aufschlaggewicht von fast einer halben Tonne", sagt Philipp.
Ist ein Wildunfall geschehen, gelten einige Regeln: Unfallstelle absichern und das Wildtier an den Randstreifen bringen, um Folgeunfälle zu vermeiden. Der Unfall muss unverzüglich der Polizei oder dem Revierinhaber gemeldet werden. Nur die Polizei und der Revierinhaber des Unfallorts können eine Bescheinigung über den Wildunfall ausstellen, die der Unfallverursacher später für seine Versicherung braucht. Wer sich vom Unfallort entfernt oder das Wild mitnimmt, macht sich strafbar.
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Die Hegegemeinschaft Leinleitertal Jura Süd ist der Unteren Jagdbehörde untergliedert und umfasst auf einer Fläche von über 12.000 Hektar zusammen-hängende 25 Jagdreviere in den Landkreisen Forchheim und Bamberg. Sitz der Hegegemeinschaft Leinleitertal Jura Süd ist Unterleinleiter im Landkreis Forchheim. Vorsitzender ist Klaus Philipp, Jagdpächter des Reviers Siegritz bei Heiligenstadt. Die Hegegemeinschaft dient dem Zweck, in ihrem räumlichen Wirkungskreis eine ausgewogene Hege aller darin vorkommenden Wildarten zu gewährleisten.
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