(openPR) Fotografie in den Raum gestellt
Fotografie und Landschaftsgestaltung gehen in der Fotopromenade Landschaftspark Emscherbruch eine außergewöhnliche Verbindung ein
Eine raumgreifende Outdoorausstellung für Fotografie wird am 14.Mai 2006 auf der Halde Hoheward der wohl größten Haldenlandschaft Europas eröffnet.
40 Exponate in einer Größe von 2 x 3 m werden sich in einer Promenade über die Halde ziehen und zwei Ausstellungsorte, Kulturzentrum Zeche Recklinghausen II und den neuen Industriestandort Zeche Ewald, miteinander verbinden.
In sechs Projekten sind seit September 2005 mit 150 Fotografen über 1000 Fotografien entstanden, die im Mai zum ersten Mal gezeigt werden.
Alle Bilder sind exklusiv in diesen Projekten produziert worden und erzählen von der Geschichte und von der Identität einer sich ständig wandelnden Region.
Die Ausstellung endet in einem großen Finale im Rahmen der Extraschicht am 18. Juni 2006.
Die Verbindung von Kunst und Kohle hat im Ruhrgebiet eine lange Tradition und so hat man sich auch heute im Rahmen der Neugestaltung unter dem Thema
„Neue Horizonte“ zu diesem außergewöhnlichen und ehrgeizigen Projekt entschlossen. Neben professionelle Fotografen, Ela Mergels aus Köln, Christian Diehl aus Dortmund, Andreas Teichmann aus Essen, wurde auch die Bevölkerung aktiv in den Gestaltungsprozess eingebunden.
Fotografie wurde zum Sprachrohr. Die entstandenen Bilder sind Zeugnis und künstlerischer Ausdruck einer Region im Umbruch.
Schüler haben sich unter dem Thema Wahrnehmung, Darstellung des Lebensumfeldes und Findung der eigenen Identität in einer sich verändernden Gesellschaft auseinander gesetzt. Die Titel der Serien „Meine Welt ist bunt“, The other site“ oder „Wer bist du?“ lassen die Vielfältigkeit und Intensität der Arbeiten erahnen.
Zweierlei hat das Projekt erreicht. Es hat aufgeklärt über den Wandel und die darin verborgenen Möglichkeiten und hat Kinder- und Jugendliche sprechen lassen über Ihre Wünsche, Pläne und Vorstellungen hier zu leben und ihre Zukunft mitzugestalten.
Studenten der FH Dortmund und der Tsinghua University, Peking, arbeiteten mit der Fragestellung, wie Menschen aus dem Blickwinkel unterschiedlicher Kulturen die Veränderungen wahrnehmen.
Über einen Zeitraum von drei Wochen haben sich 26 Studenten im Oktober 2005 in der Zeche Recklinghausen II, im Mai einer der zentralen Ausstellungsorte, eingerichtet, um im Projektgebiet zu leben und zu arbeiten.
Die chinesischen Arbeiten zeichnen sich durch eine ungeheuer große Symbolkraft aus, während sich die europäischen Studenten intensiv mit den Bereichen Architektur, Landschaft und Visionen des neuen Lebens befasst haben.
Ela Mergels verarbeitet den Menschen in seinen soziologischen Prozessen, sowie in seinem Landschaftlichen und architektonischen Umfeld in Form von Collagen.
Ela Mergels benutzt dazu sowohl geologisches Kartenmaterial des Emscherbruchs, Pläne aus der Region, wissenschaftliches und dokumentarisches Fotomaterial.
Durch die Licht- und Präsentationstechnik überlagern und durchdringen sich die einzelnen Bildelemente, genauso wie sich soziologische, politische und geschichtliche Prozesse gerade in dieser Region durchdringen und weiterentwickeln.
Christian Diehl blickt in 1 m³ Haldenboden und erstellt ein fotografisches Protokoll über ein über Jahrzehnte künstlich gewachsenes Areal. Unter Verwendung einer sachlichen Fotografie findet eine Art wissenschaftliche Dokumentation statt, die Aspekte aus dem Bereich Botanik, Geologie und Zoologie beleuchtet.
Die einzelnen Bilder werden bewusst als Versatzstücke eingesetzt, die direkt oder assoziativ aufeinander Bezug nehmen, um die Vielschichtigkeit des Themas „Halde“ erfahrbar zu machen.
Andreas Teichmann, international renommierter Fotograf, ist im Ruhrgebiet verwurzelt. Er portraitiert Menschen, die sich in ihrem Selbstverständnis als Teil dieser Region inszenieren.
Ein junger Mann tanzt in sich gekehrt Reggae, ein alter Bergmann offenbart seinen Stolz über sein früheres Schaffen.
Portraits auf der Halde geben der Beziehung zwischen Mensch und Region eine vollkommen neue Bedeutung und machen die neu gestaltete Haldenlandschaft zum Synonym für die Auseinandersetzung der Bevölkerung mit dem Strukturwandel des Ruhrgebiets.
Nicht nur das Ergebnis am Ende des Projektes ist von Bedeutung, sondern auch der Prozess der Realisierung war wichtig.
Presse und Bevölkerung haben die Entstehung der Fotopromenade seit September letzten Jahres begleitet und warten nun mit Spannung auf die Präsentation der Ergebnisse.
Unter dem Titel „Neue Horizonte“ wird sich der Prozess der Neugestaltung der wohl größten Halde in Europa noch über mehrere Jahre erstrecken.
Fotografie wird diesen Prozess durch groß angelegte Kunstprojekte auch in Zukunft begleiten.
Eines hat sich ganz zum Schluss gezeigt, das Konzept ist aufgegangen.
Die Ergebnisse aus den Projekten haben alle Erwartungen weit übertroffen.
Es ist eine Ausstellung entstanden, die hohe fotografische Qualität zeigt.
Die einzelnen Projekte haben sich über den Zeitraum eines Jahres erstreckt und waren die ganze Zeit hindurch für die Bevölkerung transparent.
Hochkarätige Fotografen haben mit der Bevölkerung gearbeitet und sie zum Gegenstand und Inhalt gemacht. Meinungen wurden abgefragt, auf ungewöhnliche Weise hat man sich für die Visionen und Perspektiven einer Region interessiert und noch ungewöhnlichere Weise sprechen lassen. Über das Medium Kunst wurden Meinungen abgefragt, hat man Zusammengehörigkeit erzeugt, hat Identifikation gestärkt und letztendlich Stolz gemacht auf eine Region in der die Geschwindigkeit des Wandels es ihren Bewohnern nicht immer leicht macht.
Fotografie im Ruhrgebiet, so haben die Projektpartner erfahren, findet nicht nur große Akzeptanz, sondern hat mit den hier ansässigen Fotografen und Fachhochschulen ein ausgesprochen hohes Niveau.
Vielleicht vermag dieses Projekt mit seiner Vielschichtigkeit und Aktualität das Augenmerk auf diese Region zu lenken.
Die Entscheidung für Essen und somit für das Ruhrgebiet zur Kulturhauptstadt 2010 kommt also nicht von ungefähr.
Fotografie hatte und hat dabei sowohl als künstlerische als auch als Kommunikationsmedium einen ungeheuer hohen Stellenwert.
Die Projektpartner Stadt Recklinghausen, Stadt Herten, der Regionalverband Ruhr (RVR) in Zusammenarbeit mit der Deutschen Steinkohle AG haben die agentur zeitgleich mit der Konzeption und Durchführung des Projektes betraut.
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