(openPR) Die Münnerstädter Bürger führen wieder ihr historisches Volksschauspiel „Die Schutzfrau von Münnerstadt“ auf / Farbenprächtige Inszenierung vor mittelalterlicher Kulisse / Spieltage am 30. August, 06. und 13. September / Buntes Rahmenprogramm
Von der wundersamen Errettung Münnerstadts aus Feindesnot im Dreißig-jährigen Krieg erzählt alljährlich im Spätsommer das historische Volksschauspiel „Die Schutzfrau von Münnerstadt“. Rund 200 Bürgerinnen und Bürger in farbenfrohen Kostümen lassen vor mittelalterlicher Kulisse eine ergreifende Marienlegende wieder lebendig werden. Aufgeführt wird das fränkische Freilichtspiel in diesem Jahr am 30. August, sowie am 6. und 13. September. Das prächtig sanierte Heimatspielhaus im Herzen der Riemenschneiderstadt bildet die beeindruckende Kulisse.
Geschichtliche Wahrheit und fromme Legende
Seit dem Jahr 1927 führen Laiendarsteller mit Leidenschaft und Stolz auf ihre Stadt ihr „Heimatspiel“ um Glaube, Liebe und Hoffnung auf. Tatsächlich wurde die Stadt im Jahr 1641 von einem schwedisch-weimarischen Heer unter Führung von Oberst Rosen angegriffen. Wie durch ein Wunder zogen die Truppen jedoch unvermutet ab; der wahre Grund wurde nicht überliefert. Schon bald entstand diese Legende: Die Muttergottes hatte die flehenden Gebete der frommen Münnerstädter erhört. Sie fing die Kanonenkugeln der Schweden mit ihren Händen auf. Der Feind floh entsetzt vor dieser Erscheinung. Die Stadt war gerettet!
Spiel zu Ehren der Muttergottes
Die Muttergottes gilt bis heute als Schutzfrau von Münnerstadt. Ihr zu Ehren erzählt das Freilichtspiel in einer aufwändigen Inszenierung die Geschichte vom fröhlichen Erntefest, von der Bedrohung durch die Schweden und der wundersamen Errettung durch die Gottesmutter. Flankiert wird das dramatische Geschehen von der anrührenden Liebe der Bürgermeisterstochter zum tapferen Jörgentor-Kommandanten. Wie ein roter Faden durchzieht dabei die Rose als christliches Symbol für Maria, die Königin des Himmels und der Erden, das mal heitere, mal dramatische Spiel. In der einzigartigen Atmosphäre der mittelalterlichen Fachwerkkulisse erwecken Stadtknechte zu Pferd, Bauern, Bürger, Scholaren, Mäher und Schnitterinnen, Musikanten, Tänzer, Soldaten und Räte die Legende zum Leben.
Buntes Festprogramm an den Spieltagen
Aufgeführt wird das historische Volksschauspiel „Die Schutzfrau von Münnerstadt“ im Umfeld der Marienfesttage im Spätsommer. Erster Spieltag in diesem Jahr ist Sonntag, der 30.August. Hier findet auch der traditionelle Schutzengelmarkt mit verkaufsoffenem Sonntag statt. Das zweite Mal drehen die Münnerstädter das Rad der Zeit am 06. September um rund 360 Jahre zurück. Zum dritten Mal entfaltet sich der prächtige Bilderbogen am 13. September. An diesem Tag haben Besucher zudem die Gelegenheit beim Tag des offenen Denkmals viele historische Bauten mit buntem Rahmenprogramm zu besichtigen. An allen drei Spieltagen erleben die stets zahlreichen Zuschauer, dass inbrünstige Rosenkranzgebete donnernde Kanonen zum Schweigen bringen können. Zudem machen Stadt- und Nachtwächterführungen den Besuch zu einem besonderen Erlebnis.
Kultur und Kurbäder ganz in der Nähe
Das zentral in Deutschland liegende Münnerstadt beherbergt u.a. weltberühmte Werke von Tilman Riemenschneider und Veit Stoß und bezaubert durch seine hervorragend erhaltene mittelalterliche Kulisse. Das im Bäderland Bayerische Rhön liegende fränkische Kleinod ist idealer Ausgangspunkt für Besuche im nahen Staatsbad Bad Kissingen mit seinem erstklassigen Kulturangebot sowie der lebendig-sportlichen Kurstadt Bad Neustadt. Leicht und schnell erreichbar sind die Attraktionen des Naturparks und Biosphärenreservats Bayerische Rhön (wie Kreuzberg, Wasserkuppe, Schwarzes Moor) und die Weltkulturerbestätten Bamberg und Würzburg.
Karten im Vorverkauf
Das freie, ungekünstelte Spiel mit Tanz und Gesang, eindringlichen Gebeten und spannenden Dialogen dauert rund anderthalb Stunden. Karten für den 30.08, sowie 6. und 13.09. (jeweils um 13.45 Uhr Festzug, 14.30 Uhr Beginn des Spiels) gibt es im Vorverkauf und an der Tageskasse für 12,00/11,00/10,00 Euro. Für Reisegruppen gelten Sonderkonditionen. Tickets und weitere Informationen: www.festspiele-muennerstadt.de
Hintergrund-Info
Das historische Volksschauspiel „Die Schutzfrau von Münnerstadt“ von Ludwig Nüdling (1874 – 1947) ist ein Vertreter der seit dem 12. Jahrhundert typischen Marienverehrung. Maria wird als Helferin in allen Notlagen angerufen, besonders in Kriegsgefahr. Sie wird zur Schutzpatronin von Ländern, Städten, Kirchen und Einrichtungen. „Die Schutzfrau von Münnerstadt“ zählt mit ihrer Erstaufführung im Jahr 1927 zu den ältesten Volksschauspielen Frankens. Entstanden ist es auf Betreiben des damaligen Bezirkshauptmanns (Landrats) von Bad Kissingen, Freiherr von Moreau, als Attraktion für die Kurgäste und Touristen. Die Stadt beauftragte den erfolgreichen Dichterpfarrer Ludwig Nüdling mit der Ausarbeitung des Stoffs und Alois Sator (Theater Würzburg) mit der Regie. Von Anfang an legte man trotz des lokalgeschichtlichen Inhalts großen Wert auf die überörtliche Bedeutung und zeitübergreifende Gültigkeit der christlichen Botschaft. Diese besagt, dass ein fester Glaube auch in schwersten Zeiten eine entscheidende Hilfe sein kann. Bis auf eine (u.a. kriegsbedingte Pause) wird das Stück jedes Jahr ausschließlich von Laiendarstellern aus der Bürgerschaft aus Münnerstadt und seinen Ortsteilen in der Originalfassung aufgeführt. Meist spielen diese ein Leben lang in wechselnden Rollen mit und sorgen so dafür, dass ihr Heimatspiel ein fester und wichtiger Anker im Jahreslauf von Münnerstadt bleibt. Quelle: H.-Rudolf Becher, „Historische Volksschauspiele in Franken“












