(openPR) Studentische Berater auf neuen Wegen der Qualitätssicherung
Bonn, 21.04.2006. Es klingelt das Telefon, „Patrick Pias, BDSU, Guten Tag.“ Wenn Pias Studenten im ganzen Bundesgebiet anruft, stößt das nicht nur auf Begeisterung. Pias, Student des Wirtschaftsingenieurwesens im 9. Semester, ist im Bundesverband Deutscher Studentischer Unternehmensberatungen (BDSU) e.V. zuständig für die Qualitätssicherung von 27 Beratungen. Seit Februar 2006 bedient er sich dazu auch eines neues Mittels, der „Überraschungsbesuche“.
Nach einer Vorwarnzeit von wenigen Tagen kommt der Qualitätswächter vor Ort vorbei und durchleuchtet die einzelnen Beratungen.
Qualitätsmanagement in Studentischen Unternehmensberatungen
Die einzelnen Beratungen, das sind Studenteninitiativen an Deutschlands Hochschulen, in denen sich engagierte Studenten zusammengefunden haben, sich weiterbilden und durch Projektarbeit bereits während des Studiums enorme Praxiserfahrung sammeln. Dabei versteckt sich das Dienstleistungsprodukt selten hinter denen „konventioneller“ Beratungen. Hoch motiviert und unvoreingenommen gehen die „Berater aus dem Hörsaal“ gespickt mit aktuellem Hochschulwissen aktuelle Problemstellungen in der Wirtschaft an.
Schon jeher stand das Thema Qualitätsmanagement im BDSU an vorderster Front. Mindestens einmal im Jahr werden die Mitglieder des BDSU besucht, geprüft und bewertet. Maßstab dabei sind die umfangreichen an ISO 9000 angelehnten BDSU-QM-Richtlinien mit den Schwerpunkten Aus- und Weiterbildung, Projektarbeit und Vereinsführung. Pro Beratung sind dabei mit Vorab-Sichtung, Prüfungsgesprächen und Stichproben bis zu acht Stunden nötig. „Ein hoher Zeitaufwand“, so der QM-Wächter Pias, „aber daran sieht man auch, wie wichtig dem BDSU Qualität ist.“
Das Ergebnis ist nicht unwichtig, nur knapp bestandene Prüfungen oder nicht bestandene Audits führen zu Wiederholungsprüfungen, beginnen eine definierte „Eskalationskette“ und können mittelfristig sogar zum Ausschluss aus dem BDSU führen. „Das hört sich hart an, ist aber der einzig mögliche Weg, um Kunden und Unternehmen die Sicherheit zu geben, sich auf das Qualitätssiegel BDSU verlassen zu können.“
Aber was bewegt eine Studentische Unternehmensberatung, den Weg in den BDSU zu wählen, sich von einem Prüfer komplett durchleuchten zu lassen und selbst bei erfolgreicher Aufnahme jährliche Strapazen auf sich zu nehmen? Pias erklärt: „Das Konstrukt der Studentischen Unternehmensberatung ist geprägt von den Herausforderungen schwankender Nachfrage und hoher Mitarbeiter-Fluktuation.“ Um genau diesen auch langfristig gewachsen zu sein, ist der objektive kritische Prüfungsblick ein geeignetes Hilfsmittel. Sollten Schwachstellen vorhanden sein, werden diese meist bereits erkannt, bevor Ihre Folgen sichtbar werden. Und für die Beseitigung kann natürlich auf das unterstützende Netzwerk zurückgegriffen werden. Wissens- und Erfahrungsaustausch, die zweite Säule des BDSU, zeigt hier ihr enormes Potenzial.
„Im Endeffekt wollen wir ja durch die Prüfung auch nur helfen, so merkwürdig das auch klingt.“ erklärt Grit Burmeister vom Company Consulting Team (CCT) Berlin, die im Februar als Co-Prüfer tätig war. „Den Beratungen durch Aufdecken von Schwachstellen und den Kunden durch ein verlässliches Qualitätssiegel.“
Diese „Hilfe“ kann und wird allerdings zwangsmäßig verteilt, ob man will oder nicht. Einmal im Jahr mindestens, aber nun auch jederzeit. „Das ist schon eine neue interessante Atmosphäre, die ganz nebenbei das Qualitätsbewusstsein noch präsenter macht“, sagt Björn Lüpke, QM-Verantwortlicher in Braunschweig und schielt zu dem klingelnden Telefon. Doch es war nur ein Werbemittelhersteller. Diesmal…
BDSU: Qualitätssiegel und Dachverband
Neben dem Wissens- und Erfahrungsaustausches spielt das Qualitätsmanagement für die 27 BDSU-Beratungen eine bedeutende Rolle. Das strikte Reglement beginnt bereits bei der Aufnahme in den Verband: Übertrieben formuliert, kommt nicht jeder da rein. Die einzelne Beratung muss zunächst den von der Leistung und Professionalität überzeugen. Den großen Abschluss des obligatorischen Anwartschaftsjahr bildet eine umfangreiche Prüfung gemäß den BDSU-Qualitätsrichtlinien. Ist der Prüfer der Meinung, dass der Neuling diese erfüllt, kommt es zu intensiven Fragerunden und schließlich zur Abstimmung. Obwohl alle Beteiligten Studenten sind geht es dabei meistens hart zur Sache. „Und das ist auch gut so“, sagt Pias, der als QMl-Wächter unlängst dem BDSU-Neuling STUNT e.V. Bielefeld ein positives Attest ausstellte „sobald wir eine eher schwache Beratung aufnehmen, demontieren wir unsere eigene Marke.“
Einmal aufgenommen bedeutet dies aber keine Ruhe vor dem Auditor. Mindestens einmal im Jahr bekommt jede Beratung Besuch und wird auf Herz und Nieren geprüft, in diesem Jahr erstmals auch in Form von „Überraschungsbesuchen“. Bei dauerhafter Verfehlung ist auch ein Ausschluss aus dem BDSU nichts Unübliches.
Geprüft werden dabei Themen wie die Aus- und Weiterbildung der Mitglieder, z.B. vor der Aufnahme. „ Im BDSU kann davon ausgegangen werden, dass jeder Student vor Aufnahme bereits Inhalte wie Projektmanagement und Präsentationstechniken erlernt hat,“ erklärt Pias weiter, „denn ohne Pflichtschulungsbesuche darf niemand Mitglied werden.“ Lächelnd fügt er hinzu hinzu: „Und wenn das doch geschieht, dann finde ich das heraus.“
Auch durch weitere Anforderung an Vereinsführung, Projektbesetzung, Projektcontrolling bis hin zu Mitarbeiterzufriedenheitsanalysen soll sichergestellt werden, der Kunde bei der Arbeit mit einer BDSU-Beratung ein gutes Gefühl haben kann.











