(openPR) Programm des Balassi Instituts – Collegium Hungaricum Berlin (.CHB)
Das .CHB stellt auf der diesjährigen Leipziger Buchmesse am Ungarn-Stand des Balassi
Instituts etwa 50 Neuerscheinungen aus Ungarn vor. Einige Autoren sind wohlbekannte
Namen, andere debütieren mit ihren ersten deutschen Übersetzungen. Zu letzteren zählt
Ferenc Barnás, dessen Roman Der Neunte gerade im Nischen Verlag auf Deutsch erscheint
und auf der Leipziger Buchmesse in zwei Veranstaltungen des .CHB seine Buchpremiere
feiern wird. Die englische Übersetzung The Ninth wurde in den USA 2009 für den besten
ausländischen Roman (Three Percent) und 2010 für den International IMPAC Dublin Literary
Award nominiert. Ebenfalls Premiere feiert in zwei gemeinsamen Veranstaltungen des .CHB
und des Europa Verlags der Essayband Schäbiges Schmuckkästchen von Noémi Kiss. Den
Lesern des deutschen Feuilletons ist sie bereits bekannt als »neue Stimme, die im
Männergesangsverein der ungarischen Gegenwartsliteratur kaum mehr zu überhören ist«
(FAZ).
Ungarn-Stand des Balassi Instituts – Collegium Hungaricum Berlin (Halle 4 / E 402)
12.–15.03., täglich 10:00 – 18:00
DAS LESUNGSPROGRAMM:
13.03., 17:00 | Café Europa (Messegelände)
14.03., 21:00 | naTo [Eintritt frei]
LESUNG + GESPRÄCH Ferenc Barnás: Der Neunte
Ferenc Barnás´ Roman Der Neunte erzählt über eine Kindheit mit zehn Geschwistern im
kommunistischen Ungarn der sechziger Jahre – über Armut, Unschuld und Widerstand.
Während die Kádár-Ära viele zu Opportunisten machte, erzählt der neunjährige Held des
Romans – der Neunte unter den Geschwistern – vom unerbittlichen Überlebenskampf des
unbeugsamen Vaters, eines ehemaligen Offiziers, und der ihm gehorchenden zwölfköpfigen
Familie in größter Armut: sie hungern, es fehlt an Kleidung und Heizmaterial. Der Neunte
enthüllt das Gewebe seelischer und praktischer Gewalt mit einer verhaltenen Poesie. Durch
die distanzierte, fast gefühllose Sprache des Jungen, die mit der des Ich-Erzählers in Imre
Kertész’ Roman eines Schicksallosen oder auch des Protagonisten in György Dragománs Der
weiße König verglichen werden kann, erzielt Barnás eine Wirkung, die den Leser gefangen
nimmt und tief bewegt.
Der Autor Ferenc Barnás spricht über sein Buch mit dem Literaturkritiker Jörg Plath. Frank
Arnold, deutscher Hörbuch-Preisträger 2014 als „Bester Interpret“, liest die deutsche
Übersetzung.
Ferenc Barnás: Der Neunte (A kilencedik [Magveto 2006], Roman, aus dem Ung. von Eva Zádor, Nischen
Verlag 2015)
Veranstaltungen des .CHB in Zusammenarbeit mit dem Nischen Verlag. | www.ferencbarnas.hu
12.03., 18:00 | naTo [Eintritt frei]
14.03., 16:00 | Café Europa (Messegelände)
LESUNG + GESPRÄCH Noémi Kiss: Schäbiges Schmuckkästchen
Seit zehn Jahren sind sie stete Reiseziele von Noémi Kiss: Galizien und die Bukowina, die
ehemaligen Ränder des Habsburgerreiches, aber auch Siebenbürgen in Rumänien und die
Vojvodina in Serbien, ehemalige ungarische Gebiete. Diese Reisen, meist mit dem Bus über
Land, werden begleitet von Lektüreerfahrungen, vom alten Baedeker bis zu den Gedichten
Celans. Denn es gibt kein Reisen ohne Erinnerung. So entstehen faszinierende Streifzüge in
die Ambivalenz des Ostens Europas, zwischen der Zerbrechlichkeit stehengebliebener Zeiten
und dem Einbruch der Moderne. Die Aufmerksamkeit der Autorin holt den geschichtlichen
Glanz hinter der abgenutzten Kulisse hervor – als schäbiges Schmuckkästchen: verfallen und
schön zugleich, voll ungeahnter Schätze.
Die Autorin spricht mit dem Literaturkritiker Joachim Scholl, die Sprecherin und Kulturjournalistin
(MDR) Ellen Schweda liest die deutsche Übersetzung.
Noémi Kiss: Schäbiges Schmuckkästchen (Rongyos ékszerdoboz [Magveto 2009], Roman, aus dem
Ung. von Eva Zádor, Europa Verlag 2015)
Gemeinsame Veranstaltungen des .CHB und des Europa Verlags. | www.kissnoemi.hu
14.03., 17:00 | Halle 14 - Zentrum für zeitgenössische Kunst [Eintritt frei]
LAUTPOETISCHE PERFORMANCE Kinga Tóth & Michael Barthel: Es gilt das gesprochene Wort
Die Klangpoetin Kinga Tóth (1983) aus Ungarn und der Leipziger Sprachkünstler Michael
Barthel (1977) treffen erstmals aufeinander und präsentieren ihre neuesten Kompositionen
und Gedichte – ALL MACHINE (Tóth) und etwas wie etwa wars (Barthel), die „im Chor“ von
Mensch und Maschine vorgetragen werden und lautpoetische Klangwelten erzeugen.
Veranstaltung im Rahmen der Reihe westwärts - leipzig.liest.im.leipziger.westen. Eine Kooperation
zwischen HALLE 14 - Zentrum für zeitgenössische Kunst, der Akademie Schloss Solitude und dem .CHB
VERANSTALTUNGSORTE:
Café Europa: Messegelände, Halle 4 / E 401 (Messe-Allee 1, 04356 Leipzig)
naTo: Karl-Liebknecht-Straße 46, 04275 Leipzig
Halle 14 - Zentrum für zeitgenössische Kunst: Spinnereistr. 7, 04179, Leipzig (West)
? Presse-Kontakt: Corinna Erlebach,
? Presse-Kontakt auf der Messe: Jan-Gunnar Franke,
? Internetseite: www.hungaricum.de
? Presse-Downloads: www.hungaricum.de/de/presse/
Das Programm wird gefördert durch den Ungarischen Nationalen Kulturfonds. Mit Unterstützung des
Publishing Hungary Programms und des Hungarian Books and Translations Office.











