(openPR) In den nächsten Monaten wird hart gefochten: Gemeinsam mit den Tarifverhandlungen für die Beschäftigten der Länder starten auch die Verhandlungen für die Beschäftigten der sozialen Berufe. Deren Tarifvertrag ist nicht ausgelaufen, sondern wurde aufgekündigt, weil dringend eine Aufwertung der Arbeitsleistung nötig ist.
Seit dem 31.12.2014 sind Fakten geschaffen: Die bestehende Tarifgrundlage ist aufgekündigt, weil sie inhaltlich nicht mehr haltbar war. Geschehen müsste einiges im Sinne der Erzieher, Sozialpädagogen und Sozialarbeiter, denn die Anforderungen haben nicht vor den Kindergartentüren, integrativen Werkstätten und anderen Einrichtungen Halt gemacht. Schon jetzt zeichnet sich ab, dass der Streit um eine angemessene Entlohnung für die Mitarbeiter der sozialen Berufe, die durch die komba und im Deutscher Berufsverband für Soziale Arbeit (DBSH) vertreten werden, nicht einfach verlaufen wird.
Das, was den Beschäftigten die täglich für und mit Kindern im Einsatz sind abverlangt wird, wird zusehends mehr. "Die Tätigkeitsfelder haben sich in großem Maße verändert und sind umfangreicher und anspruchsvoller geworden", gibt Frank Meyers, Vorstandmitglied der Deutschen Beamtenbund-Jugend NRW (dbb jugend nrw) zu verstehen. Das habe sich bereits bei ersten Informationsveranstaltungen für Betroffene gezeigt, die die komba gewerkschaft nrw bereits im letzten Jahr veranstaltet hatte.
Dort machten die Erzieherinnen und Kinderpfleger darauf aufmerksam, dass viele Einrichtungen mittlerweile inklusiv arbeiten. Die zu betreuenden Kindern mit körperlichen oder geistigen Einschränkungen machen ein vollkommen anderes Arbeiten notwendig. Flächendeckend sind außerdem besondere Anforderungen und Belastungen durch die Betreuung kleinster Kinder in der sogenannten U3-Betreuung hinzugekommen. Verschiedenste Zusatzqualifikationen werden erworben. Eine Gehaltserhöhung hat es dafür aber in den letzten Jahren keine gegeben.
Hinzu komme, dass das Klientel nicht nur schwieriger, sondern viele Eltern auch beratungsresistenter geworden seien. Zu den allgemeinen Aufgaben seien aufwändige Dokumentationen hinzugekommen, die Arbeit werde immer schwieriger und geeignetes Fachpersonal immer weniger. Neben diesen Problemen, die sich in vielen Einrichtungen zeigen, drückt der Schuh jedoch auch an anderer Stelle. Aus diesem Grund will man an so genannten "Wertschätzungstagen", einer Veranstaltungsreihe des dbb und seiner Mitgliedsgewerkschaften, erneut mit den Betroffenen ins Gespräch kommen und dann unter anderem die von der Bundestarifkommission im Dezember 2014 beschlossenen Eckpunkte mit den Mitgliedern diskutieren. "Damit wollen wir sicherstellen, dass bei den Tarifverhandlungen ein passgenaues Gesamtpaket erstritten wird", sagt Frank Meyers.
Nach ersten Wertschätzungstagen in Weiden und Frankenthal sollen auch andernorts die Probleme zusammengetragen werden. Am Dienstag, 27. Januar in Aachen und am Mittwoch, 4. Februar in Mönchengladbach.


















