(openPR) Rosenheim, 13. April 2006 - Das Verkehrs- und Transportgewerbe verzeichnete im zurückliegenden Jahr wieder einen Insolvenzanstieg mit einem Plus von 1,9%. Meldeten 2004 noch 2.138 Betriebe Insolvenz an, so stieg die Zahl der Unternehmensinsolvenzen 2005 auf 2.179. Der Blick in die einzelnen Sparten zeigt ein differenziertes Bild; die Hauptsparten Landverkehr und Hilfs- und Nebentätigkeiten für den Verkehr verzeichneten mit 2% und 2,4% den höchsten Zuwachs, wogegen die Schiff- und Luftfahrt mit einem Rückgang von Minus 5,9% und 50% eine Trendwende vollzogen. Bei dem zur Sparte Hilfs- und Nebentätigkeiten für den Verkehr zählenden Wirtschaftszweig Speditionen und sonstige Verkehrsmittlung nahm die Zahl der insolventen Betriebe mit 3,4% auf 702 im zurückliegenden Jahr am deutlichsten zu. Die Gründe für den Insolvenzanstieg sind vielfältig; die am 1. Mai 2004 vollzogene EU-Osterweiterung hat den Wettbewerb für den Binnen- und den Grenzverkehr verschärft. Erhebliche Unterschiede bei den Arbeitskosten und dem Faktor Personal verstärken in Verbindung mit den niedrigeren Mineralölsteuern den Kostendruck. Deutsche Speditions- und Logistikunternehmen verloren denn auch in den zwei zurückliegenden Jahren weiter Marktanteile gegenüber den ausländischen Transporteuren. Mit dem Entscheid des Bundesfinanzministers im September 2005, Lkw Tanks ohne Mengenbeschränkung zollfrei aus Drittstaaten nach Deutschland einreisen zu lassen, dürfte sich die dargestellte Problematik noch zuspitzen.
Der D&B Index der vereinbarungsgemäßen Zahlungen kündigte als Frühindikator den Insolvenzanstieg an und verdeutlicht die dargestellten Probleme im Transportgewerbe; im Jahresverlauf sank der Anteil der pünktlichen Zahlungen um 4,67%. Die höheren Kosten aus dem Dieselpreisanstieg belasteten die Ertragslage und senkten die Liquidität. Die Folgen dieser Entwicklung zeigen sich im Zahlungsverhalten und mit einem zeitlichen Verzug in den Insolvenzzahlen.
D&B und DLM erwarten 2006 ein unverändert hohes Insolvenzrisiko. Ein weiterer Anstieg der Dieselpreise dürfte eine neuerliche Insolvenzwelle nach sich ziehen, da die Wettbewerbsnachteile der deutschen Spediteure im Vergleich mit ihren ausländischen Konkurrenten schon in den zurückliegenden Jahren die Eigenkapitaldecke schmälerten und viele Betriebe an den Rand ihrer Existenz brachten. Mittelfristig könnte nur ein Strukturwandel innerhalb der Branche mit der Spezialisierung auf qualitativ hochwerte Speditions- und Logistikdienstleistungen sowie eine EU weite Harmonisierung bei der Maut und den Mineralölsteuern für Entspannung sorgen. Ansonsten drohen dem Standort Deutschland nebst einer neuen Insolvenzwelle ein weiterer Arbeitsplatzverlust und eine Abwanderung in die neuen EU-Länder.
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