(openPR) LIEBENAU/BERLIN – Auf Einladung von Verena Bentele, der Beauftragten der Bundesregierung für die Belange von Menschen mit Behinderung, reisten Anfang Dezember 43 Personen der St. Gallus-Hilfe (Stiftung Liebenau) und der Zieglerschen nach Berlin. Am Tag der Menschen mit Behinderung trafen sie Verena Bentele zu einem kurzen Austausch im Reichstagsgebäude. Für die Besucher hatte Berlin außer Politik noch jede Menge mehr zu bieten.
Zeit für die Gäste aus dem Süden
Verena Bentele hat bei einem Besuch der Stiftung Liebenau kurz nach ihrer Berufung zur Beauftragten für die Belange von Menschen mit Behinderung nach Berlin eingeladen. Der Besuch im Reichstagsgebäude war ein Höhepunkt der Reise. Verena Bentele nahm sich trotz ihres engen Tagesplans Zeit, die Gäste aus dem Süden zu begrüßen und ein paar Worte an sie zu richten. Die Begegnung hatte einen hohen symbolischen Charakter: Sie fand am 3. Dezember statt, dem Internationalen Tag der Menschen mit Behinderung. Einige der Berlin-Besucher mit Behinderung waren darüber erstaunt, dass auch Verena Bentele Unterstützung durch eine Assistenzkraft benötigt. Eine Gebärdendolmetscherin übersetzte das Gespräch für gehörlose Teilnehmer.
Es braucht kreative Lösungen
Trotz begrenzter Zeit, ging die Behindertenbeauftragte etwa auf das Thema Arbeit für Menschen mit Behinderung ein. Sie bekräftigte, dass man Werkstätten für Menschen mit Behinderung auch weiterhin brauchen wird. Jeder Mensch solle die Unterstützung bekommen, die für ihn wichtig ist. Aber es müsse auch eine Öffnung der Werkstätten nach außen geben. Es brauche immer kreative Lösungen, um jemandem das zu ermöglichen, was gut für ihn ist. Sprich: Die Tür Richtung allgemeiner Arbeitsmarkt muss offen stehen.
Inmitten der Gesellschaft
Im Anschluss an das Treffen hörten die Gäste einen Vortrag beim Bundesministerium für Arbeit und Soziales und erfuhren bei einer Präsentation, wie sich der Begriff der Behinderung im Laufe der Zeit verändert hat. Dargestellt wurde auch der Wandel der pädagogischen Begleitung und der gesellschaftlichen Haltung zu Behinderung: vom früheren Fürsorgegedanken bis zur UN-Behindertenrechtskonvention, die heutzutage die Basis darstellt, Menschen mit Behinderung ein selbstbestimmtes Leben inmitten der Gesellschaft zu ermöglichen.
Spannende Aktivitäten
Die Größe der Stadt, die ausladende Architektur, die leuchtende Glitzerwelt: Wie beeindruckt die Reisenden der St. Gallus-Hilfe von der Bundeshauptstadt waren, lässt sich anhand verschiedener Aussagen erahnen. "Den Blick durchs Brandenburger Tor werde ich nie vergessen", beschrieb ein Teilnehmer. Oder: "Ich war überrascht, wie viele Abgeordnete im Bundestag sind." Manche Aussagen waren sehr persönlich. "Meine Mama war politisch aktiv. Sie wollte mit mir nach Berlin reisen. Sie ist aber vorher gestorben", schilderte ein Beschäftigter der Gallus-Werkstatt. "Jetzt hat es doch noch geklappt", freute er sich.
Überall willkommen
Auf dem Programm stand unter anderem der Besuch der Erlebnisausstellung "The Story of Berlin" – Die Geschichte von Berlin –, eine Stadtrundfahrt, das Museum für Film und Fernsehen und die Ausstellung "Alltag in der DDR". Auch die Besichtigung der Atomschutzbunker war für viele ein eindrückliches Erlebnis. Viele waren verblüfft, wie 3 500 Personen in den engen Räumen unterkommen können. Zwei Teilnehmer mit einer Behinderung kamen das erste Mal in den Genuss, U-Bahn zu fahren. Voller Spannung und Vorfreude tauchten sie ab in das unterirdische Verkehrsnetz. Ein Berlin-Besucher zog das Resümee: "Ich war überrascht, dass wir überall so willkommen waren."
Weitere Infos zur St. Gallus-Hilfe der Stiftung Liebenau finden Sie unter www.st.gallus-hilfe.de










