(openPR) Mihai Grecu & Dirk Eicken
APOCALYPSE
10. November 2014 – 30. Januar 2015
In welcher Form kann Kunst zu gesellschaftspolitischen Ereignissen Stellung beziehen?
Mihai Grecu und Dirk Eicken tun dies in unterschiedlicher Weise.
Mihai Grecu, der 1981 in Rumänien in ein politisches Repressionssystem hineingeboren wurde, hat aus der Verknüpfung seiner real erlebten mit der aus der Ferne erfahrenen Gewalt ein dichtes Video geschaffen. In den Filmsequenzen von „We’ll become oil“ beschreibt er eine apokalyptische Endzeitstimmung. Die Ambivalenz von direkter und indirekter Betroffenheit und Bedrohung von Gewalt, ihr rituelles Sich-Feiern, ihre selbstzerstörerischen Tendenzen und ihre rücksichtslosen Vernichtungswillen treffen gleichzeitig auf die Schönheit, die dem Prozess der Zerstörung innewohnen kann.
Zuerst simuliert Grecu das Ritual von umeinander kreisenden Kampfhubschraubern, die sich schließlich selbst zerstören und nimmt uns dann mit auf einen Schwebeflug um den Erdball, der schließlich zu Ölquellen führt, die sich in einem völlig entfesselten und aus der Kontrolle geratenen Feuer verzehren und unseren gesamten Globus in die Selbstvernichtung treiben.
Dirk Eicken setzt sich in seiner Bildserie „Iran 1953“ mit Ereignissen auseinander, die zwar weit zurückliegen, auf verblüffende Weise aber die heutigen Auseinandersetzungen im arabischen Raum spiegeln. Damals entzündete sich der gesellschaftspolitische Konflikt an der Verstaatlichung der Ölindustrie. Seine Bilder basieren auf photographischem Pressematerial, das die politische und menschliche Bewegtheit dieser Ereignisse auf eine distanzierte Weise ins Bild stellt. Eickens Malerei verschärft die menschliche Dimension. Es geht in ihnen nicht mehr nur um die Dokumentation einzelner Szenen, sondern um die prototypischen Stadien eines politischen Protestes. Eicken thematisiert die Bewegtheit der Gesamtsituation und lädt diese mittels seiner subtilen Farbregie, die die Ereignisse in ein Zwielicht aus historischem Schwarz-Weiß und gleichzeitig farblicher Aktualität und Emotionalität setzt, so auf, dass wir selbst uns in die Ereignisse hinein gezogen fühlen.
Dirk Eicken (*1959) lebt und arbeitet in Berlin. EA u.a.: 2014 DIE MAGIE DES ENTSCHWINDENS Hengesnach Gallery, Wuppertal (D), 2013 DA ZWISCHEN Hengesbach Gallery, Berlin (D), 2012 ACHTZEHN UNBEKANNTE GESICHTER Kunstraum Hengesbach, Wuppertal (D). 2011 WORKS 2009 – 2011 Hengesbach Gallery, Berlin (D), 2008 Kunstraum Hengesbach, Wuppertal (D), Galerie Rolf Hengesbach, Köln (D); GA u.a.: 2012 20 YEARS Hengesbach Gallery, Berlin (D), 2010 PUSHING MORE PICTURES Hengesbach Gallery, Berlin (D), 2009 PUSHING PICTURES Hengesbach Gallery, Berlin (D), 1994 4 POSITIONEN IM LICHTHOF VON SIEMENS, Berlin (D), 1993 Galerie Biskaia, Bilbao (ES), Haus am Lützowplatz, Berlin (D), OUT OF PLACE, Europäische Künstler im Bunker am Anhalter Bahnhof, Berlin (D), 1992 Kunstforum Berlin, VON MENSCHEN HAND Umweltbundesamt Berlin (D), MAUER IM KOPF Kunstwerke, Berlin (D), BILBAO – SAN SEBATIAN – BERLN Künstlerbahnhof Westend, Berlin (D); 1980-86 Universität der Künste Berlin (Bachmann, Gerz, Kudielka, Schnebel). Preise und Stipendien: 1992-93 Karl-Hofer-Stipendium, art and change grant, San Sebastian (ES)
Mihai Grecu (*1981) lebt und arbeitet in Paris und Roubaix (F). EA u.a.: 2014 LOOP Barcelona (E), 2013 MOVING IMAGE ART FAIR, New York (USA), 2011 WE‘LL BECOME OIL, Hengesbach Gallery, Berlin (D), 2008 Gallery Art Claims Impulse, Berlin (D), 2006 LABYRINTH OF MY MIND, Le Cube, Issy-les-Moulineaux (F); GA u.a.: 2013 ACCUMULATIONS, Galerie Sherin Najjar, Berlin (D), Z-LAND, Hengesbach Gallery, Berlin (D), 2012 20 YEARS, Hengesbach Gallery, Berlin (D), 2011 Videoformes Festival, Clermont-Ferrand (F), International Media Art Biennale, WRO Art Center, Breslau (POL), 2010 UNSICHTBARE SCHATTEN, BILDER DER VERUNSICHERUNG, Marta Herford (D), 2009 VIDEONALE 12, Festival für zeitgenössische Videokunst, Kunstmuseum Bonn (D), 2008 DANS LA NUIT, DES IMAGES, Grand Palais, Paris (F), 2007 SOUS INFLUENCES, Galerie Magda Danysz, Paris / ADN Galeria, Barcelona (ES), 2006 ORPAILLE, collaboration with the Orpaille collective, Maison Rouge, Paris (F). 2003 Licence University of Art and Design, Cluj-Napoca (RO), 2004 National Diploma of Fine Arts der Ecole Supérieure des Arts Décoratifs Strasbourg (F), 2006 DNSEP Ecole Supérieure des Arts Décoratifs de Strasbourg (F); Preise und Stipendien: 2012 Prix ARTE Creative für GLUCOSE, Festival Coté Court Pantin, TAMPERE INTERNATIONAL FILM FESTIVAL (FI), Award Best Animation for WE‘LL BECOME OIL, 2010 SCAM, Paris Best Digital Art Work, 2008 Oslo Screen Festival, Oslo, Best Video Award für COAGULATE, forward - International Video Festival Volgograd (RUS) 1.Price.













