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Arbeitsplätze in Zeiten der Energiewende: Jobmotor oder Jobkiller?

10.12.201419:55 UhrEnergie & Umwelt

(openPR) Jahrelang wurde die Energiewende als neue Antriebsquelle für die Konjunktur gefeiert. Mittlerweile zeigt sich, dass das prophezeite Jobwunder ausbleiben könnte. Zahlreiche Arbeitsplätze fallen durch den Systemwechsel in der Energieversorgung weg, wie viele im Gegensatz dazu tatsächlich entstehen bleibt ungewiss.



Befürworter der Energiewende führen als positiven Nebeneffekt des kostenreichen Generationenprojekts gerne die großen Chancen auf dem Arbeitsmarkt an, die der Systemwechsel von konventioneller auf erneuerbare Energieproduktion mit sich bringe. Noch vor einem Jahr zogen die GRÜNEN mit der Parole in den Wahlkampf, die Energiewende schaffe eine Millionen neue Arbeitsplätze. Doch langsam kommen Zweifel an diesen Versprechen auf. Nicht nur, dass der Boom der Solarbranche ein herbes Ende gefunden hat, mittlerweile dringt die Erkenntnis durch, dass durch das Abschalten von Atom- und Kohlekraftwerken viele bereits bestehende Arbeitsplätze bedroht sind. Tragisch ist, dass vor allem Hilfsarbeiter und Geringqualifizierte das Nachsehen haben werden - die Zukunft gehört Ingenieuren und Technikern.

Das Ende von Kohle und Nuklearenergie fordert Tribut: Tausende Arbeitsplätze gehen verloren

Während vor 50 Jahren der unendliche Bedarf nach Arbeitskräften in der Bergbau- und Kohleindustrie nur mit Hilfe von Arbeitsmigranten gedeckt werden konnte, wird heute immer stärker deutlich, dass die goldenen Zeiten der Kohlekonzerne längst vorbei sind. Die vier deutschen Energieriesen, RWE, E.on, Vattenfall und EnBW, deren Kerngeschäft noch immer erheblich auf dem schwarzen Gold beruht, schreiben seit Jahren rote Zahlen. Die kränkelnden Konzerne sind zu harten Sparprogrammen gezwungen, massiver Stellenabbau inklusive.

Weitaus mehr Arbeitsplätze drohen jedoch durch den 2011 unerwartet verordneten Atomausstieg wegzufallen. Rund 35 000 Jobs hängen direkt an der Atomenergie. Die scheidenden Atomkraftwerke sind wichtige wirtschaftliche Pfeiler und Auftraggeber für Handwerk und Industrie in ihrer Region. Geringer Trost hierbei mag für die Betroffenen das schleichende Prozedere sein. Selbst nach der vollständigen Abschaltung bleiben einige Jobs vorübergehend erhalten, da es fünf Jahre dauert bis die Brennstäbe vollständig ausgekühlt sind. Erst danach kann der Rückbau der Kraftwerke beginnen, der weitere zehn Jahre Arbeit für gut ausgebildete Mitarbeiter und Spezialisten bedeutet.

Der Boom der Solar-Energie bröckelt

Die verheißungsvollen Vorhersagen für den Arbeitsmarkt im Zusammenhang mit der Energiewende stammen vor allem aus Politik und Wirtschaft und beziehen sich insbesondere auf die erneuerbaren Energien. Industrie- und Handwerksbetriebe sowie Dienstleister können durch die Umstellung im Energiesektor einen hohen Bedarf an Arbeitskräften vermelden. Von der Herstellung neuer Anlagen über Wartung bis zu Vertrieb und Beratung entsteht eine Vielzahl an Arbeitsplätzen. Doch die Branche steckt noch in den Kinderschuhen, zum jetzigen Zeitpunkt kann keiner mit Gewissheit sagen, wie groß das Kind tatsächlich werden wird. Zu viele Einflussfaktoren sind noch nicht absehbar. Bestes Beispiel für die unsichere Zukunft ist die deutsche Solarbranche, die nach einem jahrelangen Boom an der billigen Konkurrenz aus Fernost zu scheitern droht. Noch 2011 ging das Forschungsinstitut von 22.000 Vollzeitarbeitsplätzen in der Photovoltaikproduktion aus. „Diese Zahl dürfte sich nach unseren Schätzungen inzwischen beinahe halbiert haben“, räumt der Bundesverband der Solarwirtschaft gegenüber der FAZ ein. Andere Studien sprechen gar von lediglich 5000 Beschäftigten.

Windenergie der neue Hoffnungsträger für den Arbeitsmarkt

Die Hoffnungen ruhen trotz aktuell stagnierender Wirtschaftsdaten weiterhin auf dem Bereich der Windenergie. Aufgrund der Größe der Anlagenteile ist die heimische Produktion sinnvoller als der Import aus Billiglohnländern, vor allem in Norddeutschland entstehen bei der aufwändigen Installation von Offshore-Parks viele Jobs. Auch der fachlich anspruchsvolle Betrieb der Windparks und deren aufwändige Wartung schaffen langfristige Arbeitsplätze. Im Gegensatz zur Photovoltaik liegen für Windenergie und Biomasse jedoch keine genauen Zahlen vor. Hochrechnungen, die auch weitreichende Beschäftigungseffekte für Handwerk und Dienstleister einbeziehen, kommen im Auftrag der Bundesministerien auf derzeit rund 370 000 Vollzeitbeschäftigte. Von einer Million ist das noch lange entfernt.

Die große Frage: Kann die Branche der erneuerbaren Energien das Arbeitsplatz-Defizit ausgleichen?

Derzeit fehlt es insbesondere an einer Saldenbetrachtung, die Arbeitsplatzverluste gegen neu entstehende Jobs aufrechnet. Professor Manuel Frondel gibt sich wenig optimistisch hinsichtlich der Frage, ob neu entstehende Arbeitsplätze die Entlassungen in konventionellen Energiebetrieben auffangen können: „Diese Skepsis resultiert aus der Befürchtung, dass viele dieser Arbeitsplätze wegfallen könnten, sobald die Subventionierung der erneuerbaren Energien eingeschränkt wird.“ Entscheidend werden hier vor allem die Maßnahmen des Bundestages sein.

Gute Aussichten auf Arbeitsplätze – für Akademiker und Techniker

Bei aller Unklarheit scheint eines jedoch gewiss: Die Strukturverschiebung am Arbeitsmarkt wird sich auch in der Energiewirtschaft durchsetzen. Einfache Tätigkeiten werden zusehends überflüssig oder von Maschinen übernommen werden, die neuen Arbeitsplätze werden in erster Linie hochqualifizierte Arbeitskräfte verlangen. Vor allem Ingenieure, Elektro- und Informationstechniker werden im Zeitalter der erneuerbaren Energien gefragt sein. Allerdings sollten auch diese Facharbeiter breit aufgestellt sein, da der Energiemarkt mit seiner Vielschichtigkeit und Unvorhersehbarkeit in den Jahren der Umstrukturierung viel Flexibilität von allen Beteiligten fordern wird.

Quellen:
Spiel
FAZ
FAZ
Audimax
Focus
Elektrititätswerk Schönau

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