(openPR) Kritik und Krise #3: Ornament der Brüderlichkeit
Presszó Tangó Libidó
Vernissage: 19:00 mit der Kuratorin Kata Krasznahorkai
in Anwesenheit der Künstler Tamás Komoróczky und Imre Lepsényi
Konzert: 19:30 Presszó Tangó Libidó [Restaurant Budapest Calling im .CHB]
? Presse-Kontakt: Corinna Erlebach |
? Presse-Downloads: www.hungaricum.de/index.php/de/presse
? Laufzeit der Ausstellung: 14.11.2014 – 18.01.2015 | www.kritikundkrise.de
"Komm Liebe, denn es gibt hier keine Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit“ - singt die junge ungarische Kult-Band Presszó Tangó Libidó.
Die Ausstellung Ornament der Brüderlichkeit folgt Spuren, die die unterschiedlichen Konzepte der Brüderlichkeit in Osteuropa hinterlassen haben. Jenseits von politischen und ideologischen Ansätzen wird anhand von künstlerischen Arbeiten, Musik und wissenschaftlichen Beiträgen gefragt, ob und welches ornamentale System bei der Visualisierung dieses schwer greifbaren Themas erkennbar wird. Hierbei wird Ornament erstmals fokussiert nicht nur als visuelles, sondern auch als auditives Medium präsentiert: auf beiden Ebenen wird aufgezeigt, was geblieben ist von der Familie, der Nation oder dem Blut als symbolischem Material der Brüderlichkeit. Im Ungarischen ist Brüderlichkeit eine – genderneutrale – Wortzusammen-setzung aus Körper-Blut (test-vériség). Dabei ist das Blut das Material und der Körper der Bezugs- und Ankerpunkt der Zusammengehörigkeit.
Die Ausstellung zeigt Werke von mittlerweile renommierten osteuropäischen Künstlern aus den 1990er Jahre, wie Dan Perjovschis Romania Tattoo und Removing Romania (1993/2003), Katarzyna Kozyras Blood Ties (1995) sowie Draculaland 5 (1994) von subReal. Tamás Komoróczky gibt visuellen Sprachunterricht, Imre Lepsényi definiert das Piktogramm neu und konstruiert sein Royal Flush der Fraternité und der junge ungarische Künstler István Máriás aka Pista Horror zeichnet Sci-Fi- und Horror-Comics, um auf ironische Weise fest geglaubte Werte und Mythen der Zusammengehörigkeit zu hinterfragen – von der Nation bis zur Familie.
In einem audiovisuellen Bereich wird die Tonspur der Brüderlichkeit, Solidarität und Zusammen¬gehörigkeit am Beispiel Ungarns aufgegriffen – so in Songs von Presszó Tangó Libidó, Kiscsillag, DopeMan, Laura Wilde, NatáLia Bálint oder Péter Geszti. Denn sei es Rap, Ska, Operette, Schlager oder Indie Pop: alle Generationen mit den unterschiedlichsten Hintergründen fragen sich: gehen oder bleiben? Was hält uns zusammen, wie verhalten wir uns solidarisch, was ist noch übrig von „Blood Ties“?
“It's revolution, it's poesis, it's faith and it's rock and roll from the convulsive heart of Central Europe, it's punk, it's ska, it's alternative, call it anyway, it will make you dance and feel free..." – Das Live-Erlebnis des Ornaments bietet zur Vernissage die fünfköpfige Budapester Rock & Ska Band Presszó Tangó Libidó mit Gitarre, Trompete, Akkordeon, Bass, Schlagzeug und Gesang.
Und ab Ende November: KUNST-LABOR für KINDER auf Deutsch und Ungarisch! Wir reiten auf einem roten Pferd Begriffe entlang wie: Identität, Familie, Freundschaft, Zuhause. Einzel- oder Gruppenanmeldungen unter:
Ornament der Brüderlichkeit ist Teil der Programmreihe Kritik und Krise, die in Kooperation mit dem Deutschen Historischem Museum über drei Jahre erarbeitet wird. Kritik und Krise hinterfragt die letzten vermeintlich gemeinsamen Nenner europäischer Krisenphilosophie, die bis heute gültige Basis demokratischer Ordnung: Liberté, Égalité, Fraternité Nach den Ausstellungen über Freiheit (2012) und Gleichheit (2013) folgt nun die letzte Ausstellung der 3-jährigen Reihe Kritik und Krise mit Ornament der Brüderlichkeit. Ziel der dreijährigen Veranstaltungsreihe des .CHB ist es, diese Grundprinzipien europäischer Zusammengehörigkeit auf das aktuelle Selbstverständnis hin zu überprüfen. Wir fragen kritisch in der Krise über die Krise, nach der Krise.
? Ort der Ausstellung: Situation Room @ .CHB [1. Etage] | Dorotheenstr. 12, 10117 Berlin
? Öffnungszeiten und Eintritt: Mo–Fr 10:00–19:00, Sa+So 14:00–19:00, Eintritt frei
Bitte beachten Sie die Weihnachts-Schließzeit ab dem 20.12.2014 bis04.01.2015
















