(openPR) Robotergestützte Operationen und neue Medikamente revolutionieren die Behandlung
Inkontinenz ist ein weit verbreitetes Problem: Jede vierte Frau und jeder achte Mann in Deutschland ist heute davon betroffen. Zu Gründungszeiten der Deutschen Kontinenz Gesellschaft wurde Inkontinenz jedoch nur als Befindlichkeitsstörung mit sozialen und hygienischen Problemen, nicht aber als Krankheit betrachtet.
Die verheerende Konsequenz dieser Betrachtungsweise war, dass die Krankenkassen die Kosten für entsprechende Hilfsmittel nicht übernahmen. Um diesen Notstand zu beseitigen, wurde 1987 die Deutsche Kontinenz Gesellschaft („Gesellschaft für Inkontinenzhilfe e.V.“) gegründet.
Durch die Einführung der Urodynamik in die urologische Routine-Diagnostik in den 70er-Jahren war eine differenziertere Diagnostik möglich geworden. Die Anerkennung der Inkontinenz als Krankheit durch das Bundessozialgericht im Frühjahr 1990 war ein wichtiger Schritt.
Heute steht uns eine große Zahl neuer, diagnostischer Möglichkeiten zur Verfügung, beispielsweise der Einsatz der Perineal- und Vaginalsonographie bei der Frau, die MRT-Diagnostik des Beckenbodens und insbesondere die Defäkographie bei Harn- und Stuhlinkontinenz. Auch technische Verbesserungen videourodynamischer Einheiten begünstigen deren Einsatz in der klinischen Routine zur Differentialdiagnostik der zugrundeliegenden Fehlfunktion von Harntrakt und Beckenboden. Ebenso wurden die OP-Methoden weiter verbessert.
Invasive chirurgische Verfahren wie Blasenaugmentation oder gar Blasenersatz finden heute kaum mehr Anwendung, weil bei der bislang medikamentös nicht beherrschbaren und insbesondere neurogenen Überaktivität der Harnblase (früher benannt Reflexblase) neueste Medikamente wie die dritte Generation der Anticholinergika, die aktuellen Beta3-Agonisten und, besonders hervorzuheben, Botox sehr erfolgreich eingesetzt werden. Auch zu nennen ist die Vielfalt an unterschiedlichen Bändern und Netzen zur Therapie der männlichen und weiblichen Harninkontinenz. Doch auch bei diesen neuen Verfahren ist Vorsicht geboten, siehe Diskussion um Netzoperationen im Bereich der Prolaps-Chirurgie bei der Frau.
Die Entwicklung neuer und ergänzender sowie verbessernder Therapieverfahren ist noch längst nicht am Ende, sie hat womöglich gerade erst begonnen. Ein typisches Beispiel ist die minimalinvasive Chirurgie, die derzeit durch die 3D-Laparoskopie einen regelrechten Push erfährt und ebenso die roboterassistierte Chirurgie, deren Einsatz im Rahmen der Prolaps-Operation nur durch die noch deutlich über den diagnosebezogenen Fallgruppen (Diagnosis Related Groups, kurz DRG) liegenden Kosten gebremst wird. Bei einer immer älter werdenden Gesellschaft ist jedoch absehbar, dass die offene Chirurgie auch oder gerade in Bezug auf die Therapie der Harn- und Stuhlinkontinenz durch die minimalinvasiven OP-Verfahren vollständig verdrängt wird.
Die Deutsche Kontinenz Gesellschaft begleitet diese Forschung, ist Motor für den fachlichen Austausch und verliert auch als wissenschaftliche Fachgesellschaft die Interessen der Betroffenen nicht aus den Augen. Der Jahreskongress bietet dafür wie immer den passenden Rahmen.
Die Pressekonferenz anlässlich des Jahreskongresses, zu der wir alle Medienvertreter herzlich einladen, findet statt am:
Freitag, 14. November 2014, 11.30 – 12.30 Uhr
Raum „Illusion 2“, 2. OG
Congress Center Messe Frankfurt
Ludwig-Erhard-Anlage 1, 60327 Frankfurt am Main
Hinweis: Redakteure können auch erstmals per Webkonferenz teilnehmen!









