(openPR) The Venue of P. II
Ausstellung vom 06.11. bis 06.12.2014 in Hamburg
‚Arbeiten auf Papier’ ist das Thema der Gruppenausstellung, die Heinz • Kramer im November in ihren Räumen in der Neustadt präsentiert. Acht Künstler zeigen ein Spektrum, das von klassischer Zeichnung, Malerei und Tuschmalerei bis zu Collage und konzeptuellen Arbeiten reicht. Gelegentlich - wenn folgerichtig in der Weiterentwicklung einer Werkgruppe - wird kurzfristig sogar auch die Materialvorgabe ignoriert.
Fernando de Brito (*1956 in Portugal) schichtet in seinen Zeichnungen jeweils zwei Liniengeflechte mit ausfransender, textiler Struktur partiell übereinander. Über ein größeres farbiges Rechteck legt sich ein quadratisches zweites schwarzes oder weißes Geflecht - eine Art Colour Field ‚Drawing’, bei dem sich die beiden Farbfelder in der Überlappung mehr oder weniger stark durchdringen.
Zwei bis drei dünne Farbschichten genügen auch Esther Naused (*1960 in Hamburg) für ihre Tuschearbeiten. Es entstehen stark räumliche Durchblicke, Spiegelungen, Horizonte, fließende Oberflächen oder feste Strukturen. Mal sind es dynamische Formationen, mal stille, fast sanfte Kompositionen. Das Licht spielt stets eine entscheidende Rolle.
Auch Virginie Mosseé(*1977 in Frankreich) arbeitet in der Serie „Sternbilder. Wie Du Dir, so ich mir“ mit zwei Ebenen: einem farbfotocopierten Medienbild und einem darüberliegenden weißen Papier mit sternförmigem Ausschnitt. Der Blick auf das darunterliegende Bild wird auf diese Weise stark irritiert. Es stellen sich Fragen nach der Substanzialität der Wahrnehmung, nach Authentizität eines Bildes und seiner Dechiffrierung.
In teils alogisch konstruierte, gezeichnete Raumgebilde collagiert Jens Hanke (*1966 in Eilenburg) exakt in die Leerformen eingepasste, bemalte Papiere. Die schlichte Linienführung der Zeichnung begegnet in spannungsreichem Kontrast und dennoch harmonischer Einheit den komplexen Texturen der gemalten Versatzstücke.
Lars Eckert (*1958 in Braunschweig) beschränkt sich in seinen eher grautonigen Zeichnungen darauf, ein bestimmtes Detail mit einer Farbe hervorzuheben. Dieser vermeintliche Fokus verrätselt jedoch mehr als er tatsächlich erhellt. Und so bleibt die stark reduzierte Erzählunge letztlich für die verschiedensten Deutungen offen und belässt den Betrachter auf unsicherem Terrain.
Unsicheres Terrain betritt man auch in Patricia Hucks (*1982 in Bremen) mit dichtem Bleistiftstrich ausgeführten Zeichnungen. Zunächst scheinbar harmlos daherkommend, stellt sich beim längeren Betrachten ihrer Arbeiten ein gewisses Unbehagen ein. Die Dinge scheinen ein geheimnisvolles Eigenleben zu bekommen, ohne dass man dies tatsächlich spezifizieren könnte.
Astrid Köppes (*1974 in Köthen / Anhalt) Zeichnungen resultieren aus alltäglich Beobachtetem – nur identifizieren können wir es nicht. Köppe extrahiert, übertreibt oder reduziert, vergrößert oder minimiert. Bereits im Prozess der Wahrnehmung formt sie vor ihrem inneren Auge eine Essenz, welche die Schönheit und Besonderheit des Gegenstandes heraushebt und kleinste Details wie Preziosen behandelt.
Die Zeichnungen von José Carlos Izquierdo (*1985 in Elche / Elx, Spanien) entspringen der reinen Phantasie. Meisterhaft spielt der Künstler mit futuristischer Fiktion, comichafter Reduktion und surrealen Bildmomenten. In seinen neusten Arbeiten der Reihe „Transition Towns“ verbinden sich - meist gehalten von einem architektonischen Rahmen - viele kleine chaotische Erzählfragmente zu einer Bildwelt, aber zu keiner dechiffrierbaren Geschichte.













