(openPR) Nach einer intensiven Ausstellungsreihe am Standort in der Markgrafenstrasse im Juni und Juli 2014 bezieht die "Idling Gallery" ab Ende Oktober in der Scharnweberstrasse 56 in Berlin Friedrichshain ihr neues, permanentes Domizil. Zu diesem Anlass findet am 31.Oktober 2014 um 19 Uhr die von Ann Schomburg und Sascha Boldt organisierte one night only Preopeningausstellung "HELLØWEEN" statt.
70 etablierte und aufstrebende Künstlerinnen und Künstler wurden eingeladen sich im Kontext zwischen Halloween, Reformationstag und einem gleitenden Übergang zu Allerheiligen mit der Kultur und Bildsprache sowie den Mythen und Bräuchen dieser Feiertage auseinanderzusetzen.
Zu sehen sind unter anderem Arbeiten von Prof. Heike Kati Barath, Olivia Berckemeyer ("Schickeria" Berlin), Prof. Thaddäus Hüppi, Catherine Lorent (Luxemburgischer Pavillon der Biennale in Venedig 2013), Lin May Saeed (Documenta 2012), Marcus Sendlinger (Aktuell: Kunstverein Heppenheim), Vadim Zakharov (Russischer Pavillon der Biennale in Venedig 2013) und vielen anderen Protagonisten der berliner Kunstszene.
Wie lassen sich "High Art" und Volksnähe verbinden und hat der allseits beschriehene Elfenbeinturm der jungen Kunstszene auch einmal Tag der offenen Tür? Ist Kunst eine Religion, Dekoration, sold out oder abgehoben?
Diese Fragen waren Leitmotive der Themenwahl. Genauere Betrachtung fand auch die party- und eventhafitigkeit von Halloween und deren Parallelen zur künstlerischen Produktion.
Das ursprünglich keltische Hallowe’en benennt vor allem den Abend vor dem Fest Allerheiligen und dem darauf folgenden Gedächtnis Allerseelen, an dem besonders die Katholiken ihrer Verstorbenen gedenken.
Den in den 70er Jahren industriell beschleunigten Halloween-Boom in Amerika hat in Deutschland die Fachgruppe Karneval im Verband der deutschen Spielwarenindustrie im Herbst 1994 übernommen. Dafür gab es einen Anlass: Aus Pietät waren 1991 während des Golfkrieges Karnevalsumzüge und Fastnachtsveranstaltungen abgesagt worden, Produzenten von Kostümen, Perücken und Scherzartikeln erlitten Verkaufseinbrüche. Auf der Suche nach Ersatz propagierten die Marketingabteilungen das amerikanische Halloweenfest.
Einzelne Aspekte der Halloweenbräuche in den Ursprungsländern waren bereits in der frühen Neuzeit umstritten. Dazu gehörten weniger die zumeist christlich apostrophierten Heischebräuche, sondern Streiche, Ruhestörungen und Belästigungen vergleichbar mit anderen „Unruhnächten“ wie in Mitteleuropa der Walpurgisnacht und den Neujahr folgenden Rauhnächten.
Das vordergründig triviale Leitmotiv Halloween wird zum Ausgangspunkt der Verbindung von Themenaspekten die kulturell sehr weit gefächert sind. Schock und Horror in überzeichneter Formensprache treffen auf zunehmend weniger traduierte Momente religiöser Symbolik und innerer christlicher Einkehr.
Die Auswahl der präsentierten Arbeiten zieht sich durch sämtliche Medienbereiche:
Neben Malerei, Zeichnung und Fotografie werden auch Skulpturen und Videos präsentiert.
Ein Costume Contest bei dem das jeweils schönste männlich/weiblich konnotierte Kostüm unter den Besuchern um Mitternacht zur Geisterstunde von einer unabhängigen Jury prämiert wird (zu gewinnen ist jeweils eine Arbeit von Ann Schomburg und Sascha Boldt) sowie eine Bar und Musik laden Besucherinnen und Besucher am Abend des 31. Oktober in der Idling Gallery zu verweilen.
Die "Idling Gallery" versteht sich als ein Kunstvermittlungsraum, der sowohl künstlerische Positionen als auch neue interessierte Besucher zusammenbringen soll. Sie ist ein Projekt der Künstlerin Ann Schomburg (ausgezeichnet mit dem Kunstpreis der Stadt Kassel 2013) und des Künstlers Sascha Boldt (Berlin/Frankfurt am Main).
Der Begriff "Idling" ist als philosophischer Begriff zu verstehen und beschreibt einen Zustand des Leerlaufes, der Muße bevor ein kreativer Knoten platzt.
ANN SCHOMBURG
Ann Schomburg, geboren 1984 in Northeim, lebt und arbeitet in Berlin, Kassel und Hattorf am Harz. Ihre Recherche und Arbeitsweise ist vor allem durch internationale Workshops und Residencies geprägt. „Life immitates Art“ ist eine repräsentative These die ihre Sicht auf die Kunst zusammenfasst. Ihre Arbeit zeichnet sich durch einen weitverzweigten Kunstbegriff aus der die Wechselwirkung zwischen "Kunst" und "Leben" reflektiert und die Grenzen verschwimmen lässt.
SASCHA BOLDT
Sascha Boldt *197X in Bremen, lebt und arbeitet in Berlin und Frankfurt am Main. Neben einer kollaborativ geprägten, universalen Arbeitsweise lotet er die vielfältigsten Aspekte künstlerischen Handelns aus. Die Kunst ist für ihn ein Systemzusammenhang der die meisten Zuschreibungsmöglichkeiten erlaubt und in dieser Offenheit vielschichtig fluktuiert. "Alles kann Kunst sein", "Kunst als neue Religion" oder "Kunst als Alltag als Kunst" sind einige O-Töne seiner ubergreifenden künstlerischen Haltung.
"If you choose Art - Art chooses you"











