(openPR) Am Anfang war das Licht und das Licht war Blau
In der Galerie am Roten Hof swingt und rockt das Licht, zumindest in der Ausstellung “The Blue got the Swing and sometimes the Blues”, die die neueste Bildserie des Künstlers Merlin Drachenberg umfasst.
Meditativ, pulsierend oder schaukelnd, mit subtilen Schwingungen oder in interferierenden Wellen – die Werke der aktuellen Serie ziehen in ihren Bann, mit repetetivem Ausloten des Themas, mit scheinbar minimalistischen Mitteln, unendlich dasselbe und immer wieder neu, wie ein Kanon oder Musik von Philip Glass - “wir gehen aus dem Abenteuer des Betrachtens dieses monumentalen Werkes mit neuen philosophischen und ästhetischen Erkenntnissen heraus”, erläutert Mag. Vera Weber von der Galerie am Roten Hof.
“The Blue got the Swing and sometimes the Blues” - eine Bildserie bestehend aus 18 Bildern - ist eine ernsthafte, konsequente und vor allem komplexe Auseinandersetzung mit dem Licht und dessen Reflexion, mit Farbe und deren Tiefenwirkung, mit dem Bildträger, dem Erscheinungsbild und dessen Wirkung und Wahrnehmung, wo jeder Bereich viele Aspekte behandelt und jeder Aspekt mehrere Bereiche anspricht.
Das erste Bild entstand aus dem prozessualen Moment des Malens, um ein ganz bestimmtes ästhetisches Blau zu erreichen, das sowohl vom Farbton als auch von Tiefenwirkung und Lichtqualität an das Licht erinnert, das durch blaue Glasfenster großer Kathedralen scheint.
Aus dem ersten fertigen Bild entstand eine Bildserie, um dem Etwas gerecht zu werden, das es innehat. Es stand fest, dass alle Bilder aus dem identischen evolutionsmäßigen Arbeitsprozess zustande kommen sollten wie das erste, in Analogie zur Natur: wie etwa Schnee in der Natur vorkommt und - oberflächlich betrachtet - alle Schneeflocken sich auf den ersten Blick gleichen und dennoch jede anders ist, so ist das Verfahren, das zu der Entstehung jedes einzelnen Bildes führt, im allgemeinen identisch und die Bilder gleichen sich in Formen, Linien, Gestaltung, Technik, Farbe etc... und sind trotzdem unterschiedlich und individuell. Andere visuelle Analogien finden sich in der Charakteristik von zwei kollidierenden Wellen, die ein Interferenzmuster bilden, oder in der Rotverschiebung - was erklärt, warum einige Bilder in Rot erscheinen. Auch in dieser Hinsicht knüpft die Serie dort an, wo Kunst und Naturwissenschaft sich begegnen und Kunst ein Modell für nicht sichtbare Naturprozesse sein kann.
Die Bilder entfalten eine gewaltige Anziehungskraft und üben eine besondere Sogwirkung aus, die den Betrachter in die Tiefen des malerischen Universums mitreißt, das Erscheinungsbild transzendiert und sehr schnell den Rahmen und das Rundherum vergessen läßt. Meditativ und transzendierend bieten die Bilder dem Betrachter die Möglichkeit zur Kontemplation an und setzen einen inneren Erkenntnisprozess in Gang.
Nicht zuletzt ermöglicht die Bildserie eine Auseinandersetzung darüber, wie weit das Erlebnis eines Kunstwerkes das Zustandekommen von Wissen und Erkenntnisstand beeinflußt und erweitert.
Merlin Drachenberg
The Blue got the Swing and sometimes the Blues
Ausstellung 26.09.2014 – 31.10.2014
Galerie am Roten Hof
Piaristengasse 1
1080 Wien
Mi-Fr 13-19 Uhr, Sa 11-15 Uhr
0043 676 783 55 25
www.amrotenhof.at

















