(openPR) Essen, 30. September 2014. Mit einer Pressekonferenz hat der Arbeiter-Samariter-Bund Regionalverband Ruhr e.V. am vergangenen Freitag sein Projekt „Wünschewagen“ offiziell gestartet. Initiatoren und Verantwortliche präsentierten neben dem Verlauf der seit Februar laufenden Testphase auch Zahlen und Fakten zum bereits erfolgreich angelaufenen deutschen Pilotprojekt dieser Art. Darüber hinaus stellten sich ehrenamtliche Helfer sowie Mitglieder der niederländischen Organisation „Stichting Ambulance Wens“, dem Vorbild des deutschen „Wünschewagens“, den Fragen der anwesenden Pressevertreter.
Testphase mit sieben erfüllten Wünschen erfolgreich abgeschlossen
Bereits seit April laufen die Testphase des „Wünschewagens“ und damit auch die Rekrutierung freiwilliger Helferinnen und Helfer über verschiedene Kanäle wie Fachmedien und soziale Netzwerke. Die Resonanz hilfsbereiter Unterstützer aus den Bereichen Rettung, Pflege, Medizin, Sozialarbeit und Verwaltung war und ist dabei ungebrochen groß, so dass bis heute bereits mehr als 50 ehrenamtliche Mitarbeiter im Einsatz sind. Diese werden sukzessive in kleinen Schulungsgruppen intensiv auf ihre Aufgaben vorbereitet, indem sie mit der Technik des Einsatzfahrzeugs sowie den speziellen Herausforderungen im Umgang mit schwerstkranken Menschen vertraut gemacht werden.
Mit Fertigstellung des zum „Wünschewagen“ umgebauten Krankentransport-Wagens konnten auch erste Wünsche erfüllt werden, die bereits während der Testphase an den ASB herangetragen wurden. So erlebten Schwerstkranke beispielsweise die Konfirmation und Einschulung ihrer entfernt wohnenden Enkelkinder, die Beerdigung eines nahen Angehörigen, den Besuch eines Sommerfestes und eine letzte Fahrt zum Meer nach Holland. Darüber hinaus wurden drei weitere Wunschfahrten angefragt und bereits organisiert, die aber aufgrund einer kurzfristigen Verschlechterung des Gesundheitszustandes der Fahrgäste nicht mehr realisiert werden konnten.
Hilfs- und Spendenbereitschaft sehr hoch
Mit der Bekanntmachung des „Wünschewagens“ stieg die Aufmerksamkeit für das Projekt rasant an, so die ASB-Verantwortlichen während der Pressekonferenz. Als Folge konnte der „Wünschewagen“ bereits einen niedrigen fünfstelligen Betrag an Spendengeldern noch vor dem offiziellen Start verzeichnen. Ebenso erhält das Projektteam täglich Angebote zur freiwilligen Mitarbeit in den verschiedensten Bereichen, was die große Akzeptanz dieses ASB-Angebots in der Bevölkerung unterstreicht. Um in Zukunft die Anzahl der Fahrten weiterhin ausbauen zu können, freut sich das „Wünschewagen“-Team über weitere Anfragen und Spenden.
Ablauf und Organisation von Anfragen
Oftmals sind schwerstkranke Menschen nicht mehr in der Läge, ihr Krankenzimmer zu verlassen, sich so einen letzten Herzenswunsch zu erfüllen und kurz vor dem Lebensende noch einmal Freude zu empfinden. Genau hier setzt der „Wünschewagen“ an: Angehörige, Betreuer oder Hospizmitarbeiter informieren das „Wünschewagen“-Team über einen Fahrgast, woraufhin geklärt wird, welche Erkrankung vorliegt, wie der Zustand des Fahrgastes ist, wohin die Fahrt gehen, wie lange diese dauern und in welchem Umfang die Betreuung des „Wünschewagen“-Teams stattfinden soll. Anhand dieser Informationen wird zunächst entschieden, ob und in welchem Rahmen der Wunsch erfüllt werden kann. Eine große Rolle für die patientengerechte Umsetzung spielt dabei das auszufüllende medizinische Stammblatt und die Bescheinigung der Transportfähigkeit durch den behandelnden Arzt. Sind alle offenen Fragen bzgl. der medizinischen Versorgung und der Eckdaten des Wunschortes und -termins geklärt, wird das Team aus in der Regel drei ehrenamtlichen Begleitern (Rettungssanitäter, Pfleger und einer weiteren Person) zusammengestellt. Im Anschluss daran findet die interne Planung des Wunschablaufs statt. Einen Tag vor Fahrtantritt wird der „Wünschewagen“ individuell für den Fahrgast vorbereitet, so dass allen im Stammblatt vermerkten Besonderheiten Rechnung getragen werden kann. Am Wunschtag stehen neben der Betreuung im Wagen auch stets Mitarbeiter in der Zentrale in telefonischem Kontakt zum Team vor Ort, um schnell auf spontane Herausforderungen reagieren zu können. Neben der Reinigung und der Befüllung des „Wünschewagens“ im Anschluss an jede Fahrt, werden auch sämtliche medizinischen Geräte regelmäßig gewartet.
Grundsätzlich gilt: Jeder Wunsch wird sehr individuell behandelt. Auch während der Wunschorganisation fährt ein Team des „Wünschewagens“ zum Fahrgast, um sich vor Ort einen Eindruck von ihm zu machen und der anspruchsvolle Situation optimal zu begegnen. Auch im Anschluss widmen sich die Begleiter dem weiteren Schicksal des Fahrgastes und bleiben, wenn gewünscht, mit ihm und den Angehörigen in Kontakt.
Anfragen können per Mail oder telefonisch an unten stehende Projektkoordinationsstelle gerichtet werden.









