(openPR) Frisch aus dem Reich der Mitte zurückgekehrt, wo er als Artist-in-Residence in Shanghai in die Tiefen der zeitgenössischen und traditionellen chinesischen Musik eintauchen konnte, präsentiert sich der Komponist und Pianist Stefan Schultze mit einem Programm für sein 18köpfiges Large Ensemble und den Avantgardemusiker Wu Wei auf der chinesischen Mundorgel Sheng. Die Konzerte finden zur Kölner Musiknacht am Samstag, den 13. September 2014 um 22.00 Uhr in der Kölner Philharmonie und im Rahmenprogramm des Beethovenfests am Montag, den 15. September 2014 um 20.00 Uhr im Rheinischen Landesmuseum Bonn statt. Danach geht das Ensemble auf Einladung des Deutschlandfunks zu CD-Aufnahmen ins Studio.
Mit dem diesjährigen Konzert Stefan Schultze – Large Ensemble feat. Wu Wei findet eine seit 2011 währende musikalische Ost-West-Zusammenarbeit eine spannende Fortsetzung. Als der Komponist und Pianist Stefan Schultze vor drei Jahren nach einem seltenen Instrument suchte, um dafür zu komponieren, stieß er auf die Sheng und damit auf Wu Wei, der weltweit als einer der führenden Virtuosen auf der chinesischen Mundorgel gilt. Die Sheng, vor über 3.000 Jahren entwickelt und eines der wichtigsten Instrumente in einigen Formen der chinesischen Oper, besteht in ihrer modernen Form aus 37 kreisförmig in einen Metalltopf eingesteckten Bambuspfeifen und einem Schnabelmundstück. Ihr sirrender Klang erinnert an eine Mischung aus Mundharmonika, Orgel, Akkordeon und Klarinette. Der Spieler kann durch Ein- und Ausatmen einen kontinuierlichen Ton erzeugen, über 20 Töne gleichzeitig spielen, frei zwischen den Tonarten wechseln und aus einem Tonumfang von drei chromatischen Oktaven schöpfen. Wenn Wu Wei, der als Avantgardist seinen ganz eigenen Stil aus traditioneller chinesischer Musik, Improvisation, Jazz, Minimal Music und Neuer Musik gefunden hat, die Sheng ansetzt, überrascht er das Publikum mit bisweilen gewaltigen Klangclustern, die orchesterartig durch den Klangraum flirren, näseln und schwingen.
Musikalische Projektionen in Vergangenheit und Zukunft Chinas
Im Vorfeld der kommenden Konzerte mit Wu Wei im September 2014 recherchierte Stefan Schultze im Frühjahr dieses Jahres vor Ort in Shanghai. Dort arbeitete er nicht nur mit Wu Wei, der dort eine Professur am Conservatorium in Shanghai innehat, sondern beschäftigte sich insbesondere mit traditioneller chinesischer Musik, wie z.B. der Kun-Oper, dem Buch der Lieder, einer der ältesten Schriftensammlungen Chinas, sowie mit regionaler Volksmusik, um sie mit Mitteln westlicher Improvisation zu reflektieren. Diese stellte Schultze in einer Vorlesung vor 200 Studierenden der Abteilung für traditionelle Musik des Shanghai Conservatory of Music in Shanghai vor. „Meine Lecture über Improvisation war an diesem Institut die erste Begegnung mit Improvisation überhaupt“, sagt Stefan Schultze. Und nicht nur das. Auch neue Kompositionen für alte Instrumente sind in China eher selten, weil bekannte Lieder traditionell fortwährend neu arrangiert oder rekomponiert werden. „Deshalb war es für mich eine wahnsinnig tolle Gelegenheit, eine meiner aktuellen Solo-Kompositionen für Sheng in Shanghai vor großem Publikum direkt uraufführen zu können.“ Für Wu Wei selbst ist die Sheng auch Ausdruck der chinesischen Suche nach Harmonie. So hat er einmal gesagt, dass er durch das Instrument projizieren kann, was er über China in der Vergangenheit und in der Zukunft denkt.
Begegnungen von Algorave Live Coding mit improvisiertem Klavier
Auch Schultze schaut musikalisch nach vorn. Mit Cole Ingraham, Komponist und Spezialist für Computermusik und telematic performances am FaceART Institute of Music Shanghai, traf er in Asien auf einen Elektrokünstler der Algorave-Live-Coding-Szene, der elektronische Musik live vor Publikum und in Echtzeit programmiert. „Wir haben uns gleich hingesetzt und Algorave mit improvisierter Klaviermusik kombiniert, eine Mischung, die superspannend ist. Es ist geplant, damit im nächsten Jahr durch Japan zu touren“, sagt Stefan Schultze. Für ihn ist Shanghai Inspiration pur und die Summe unendlicher Möglichkeiten.
Stefan Schultze – Large Ensemble feat. Wu Wei 2014 wird Schultzes Aufenthalt in Shanghai in vielen atmosphärischen Klangbildern illustrieren, unterstützt von einem spielfreudigen und kongenialen Large Ensemble, das aus talentiertem Nachwuchs und hochkarätigen etablierten Musikern wie Heiner Wiberny, Jürgen Friedrich und Claudius Valk besteht.
Die Presse ist herzlich eingeladen, über die Konzerte zu berichten.
Mit freundlicher Förderung der Kunststiftung NRW und des Ministeriums für Familie, Kinder, Jugend, Sport und Kultur des Landes Nordrhein-Westfalen
Stefan Schultze – Large Ensemble feat. Wu Wei
special guest: Wu Wei (Sheng, Erhu, Matouqin, Lusheng)
Saxophones: Heiner Wiberny / Charlotte Greve / Claudius Valk / Peter Ehwald / Heiko Bidmon
Trumpets: Benny Brown / Florian Menzel / Volker Deglmann / John-Dennis Renken
Trombones: Felix Fromm / Simon Harrer / Janning Trumann / Jan Schreiner
Rhythm: Martin Schulte / Jürgen Friedrich / Matthias Akeo Nowak / Daniel Schröteler
Stefan Schultze (composition)
Stefan Schultze – Large Ensemble feat. Wu Wei
Samstag, 13. September 2014, 22.00 Uhr
Kölner Philharmonie, Bischofsgartenstraße 1, 50667 Köln
Eintritt: 18,– € (VVK , Karte für alle Veranstaltungen der Kölner Musiknacht)
Montag, 15. September 2014, 20.00 Uhr
Rheinisches Landesmuseum, Colmantstr. 14-16, 53115 Bonn
Eintritt: 16 € (AK), ermäßigt 12 € (Vorverkauf über www.bonnticket.de)
Weiterführende Informationen: www.stefanschultze.com, www.koelner-musiknacht.de, www.landesmuseum-bonn.lvr.de, www.beethovenfest.de/rahmenprogramm/
Presseanfragen für Stefan Schultze: Barbara Jahn, 0221-9 76 27 88,










