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Umfrage: Immer mehr Unternehmen fehlen Auszubildende

Bild: Umfrage: Immer mehr Unternehmen fehlen Auszubildende
Anteil der Betriebe mit Problemen bei der Suche nach Azubis 2006-2014
Anteil der Betriebe mit Problemen bei der Suche nach Azubis 2006-2014

(openPR) Immer mehr mittelständische Unternehmen in Baden-Württemberg haben Schwierigkeiten, für offene Ausbildungsstellen geeignete Kandidaten zu finden. Oft fehlt es schlicht an Bewerbern. Als Konsequenz bilden viele Betriebe einfach nicht mehr aus.


Dies sind die Ergebnisse einer Umfrage des Bundes der Selbständigen Baden-Württemberg e.V. (BDS) unter 700 Unternehmen im Land. So gaben 61 Prozent der ausbildungswilligen Betriebe an, es sei für sie problematisch, Auszubildende zu finden. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Zahl damit um weitere fünf Prozentpunkte gestiegen. Im Sommer 2009 lag die Zahl mit 44 noch rund 16 Prozent niedriger.

Handwerk am meisten betroffen
Besonders schwierig ist die Suche nach Auszubildenden für Handwerker, die mit rund 64 Prozent auch die höchste Ausbildungsquote stellen. Hier hatten in diesem Sommer über 70 Prozent der ausbildungswilligen Betriebe Schwierigkeiten, Auszubildende zu finden. Nicht ganz so kritisch ist die Situation in der Industrie, bei der jedes zweite Unternehmen über Besetzungsprobleme klagt. Im Einzelhandel haben rund 57 Prozent, bei Dienstleistern und Freiberuflern rund 43 Prozent der Betriebe entsprechende Engpässe. Die größten Probleme haben dabei Mittelständler mit mehr als fünf, aber weniger als 50 Mitarbeitern. 66 Prozent dieser Firmen geben an, Schwierigkeiten bei der Suche nach Auszubildenden zu haben.

Mangelnde Qualifikation größtes Problem, immer öfter fehlen aber Bewerber
Als größtes Problem bei der Suche nach geeigneten Auszubildenden nannten die Arbeitgeber weiterhin die mangelnde Qualifikation vieler Bewerber in Form schlechter Noten. Diese kritisieren rund 77 Prozent der Befragten (Sommer 2013: 75 Prozent). Deutlich zugenommen hat in den vergangenen vier Jahren der rein zahlenmäßige Mangel an Bewerbern. Klagten im Sommer 2010 noch rund ein Viertel (25,3 Prozent) der Unternehmen über fehlende Bewerbungen, hat sich die Zahl in diesem Jahr mit knapp 56 Prozent mehr als verdoppelt. Das schlechte Auftreten und Erscheinungsbild vieler Schulabgänger ist mit 46 Prozent nur noch die dritthäufigste Nennung. Bewerbern fehle es an Motivation, Durchhaltevermögen und Interesse am Beruf lautet dabei ein häufiger Vorwurf der Ausbilder. Das Problem mangelnder Sprachkenntnisse ist nur noch für 18 Prozent der potenziellen Ausbildungsbetriebe ein relevantes Thema.

Konsequenz der Unternehmen: Sie bilden nicht mehr aus
Befragt nach den Konsequenzen der Betriebe auf die immer schwieriger werdende Lage, ist die Reaktion uneinheitlich. Die häufigste Antwort ist der Rückzug aus der Ausbildung. Knapp 39 Prozent der Unternehmen wollen im Zweifel nicht mehr ausbilden. Der andere Teil der Unternehmen stemmt sich jedoch gegen den Trend, weil sie wissen, dass sie bei dem zunehmenden Fachkräftemangel nur Chancen auf Mitarbeiter haben, indem sie diese selbst ausbilden. Rund 36 Prozent der Betriebe versuchen Auszubildende darüber zu finden, dass sie direkt in die Schulen gehen und ihre Berufe und Firmen vorstellen. Zudem schrauben viele Mittelständler ihre Erwartungen herunter. Jeder vierte Betrieb ist bereit, Abstriche bei der Qualität der Bewerber zu machen. Um die Jugendlichen dort anzusprechen, wo sie sich regelmäßig aufhalten, passen viele Betriebe auch ihre Art der Personalsuche an. Mehr als jedes fünfte Unternehmen (22 Prozent) nutzen inzwischen soziale Medien wie Facebook, um Azubis für freie Ausbildungsstellen zu werben. Ein geringer Teil der Unternehmen (7,5 Prozent) versucht, Bewerber aus dem Ausland zu finden.

„Die Aussichten sind leider erschreckend. Oft fehlen Bewerber, weil immer mehr Kinder aufs Gymnasium gehen und dann studieren wollen. Wir müssen jungen Menschen und ihren Eltern vermitteln, dass eine Ausbildung gute Berufschancen und Karriereperspektiven bietet. Es ist ein Irrglaube, dass dies nur mit Gymnasium und Hochschulstudium möglich ist. Im Gegenteil: Für viele junge Menschen ist eine Ausbildung in unserem dualen System der bessere Start ins Berufsleben“, kommentierte BDS-Präsident Günther Hieber. „Das gilt auch für Abiturienten“.

Hier sieht der Verband vor allem die Politik gefragt, die in der Vergangenheit zu sehr auf ein Hochschulstudium gesetzt hatte. „Auch mit dem Wegfall der Grundschulempfehlung wurde vielen Kindern gar kein Gefallen getan“, so Hieber.

Als ein weiteres Problem sieht Hieber, dass viele kleinere Unternehmen Mitarbeiter ausbilden, diese dann aber nach der Ausbildung von größeren Betrieben abgeworben werden. „Das demotiviert natürlich zusätzlich. Deshalb wäre es sinnvoll, die Kosten der Ausbildung auch steuerlich zu fördern“.

Die Mitgliedsunternehmen rief der BDS-Präsident auf, sich noch mehr als bisher um Auszubildende zu bemühen, beispielsweise auch um Abiturienten und Studienabbrecher. „Nicht mehr auszubilden, wäre langfristig der falsche Weg, sonst wird der Fachkräftemangel in manchen Berufen immer schlimmer“, so Hieber abschließend.

Pressemitteilung mit weiteren Graphiken:
http://www.bds-gewerbevereine.de/v2/public/land/Content.aspx?id=b3142959-c991-4c22-9610-3560b0f83078

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