(openPR) Pressemitteilung:
Einzelausstellung MATTHIEU RONSSE im Kunstwerk Köln e.V.
Matthieu Ronsse: marginalia
Eröffnung: Do 28. August 2014, 19 Uhr
Ausstellung: 28. August - 13. September 2014
Öffnungszeiten: Donnerstags 16 - 20 Uhr, Samstags 15 - 19 Uhr und nach Vereinbarung: 01775535002 / ![]()
Ort: KUNSTWERK KÖLN E. V.
Deutz-Mülheimer-Straße 127, 51063 Köln
Ein Projekt von PROVINZ
Dr. Stephan Strsembski & Vera Gliem, provinzeditionen.de
Die Ausstellung zeigt neue Gemälde und Skulpturen des flämischen Künstlers Matthieu Ronsse (geb. 1981 in Kortrijk, lebt in Gent). Ronsses Metier ist die Malerei. Neben eigenen abstrakten oder figürlich Bilderfindungen beschäftigen ihn malerische Anverwandlungen der Kunstgeschichte, seien es Motive moderner Maler oder, noch häufiger, solcher aus dem Barock oder Rokoko. Ronsses Malerei offenbart ohne jeden Zweifel sein herausragendes Talent und seine technische Meisterschaft, ein Umstand, der sicher dazu beitrug, dass der junge Belgier schnell zu internationalem Ansehen kam. Dieser Umstand ist bemerkenswert, kommen doch die Kriterien Talent und Meisterschaft eigentlich im Diskurs der zeitgenössischen Kunst kaum noch vor, es sei denn als negative Zuschreibungen. Matthieu Ronsse begleitet seine Malerei stets mit installativen und performativen Elementen, er greift in die Architektur der Ausstellungsräume ein oder baut selber Architektur, bespielt die Ausstellungen mit seinen verschiedenen Bandprojekten. Seine Ausstellungen werden so zu umfassenden Narrativen, vergleichbar denen älterer Kollegen wie Paul Thek, Jason Rhoades oder Kai Althoff. Dabei nimmt er in Kauf, dass die Einbettung der Gemälde in komplexe Ausstellungszusammenhänge ihre Wirkung ebenso relativieren wie verstärken kann.
Zu den jüngsten Arbeiten des Künstlers gehört die Skulpturengruppe „the raw and the cooked, the fresh and the rotten, the wet and the dry , 2013/2014“, die um eine alte kongolesische Fetisch-Skulptur herum gruppiert ist. Die „primitive“ Skulptur ist für den Künstler Ausgang eigener installativer Eingriffe. Der Fetisch wird eingefasst in die Struktur einer eigens angefertigten Hütte aus herkömmlichen Baumaterialien sowie objets trouvés, Skulpturen des Künstlers und ephemeren Gegenständen. Architekturen haben in Ausstellungen Matthieu Ronsses bereits häufig eine Rolle gespielt. In ihnen kristallisiert sich das Verhältnis der Kunstwerke zwischen Innen und Außen, zwischen dem Schutzraum der Galerie und dem Ausgesetztsein in der Natur. Außerdem entstanden in jüngster Zeit Gemäldeserien wie die „Exchange Pieces“ in denen Ronsse Gemälde und Druckgrafiken zusammenbringt, welche je als Paar eine gemeinsame Geschichte des Austauschs teilen. So ist ein figuratives Gemälde ausgestellt, das vom Künstler gegen einen Gebrauchtwagen getauscht wurde. Das Gemälde wird begleitet von einem gleichformatigen (82 x 82 cm) Irisdruck des faksimilerten Vertrages über dieses Geschäft. Der qualitativ perfekte Druck des Faksimiles, gerahmt und kaschiert, ist jedoch ohne schützende Glasplatte ausgestellt und betont so formal die inhaltliche Fragilität und Ausgesetztheit der „Reproduktion“. Weitere Paare von Gemälden und Kunstdrucken folgen diesem Beispiel. Eine weitere Gemäldeserie, betitelt mit „Cheap Imitations“, besteht aus Abklatschbildern. Ronsse verwendet großformatige Seiten eines monografischen Kataloges über sein Werk („Asylum“, 2008). Diese werden auf nasse, eigens angefertigte Ölmalereien gelegt und berieben, um beim Abziehen einen Negativ-Abdruck (Monotypie) des Gemäldes zu erhalten. Die zugrundeliegenden Gemälde werden zerstört bzw. weiter übermalt, so dass die Serie „Cheap Imitations“ nicht zuletzt die Frage nach der Wertigkeit und Identität von Original und Kopie aufwirft.
Die Ausstellung wird unterstützt von:
Galerie Almine Rech, Brüssel/Paris, Galerie Luis Campaña, Berlin, Stiftung Kunsten en Erfgoed der flämischen Gemeinde, Brüssel, fotorama













