(openPR) Alzey, Juli 2014 – Seit vielen Jahren schon ist Margot Tarbert Kinderzahnärztin in den beiden Schöner-Mund-Zahnarztpraxen in Alzey und Westhofen. Sie beobachtet, dass es immer noch zahlreiche Kleinkinder gibt, die Karies haben. Trotz guter Aufklärung. Ihre Devise: Weiter aufklären und noch früher damit anfangen.
"Letzte Woche hatte ich ein vierjähriges Kind in der Praxis. Im Oberkiefer waren alle Zähne abgefault und das einzige, was ich tun konnte, war, die Zähne unter Vollnarkose zu entfernen." Noch immer ist die Zahnärztin Margot Tarbert schockiert über diesen Vorfall. Glücklicherweise sind dies extreme Einzelfälle, wie sie sagt. Dennoch kommen genügend Eltern mit ihren Kleinkindern zu ihr, denen sie den Befund "Karies" ausstellen muss. Was sind die Gründe? "Leider essen Kinder einfach viel zu viele Süßigkeiten. Mehrmals am Tag. Das ist schlimm, denn, um die Bildung von Karies zu vermeiden, müssten sie jedes Mal, wenn sie Süßes essen oder trinken, im Anschluss die Zähne putzen - was natürlich nicht konsequent gemacht wird." Dabei hat Tarbert gar nicht im Sinn, den Kindern Apfelsaft, Kakaogetränke, Gummibärchen & Co. komplett zu verbieten. Ihr Tipp ist vielmehr: "Am besten nach dem Mittagessen ein Dessert vernaschen, dann die Zähne putzen und für den Rest des Tages auf Süßkram und zuckerhaltige Getränke verzichten."
Früh anfangen
Auch wenn sie ihren Beruf schon lange ausübt, ist Margot Tarbert jedes Mal wieder überrascht, dass einige Eltern nicht genügend über die Mundhygiene und -vorsorge informiert sind. Dabei ist das Wissen um die Konsequenzen von schlechter oder geringer Zahnpflege im Kleinkindalter so wichtig. Um noch mehr Eltern und ihre Kinder zu erreichen und für Zahngesundheit zu werben, ist Tarbert seit vielen Jahren in der Landesarbeitsgemeinschaft für Kinder- und Jugendzahnpflege tätig. Als Obfrau geht sie in Kindergärten und Schulen, zeigt Zahnputztechniken, erklärt, warum Zähne so wichtig sind und warum es besser ist, Äpfel und Käse zu essen, statt einen Schaumkuss und Bonbons. Wie in der Zahnarztpraxis Schöner Mund, greift sie das Thema spielerisch und anschaulich auf, um den Kindern die Angst vorm Zahnarzt zu nehmen, beziehungsweise gar keine entstehen zu lassen. "Erfreulich ist, dass die Bedeutung von frühzeitiger Aufklärung und Information von immer mehr Partnern erkannt wird. Sowohl die Politik als auch Krankenkassen arbeiten an einem Konzept mit wichtigen Multiplikatoren, wie beispielsweise Hebammen und Erziehern, damit die Eltern früh informiert werden", konstatiert die Kinderzahnärztin. Zudem empfehlen die Krankenkassen drei zusätzliche Vorsorgeuntersuchungen für Kleinkinder zwischen dem sechsten bis zum 30. Monat. Einige Kassen erstatten diese sogar.
Eltern sind gefragt
Nach wie vor sind aber auch die Eltern zur Mitarbeit gefordert. Oftmals kommen die Kinder mit kariösen Zähnen zur Zahnärztin, deren Eltern ebenfalls ein schlecht beschaffenes Gebiss haben. "Wenn sie selbst nicht auf ihre Mundhygiene achten, warum auch immer, und Prophylaxetermine nicht wahrnehmen, ist es nicht verwunderlich, dass sich ihre Kinder an ihnen als Vorbilder orientieren", meint Margot Tarbert, selbst Mutter von zwei Töchtern. Häufig ist es auch der Fall, dass die Eltern Angst vorm Zahnarzt haben, diesen meiden - für sich wie für ihre Kinder. Und letztendlich einer der wichtigsten Gründe für frühkindliche Karies: Der Weg des geringsten Widerstandes: Die Kinder sind verrückt nach Süßigkeiten und lassen sich nur schwer von den Eltern davon abbringen. Verbote führen zu Konflikten, denen Mütter und Väter gerne aus dem Weg gehen wollen. "Doch das ist fatal. Hier kann ich wirklich nur raten, konsequent zu sein. Bei Zahnputzmuffeln notfalls dann mal ein Süßigkeitenverbot aussprechen, bis das mit dem Zähneputzen klappt - auch wenn es schwer fällt. Irgendwann wird das Kind einmal dankbar dafür sein, dass es vor Karies, Zahnschmerzen und schlimmstenfalls Zahnziehen bewahrt wurde."
Mit Irrtümern aufräumen
Zur Aufklärung gehört es auch, dass mit Irrtümern aufgeräumt wird, die durch so manches Elternhaus geistern: "Wenn ich Karies feststelle und davor warne, die Zahnhygiene zu vernachlässigen und konsequenter in der Handhabung von Süßigkeiten zu sein - hierzu gehört übrigens auch das Dauernuckeln von mit Fruchtsäften gefüllten Plastikflaschen im Kinderwagen - erhalte ich manchmal die Antwort: Das sind doch Milchzähne, die fallen doch sowieso aus." Doch zum einen, so warnt die Zahnärztin, müsse man vermeiden, dass Kindern Zähne entfernt werden müssen. Zum anderen sei dann, wenn Milchzähne verloren gingen, die Wahrscheinlichkeit einer späteren kieferorthopädischen Behandlung sehr hoch. Früher hieß es, Eltern sollten zum ersten Mal mit ihrem Kind zum Zahnarzt, wenn es zweieinhalb ist. Doch es hat sich gezeigt, dass dann häufig schon Schäden an den Zähnen zu finden sind. Daher lautet die dringende Empfehlung heute: Ab dem ersten Milchzahn, mit etwa acht Monaten, sollte der Zahnarzt aufgesucht werden. Aus ihrer langjährigen Erfahrung weiß die Kinderzahnärztin der Praxen Schöner Mund in Alzey und Westhofen: "Eine frühe häusliche Mundhygiene mit zahnärztlicher Prophylaxe und kontinuierliche Betreuung hilft Karies zu verhindern. Kinder, die keine Schmerzen haben und nicht von den Eltern 'vorkonditioniert' werden, kommen gerne zu uns."











