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Nicht mal ein Frühstückchen

17.07.201409:10 UhrPolitik, Recht & Gesellschaft

(openPR) Senator Dr. Reinhard Mayer, Aufsichtsratsvorsitzender der Deutschen Lebensbrücke, reagiert auf das Modellprojekt “Betreutes Frühstücken” der Bayerischen Staatsregierung, das in den nächsten drei Jahren an bis zu 120 Grund- und Förderschulen in Bayern rund 4800 Kinder mit einem Frühstück versorgen soll, mit aufrichtiger Empörung. “In Anbetracht der Tatsache, dass rund 20%, mindestens jedoch 10% aller Schüler ohne Frühstück in die Schule kommen, ist das ein reines Alibiprojekt. Oder kennt die Sozialministerin ihre eigenen Statistiken nicht?” Bei knapp 3000 Grundschulen mit über 600.000 Grundschülern in Bayern sind “bis zu 120 Schulen mit 4800 Kindern“, die in den Genuß eines Frühstücks kommen sollen, weniger als ein Tropfen auf den heißen Stein, so Mayer.



Soziale Institutionen, Medien, jeder weiß, wie viele Kinder morgens hungrig zur Schule kommen. “Da brauchen wir doch kein Modellprojekt aufzusetzen, der Bedarf ist doch hinlänglich bekannt. Und das seit Jahren!”, kritisiert Lebensbrücke-Gründer Mayer. Seine private Hilfsorganisation unterstützt selbst seit 2009 Münchner Grundschulkinder in Neuperlach und im Hasenbergl mit einem “Frühstücksklub” - allerdings ausschließlich mit privaten Spendengeldern. “Wir liegen dem Steuerzahler nicht auf der Tasche”, so Mayer.

Deshalb könnte die Deutsche Lebensbrücke ihre Hilfe nicht bayernweit anbieten. Im Gegensatz zur Bayerischen Staatsregierung. “Bei jährlich konstant steigenden Steuereinnahmen, aktuell rund 90 MRD Euro jährlich, wäre es ein Leichtes, hier alle bedürftigen Kinder satt zu machen”, sagt er. Noch dazu widerspreche das beschlossene Modell den demokratischen Gleichheits- bzw. Gleichbehandlungsgrundsätzen. “Wie kann es sein, dass von ca. 80.000 bedürftigen Schülern lediglich 4800 etwas zu essen bekommen, während die anderen weiter mit knurrenden Mägen die Schulbank drücken müssen? Und nach welchen Kriterien sollen die 4800 Bevorzugten denn ausgewählt werden”, fragt der Aufsichtsratsvorsitzende der Deutschen Lebensbrücke. Und noch etwas interessiert ihn: “In der Meldung über den Beschluss des Modellprojektes steht schon der Name des zukünftigen Trägers. Da wüsste ich schon gerne, wo die Ausschreibung dazu gestanden hat”. Fragen, die Mayer der Familienministerin gerne direkt stellen würde.

Seit 2009 finanziert die Deutsche Lebensbrücke Frühstücksklubs in München, Frankfurt und Duisburg. Rund 17 Tausend Euro kostet z.B. der Klub in der Ittlingerschule im Münchner Norden im Jahr – ganz ohne öffentliche Zuschüsse finanziert. „Wer uns unterstützt, will sicher sein, dass sein Geld dort ankommt, wo es hin soll. Als private Organisation können wir schnell und unabhängig genau dort helfen, wo wirkliche Not ist“, sagt Mayer. „In Deutschland und in Europa werden so viele öffentliche Gelder sinnlos ausgegeben, ohne dass wir darauf Einfluss haben. Andererseits bleibt oft dort, wo Hilfe nötig wäre, nichts übrig. Da wollen wir mit Gleichgesinnten abhelfen, aus freien Stücken, unbürokratisch und zielgerichtet.“ Seit 25 Jahren ist die Hilfsorganisation mit Sitz in München in Deutschland und Osteuropa aktiv. Mehr über die Deutsche Lebensbrücke unter www.lebensbruecke.de.

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