(openPR) Darmstadt, 01.07.2014: Am 19. August 2014 jährt sich der Todestag des Kaiser Augustus zum 2.000. Mal. Seine lange Herrschaftszeit prägt bis heute das Stadtbild von Rom. Er führte das römische Reich zu einer ungekannten kulturellen Blüte. Nach den römischen Bürgerkriegen festigte er den Frieden. Doch bleibt er eine Figur der Widersprüche. So hatte er die Herrschaft über Rom erst blutig erobern müssen, und sein Prinzipat bedeutete das Ende der römischen Republik.
Von Octavian zu Augustus
Von Julius Caesar postum adoptiert und als Erbe eingesetzt, entscheidet sich der bis dahin unbedeutende Jüngling Octavian, der spätere Augustus, mit gerade einmal 18, dieses große Erbe anzutreten. Er wird Mitglied des Senats und ab 43 v. Chr. Konsul. Nachdem eine Epoche der Bürgerkriege Rom bereits erschüttert hatte, setzt sich Augustus 31 v. Chr. schließlich gegen seinen einstigen Verbündeten Marc Anton durch, und wird im Folgejahr faktisch Alleinherrscher. Damit vereint er eine in der römischen Republik gar nicht vorgesehene Machtfülle auf seine Person. Bis zu seinem Tod am 19. August des Jahres 14 bestimmt er die Politik des Riesenreiches, sorgt für eine Blütezeit in Kunst, Kultur, Architektur und Verwaltung, und trägt dazu bei, dass diese Errungenschaften auch im Einzugsbereich der politischen Herrschaft Roms gefördert werden.
»In jenen Tagen erließ Kaiser Augustus den Befehl… «
Kurioserweise begegnet Augustus jedes Jahr zur Weihnachtszeit Millionen von Christen in der Messe. Denn eine seiner Verwaltungsreformen taucht an entscheidender Stelle im Lukas-Evangelium auf. So beginnt der Evangelist die Geschichte von Christi Geburt mit einem Befehl des Kaisers. Zum ersten Mal mussten sich die Menschen in Ihrem Heimatort in Steuerlisten eintragen lassen, darunter nicht zuletzt Josef, der mit seiner schwangeren Verlobten Maria nach Betlehem in die Stadt Davids zog.
Republik versus Princeps-Kult
Geschwächt von den langen Bürgerkriegen waren die Römer bereit, die Republik aufzugeben, und die Herrschaft des Prinzipats – also Kaiser Augustus – anzuerkennen. Öffentlich erschien er nicht als Alleinherrscher, doch der Kult um den Princeps – sein offizieller Titel als erster Mann im Staate – durchdrang die römische Gesellschaft und das öffentliche Leben. Die Gefolgschaft erkaufte sich Augustus durch großzügige Bauprogramme, nicht nur in Rom sondern auch in den Provinzen. Die auf dem Reißbrett geplanten Städte Aachen und Köln gehen auf die augusteische Herrschaft zurück. Trier wurde gar als „Augusta Treverorum“ gegründet – übersetzt: Stadt des Augustus bei den Treverern. Den damals aufmüpfigen Germanenstamm der Treverer wollte man mit dieser Stadtgründung unter Kontrolle bekommen. Bei Hungersnöten oder Überschwemmungen brachte der Princeps schnelle Hilfe in die betroffenen Regionen, Wohltaten, die sein Ansehen weiter steigerten. Noch vor den Massenmedien hatte Augustus durch seine Bauten und seine bis tief in die Provinzen greifenden Reformen ein ausgeklügeltes Propagandasystem geschaffen, das seine Alleinherrschaft zementierte. Fast ein Jahrhundert blutiger Bürgerkriege lag hinter den Römern. Die römische Gesellschaft war nach diesen Erfahrungen ein Trümmerhaufen. Augustus bot dagegen Stabilität und Wiederaufbau – um den Preis der Freiheit, denn selbst im Senat gab es keinen Widerspruch mehr zu seinen Plänen. Für mehr Sicherheit gaben die Römer ihre Republik auf, die auf Mitbestimmung zumindest großer Teile der Bevölkerung begründet gewesen war.
Zum Thema erschienen:
Jörg Fündling: Das Goldene Zeitalter. Wie Augustus Rom neu erfand. 2013 Primus Verlag, 160 Seiten, mit ca. 80 farb. Abb., gebunden, ISBN 978-3-86312-035-1, EUR 29,90 [D]
Holger Sonnabend: August 14. Der Todes Kaisers Augustus, 2013 Primus Verlag, 166 S., gebunden, ISBN 978-3-86312-026-9, EUR 19,90 [D]
Karl Galinsky: Augustus. Sein Leben als Kaiser.
2013 Verlag Philipp von Zabern, 224 Seiten, 25 s/w-Abb., gebunden, ISBN 978-3-8053-4677-1, EUR 29,99 [D]













