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Pflegedienste überlastet?

09.05.201416:22 UhrGesundheit & Medizin

(openPR) Die Missstände sind längst bekannt, und die VdK-Präsidentin Ulrike Mascher fordert deshalb vehement eine echte große Pflegereform. Über die steht aber genau so wenig im Koalitionsvertrag wie über die Betreuung Demenzkranker.
Nicht zuletzt sind es die Pflegedienste, die vor Ort das ausbaden müssen, was die Politik nicht zu regeln vermag. Und das Stöhnen der engagierten Fachkräfte wird immer lauter. Hermann Basiev, der zusammen mit seinem Partner Maxim Bikowski einen ambulanten Pflegedienst in Wiesbaden betreibt, vertritt die Meinung, die ganze Branche säße auf einem „Pulverfass“, wie er es nennt.

Er hält nichts davon, den Kopf in den Sand zu stecken, sondern versucht, mit gezielten Angeboten und qualifizierten Kräften einer immer größeren Zahl an Patienten gerecht zu werden. Allein in Wiesbaden sind mehr als 70.000 Menschen älter als 60 Jahre – Tendenz steigend. In 23 Pflegeheimen stehen 2.200 Betten zur Verfügung, die Zahl der zu Hause gepflegten Menschen wächst überproportional. „Wir müssen viel mehr in die Aufklärung der Betroffenen und deren Angehörigen investieren“, sagt Basiev und schließt damit seine Angestellten ein, die er regelmäßig weiterbilden lässt. „Es reicht längst nicht mehr, die klassischen Pflegeleistungen zu verrichten und abzurechnen, wir müssen an den möglichen Optimierungen arbeiten, also viel enger mit Ärzten, Therapeuten oder anderen Dienstleistern kooperieren und uns austauschen“. Pflegekräfte, die stur ihre Behandlungspflege durchführen, den Patienten nach Plan versorgen und sich – getrieben vom Zeitplan – auf den Weg zur nächsten Adresse machen, sind Basiev ein Dorn im Auge. Deshalb fordert er auch die Politik heraus und sucht das Gespräch mit den „Volksvertretern“, um diese wenigstens ein bisschen mehr zu sensibilisieren.

Der Ambulante Pflegedienst plus + GmbH wurde von Maxim Bikowski und Hermann Basiev 2013 gegründet. Aktuell kümmern sich drei Fachkräfte um die Patienten im Raum Wiesbaden. Geplant ist eine Expansion über die Stadtgrenzen hinaus. Eine Aus- und Weiterbildungseinrichtung für Pflegekräfte ist ebenso in der Planung wie der Aufbau eines Kompetenznetzwerkes aus Ärzten, Therapeuten und Pflegeeinrichtungen.

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