(openPR) In drei Wochen starten die Internationalen Händel-Festspiele Göttingen, die vom 29. Mai bis 10. Juni unter dem Motto „Herrschaftszeiten“ stattfinden. Die diesjährige Festivalausgabe steht insbesondere im Zeichen des 300-jährigen Jubiläums der Personalunion zwischen Großbritannien und Hannover: Ab 1714 war der Kurfürst von Braunschweig-Lüneburg bzw. König von Hannover gleichzeitig König von Großbritannien. Als Hofkapellmeister in Hannover und Komponist des Königshauses in London repräsentiert Georg Friedrich Händel die musikalische Seite der Personalunion. Für den Briten Laurence Cummings ist es die dritte Festspielausgabe als Künstlerischer Leiter. Mit nationalen und internationalen Gastspielen sowie einer CD-Neuveröffentlichung strahlt das älteste Musikfestival für Alte Musik weit über seine Grenzen hinaus aus. Eine feste Säule ist das FestspielOrchester Göttingen.
Bis 2020, dem 100-jährigen Bestehen der Festspiele, sollen diejenigen der 42 Opern Händels präsentiert werden, die bisher noch nicht in Göttingen zu erleben waren. So handelt es sich bei der szenischen Neuproduktion von „Faramondo“ (Premiere 31.05., Deutsches Theater Göttingen) ebenfalls um eine Göttinger Erstaufführung. 1738 wurde sie im King‘s Theatre am Haymarket uraufgeführt, konnte sich trotz Star-Besetzung und begeisterter Reaktionen des Premierenpublikums allerdings nicht langfristig durchsetzen. Die Handlung: Faramondo, König der Franken, und sein ehemaliger Verbündeter Gernando, König der Schwaben, lieben die Tochter des verfeindeten kimbrischen Königs Gustavo. Es entspinnt sich eine Geschichte um Rache, Intrigen, Liebe und Eifersucht. Regie führt der Schotte Paul Curran, der von 2007 bis 2011 die Künstlerische Leitung der Norwegischen Nationaloper innehatte. Außerdem überzeugte er u.a. bereits an der Royal Opera Covent Garden, der Mailänder Scala, der Washington National Opera und am La Fenice Venedig. Festspiel-Oratorium in diesem Jahr ist „Joshua“ (29.05., Stadthalle Göttingen), das unter den späten Oratorien Händels eines der erfolgreichsten war. Uraufgeführt am 9. März 1748 in Covent Garden, erzählt es mit Pauken- und Trompetenklängen die Geschichte der Eroberung Jerichos durch das Volk Israel. Die musikalische Leitung von Oratorium und Oper liegt in den Händen des Künstlerischen Leiters Laurence Cummings. Seine Version von „Siroe, Re di Persia“, der national wie international hoch umjubelten Produktion des vergangenen Jahres, wurde vom NDR aufgezeichnet und ist Anfang Mai 2014 als Gesamteinspielung beim Label Accent erschienen.
Auch sind für 2014 wieder Gastspiele geplant: Mit „Joshua“ geht es am 23. Mai 2014 zum Musikfest Hamburg in die Laeiszhalle, einen Tag später, am 24. Mai, zum Lufthansa Festival of Baroque Music nach London. Weiter gepflegt wird auch die gute Beziehung zum sachsen-anhaltischen „Festivalbruder“, den Händel-Festspielen Halle, wo am 9. Juni die „Coronation Anthems for George II“ aufgeführt werden.
Der britische Cembalist und Dirigent Laurence Cummings zählt zu den interessantesten und vielseitigsten Protagonisten der historischen Aufführungspraxis und ist einer der stillen Stars seines Faches. Seit 1999 ist er Musikalischer Leiter des London Handel Festival; in Göttingen setzt er seit 2012 neue Impulse. Neben historischen Inszenierungen gibt er auch dem Regietheater und neuen Konzertformaten Raum für die Interpretation von Händels Œuvre. Im November 2012 sorgte er als Dirigent des Händel-Projekts „Sale“ von Regisseur Christoph Marthaler am Opernhaus Zürich für Furore. Die Internationalen Händel-Festspiele Göttingen wurden zwei Jahre nach Ende des ersten Weltkriegs gegründet: 1920 wurde Händel dort mit der Aufführung von „Rodelinde“ als Opernkomponist wiederentdeckt.www.haendel-festspiele.de
Ausgewählte Termine:
29. Mai, „Joshua“ – Premiere, Stadthalle Göttingen
Ausführende:
Kenneth Tarver / Tenor (Joshua)
Tobias Berndt / Bariton (Caleb)
Renata Pokupic / Mezzosopran (Othniel)
Anna Dennis / Sopran (Achsah)
Joachim Duske / Tenor (Angel)
NDR Chor (Einstudierung: Robert Blank)
FestspielOrchester Göttingen
Laurence Cummings / Cembalo und Leitung
31. Mai, „Faramondo“ – Premiere, Deutsches Theater Göttingen
Ausführende:
Paul Curran / Regie
Gary McCann / Bühnenbild und Kostüme
Kevin Treacy / Licht
Emily Fons / Mezzosopran (Faramondo)
Anna Devin / Sopran (Clotilde)
Anna Starushkevych / Mezzosopran (Rosimonda)
Njål Sparbo / Bass (Gustavo)
Maarten Engeltjes / Countertenor (Adolfo)
Christopher Lowrey / Countertenor (Gernando)
Edward Grint / Bariton (Teobaldo)
Iryna Dziashko / Sopran (Childerico)
FestspielOrchester Göttingen
Laurence Cummings / Leitung
Gastspiele 2014
23. Mai, „Joshua“, Musikfest Hamburg, Laeiszhalle, Hamburg
24. Mai, „Joshua”, Lufthansa Festival of Baroque Music, St John’s Smith Square, London
9. Juni, „Coronation Anthems for George II“, Händel-Festspiele Halle, Marktkirche, Halle
CD „Siroe, Re di Persia“ HWV 24
FestspielOrchester Göttingen
Gesangssolisten
Laurence Cummings, Leitung
Gesamtaufnahme von Mai 2013, ACC 26401 (3 CDs), eine Kooperation mit dem NDR





