(openPR) Unter der Leitung der Queens University in Kanada wurde mit einem internationalen Forscherteam ein großer Neutrino-Detektor aufgebaut, der unter dem Namen SNO+ experimentell Neutrinos finden soll. Neutrinos sind subatomare Teilchen, die keine elektrische Ladung tragen und deshalb jede Materie durchdringen können.
Mit diesen Experimenten sollen Neutrinos, die im Kern der Sonne produziert werden, in einem ebenfalls noch unerforschten nuklearen Prozess gemessen werden. Der SNO+ besteht aus einer Acrylkugel mit zwölf Metern Durchmesser, die mit 800 Tonnen eines flüssigen Szintillators (lineares Alkylbenzol) befüllt ist. Diese Flüssigkeit gibt bei ionisierender Bestrahlung UV-Licht ab. Der Szintillator enthält gelöstes Polyphenylenoxid, ein Farbmarkierungspulver, das in UV-Licht blau fluoresziert und so die Messung der erkannten Neutrinos mit einer hochempfindlichen Anordnung von 9500 Lichtverstärkerröhren ermöglicht, die rund um den Behälter angeordnet sind. Der SNO+ ist im unterirdischen Astropartikel-Forschungslabor SNOLAB nahe Sudbury, Ontario in zwei Kilometer Tiefe in einer Mine aufgebaut.
Busch hat zur Reinigung des Neutrino-Detektors zwei Vakuumsysteme konzipiert, die im Wesentlichen aus je einer COBRA Schrauben-Vakuumpumpen bestehen. Bei diesem High-Tech-Forschungsprojekt kommt dem Vakuum bei der Entfernung aller Spuren von Schmermetallverunreinigungen aus dem Szintillator eine besondere Bedeutung zu. Ein COBRA Vakuumsystem wird dafür verwendet, bei einem mehrstufigen Hochreinheits-Destillationsprozess bei 238°C ein exaktes Vakuuniveau zu halten. Das andere COBRA Vakuumsystem dient dazu, dem SNO+ in einem Dampf- und Stickstoffprozess bei hohem Vakuum und einer Temperatur von100°C Radon, Krypton, Argon und Sauerstoff zu entziehen und die Feuchte des Szintillators zu regulieren. Die nachgeschalteten Kondensatoren kondensieren die ausströmenden Gase und sammeln diese zur Wiederaufbereitung. Bei der Konzipierung und Installation dieser Vakuumsysteme für dieses ungewöhnliche und aufsehenerregende Projekt hat das Team von Busch Canada eng mit Busch USA zusammengearbeitet. Für die Forschungsarbeiten ist es von äußerster Wichtigkeit eine zuverlässige und stets einsatzbereite Vakuumversorgung zu haben. Mit Busch wurde ein kompetenter Partner aus dem Bereich der Vakuumtechnologie gefunden.
Der SNOLAB-Komplex ist eine Erweiterung schon bestehender Einrichtungen, die für das Solarneutrinoexperiment des Sudbury Neutrino Observatory (SNO) aufgebaut wurden. Das Projekt wurde gemeinsam von der Queen's University in Kingston, Ontario und fünf weiteren kanadischen Universitäten initiiert. Zusammen mit den SNO+ Neutrino-Detektor besteht das SNOLAB aus 5.000 Quadratmetern unterirdischen Reinstraumflächen für Experimente und die dafür benötigte Infrastruktur sowie, an der Oberfläche, aus einem 3.100 Quadratkilometer großen Gebäude. In der nahegelegenen Laurentian University gibt es Einrichtungen zur Messung von Radioisotopen und zur Wasseranalyse.













