(openPR) 26. Heft der Kritischen Ausgabe. Zeitschrift für Germanistik & Literatur erschienen
Wir leben in einer Welt, die sich auch nach dem Millennium und nach Ablauf des Maya-Kalenders weitergedreht hat. Seit Menschengedenken erschüttern Krisen und Katastrophen die Erde und nach den Prognosen diverser Wissenschaftler grenzt es an ein Wunder, dass es die Menschheit bis hier geschafft hat. Nicht nur diese Erfahrungen und Prophezeiungen tragen dazu bei, dass das Ende allgegenwärtig ist. Kein Jahr vergeht, in dem nicht neue Katastrophenfilme die Kinokassen klingeln lassen, weil sie vom Ende der Welt und den letzten Menschen erzählen. Gleichzeitig beherrschen Bücher die Bestsellerlisten, in denen Tod und Untergang dominieren und Artikel füllen Zeitschriften, in denen Berechnungen über das Ende lebenswichtiger Ressourcen angestellt werden. Dabei bestätigt sich immer wieder aufs Neue: das Ende bleibt unberechenbar.
In ihrer 26. Ausgabe nimmt sich die Kritische Ausgabe. Zeitschrift für Germanistik & Literatur der Ambivalenz des Phänomens »Ende« an. Zahlreiche literatur- und kulturwissenschaftliche Beiträge greifen diese Doppelbödigkeit auf und widmen sich neben der Präsenz der Apokalypse in den populären Medien auch literarischen Analysen, die die Wirtschafts- und Finanzkrise genauso wie das Erzählen selbst betreffen. Dabei wird bei allen Autoren deutlich, dass der Reiz des Endes vor allem darin liegt, dass das Finale kein endgültiger Schlusspunkt ist. Doch was bedeutet das Ende, wenn es kein wirkliches Ende ist? Maren Conrad zeigt in ihrem Beitrag, dass das Ende vielmehr als ein Spiel mit sich selbst verstanden werden kann.
Zusätzlich zum diesem Thenenschwerpunkt bietet die aktuelle Ausgabe auch wieder Beiträge in den traditionellen Rubriken. So finden sich Besprechungen zu aktuellen literarischen und wissenschaftlichen Neuerscheinungen, sowie ein Gespräch mit dem jungen Autor Chris Nolde und – anlässlich seines 100. Geburtstags – ein Porträt des Dichters Arno Schmidt. In der Rubrik »Vergessene Autoren« wird an den Autor Ernst Kreuder erinnert und »In der Tat: Linguistik« bietet einen Einblick in die Frage der Ikonizität in den Gebärdensprachen.
Doch auch darüber hinaus gibt es in der durch das Kulturreferat des AStA der Universität Bonn geförderten Ausgabe wieder einiges zu entdecken. So präsentiert das Heft nicht nur junge Autorinnen und Autoren wie Fabian Weikert und Christina Esther Hansen, die passend zum Thema »Ende« Ausschnitte aus ihrem Werk liefern. In gewohnter Weise ist das Heft auch mit Illustrationen gefüllt. Hierfür konnte die aus Moskau stammende Künstlerin Galya Popova gewonnen werden, die bereits für verschiedene russische Verlage gearbeitet hat und sich seit einiger Zeit auch in Deutschland als Illustratorin einen Namen gemacht hat.
Käuflich zu erwerben ist das neue Heft der Kritischen Ausgabe im Institut für Germanistik der Universität Bonn, in gut sortierten Bonner Buchhandlungen und im Internet unter www.kritische-ausgabe.de.
Kritische Ausgabe. Zeitschrift für Germanistik & Literatur
18. Jahrgang, Heft #26 (2014): Ende
ISSN 1617 – 1357
114 Seiten, mit zahlreichen Illustrationen – 6,- Euro













