(openPR) „Kinder haben eine tolle Energie beim Singen“
Senioren engagieren sich als Singpaten
Kalk. Noch haben Jürgen Pilartz, Ingrid Herbst, Vera Krapp und Monika Laubach-Buddrus einen Moment Ruhe. Nur wenige Minuten, nachdem die vier mit Görg Rudolph, Leiter der Kindertagesstätte St. Marien und St. Joseph in der Steinmetzstraße, die Singpatenstunde besprochen haben, stürmen etwa 40 Kinder aus allen vier Gruppen den Gemeinschaftsraum. Kaum greift Rudolph in die Gitarrensaiten an, geht es auch schon los: „Horch was kommt von draußen rein“ eröffnet die Stunde, routiniert geht es weiter mit „Im Märzen der Bauer“ und einem weiteren Klassiker, „Alle Vögel sind schon da“. Alle Kinder schmettern routiniert mit, die Texte werden nicht vorher gepaukt sondern beim Mitsingen aufgenommen. Niemand muss alleine singen, sondern alle werden durch die Gruppe getragen. Bei „Schornsteinfeger ging spazieren“, einem weiteren Klassiker, nehmen die Kinder alle Bewegungseinlagen begeistert auf. „Bruder Jakob“ intonieren sie nicht nur auf Deutsch, Englisch und Französisch, sondern auch auf italienisch, polnisch und türkisch – wie es sich in einer Kita, in der 14 Sprachen vertreten sind, gehört.
Spaß am Singen hat Vorrang
Nach einem konzertreifen Kinderchor hören sich die Pänz nicht an, aber das ist nicht das Ziel: „Die Kinder haben eine tolle Energie beim Singen, ich freue mich jedesmal darauf“, berichtet Singpate Jürgen Pilartz. „Ich habe früher ehrenamtlich in einer Bibliothek am PC gesessen, jetzt wollte ich mal etwas mit Kindern machen“, betont Ingrid Herbst. Als Singpaten sind sie tätig über „Canto Elementar“, ein Projekt des Vereins „Il Canto del mondo e. V.“ (siehe Infokasten).
Dabei geht es nicht nur um das Singen: „Unser pädagogischer Schwerpunkt liegt auf der Sprachförderung. Viele Kinder können kein Wort Deutsch, wenn sie zu uns kommen, und Singen fördert den Spracherwerb, weil man die Strukturen der Grammatik automatisch mit aufnimmt“, betont Rudolph. „Eltern berichten sogar, dass die Kinder die Lieder auch zuhause singen.“ Rudolph ist froh, nach langer Wartezeit endlich einen stabilen Stamm an Singpaten in seiner Kita zu haben. Willkommen sind auch Singpaten nicht-deutscher Herkunft aus anderen Ländern, die mit den Kindern Lieder ihrer Sprache singen. „Die Wertschätzung der eigenen Kultur, aus der man kommt, ist uns genauso wichtig wie Deutsch zu lernen“, betont auch Hardy Schumacher, Projektleiter von „Canto elementar“.
Wenig Aufwand, große Wirkung: Das gemeinsame Singen verbindet Jung und Alt, Migranten und Deutsche. Am 29. März um 15 Uhr erhält „Canto Elementar“ im studio dumont (Breite Straße 72) vom Bildungsministerium die Auszeichnung als „Bildungsidee für Deutschland“.
Einsatz als Singpaten
Wer sich für den Einsatz als Singpate interessiert, sollte neben Freude am Singen auch Spaß am Zusammensein mit Kindern mitbringen. In Köln ist „Canto elementar“ bereits in den Stadtteilen Chorweiler, Mülheim, Buchheim, Kalk, Ehrenfeld, Innenstadt und Meschenich aktiv. Auch nach der Schulung werden die Singpaten von Canto-Trainern unterstützt. Interessenten können sich unter der Telefonnummer 02205/9477540 bei Hardy Schumacher melden. Informationen unter www.cantoelementar.de









