(openPR) Ein in der vergangenen Woche bekannt gewordener Arbeitsentwurf zur Novelle des Erneuerbare- Energien-Gesetzes (EEG) sorgt für weitere Ernüchterung insbesondere in der Bioenergiebranche. Kritik wird mit Blick auf die deutliche Kürzung der Förderung sowie die geplanten Änderungen im Bereich der Flexibilitätsprämie für Bestandsanlagen laut. Die Branche ist besorgt, dass der Anlagenbestand bei Verabschiedung der im Entwurf enthaltenen Regelungen nicht zur Flankierung von Wind- und Solarstrom beitragen und damit nicht als Systemstabilisator agieren könnte. Es drohe angesichts der Förderkürzungen zudem ein „Fadenriss“ für die Branche.
Mit dem EEG-Arbeitsentwurf befasst sich der Titelbericht von Ausgabe 8/2014 des Brancheninformationsdienstes EUWID Neue Energien. Die Publikation ist am 19. Februar erschienen und umfasst 82 Nachrichten, Analysen und grafische Darstellungen rund um die Energiewende auf 28 Seiten. Eine Kurzcharakteristik der aktuellen Ausgabe finden Sie nachstehend (zur kompakten Übersicht gelangen Sie hier: http://www.euwid-energie.de/printausgabe/aktuelle-ausgabe.html):
ÜBERGREIFENDE THEMEN
In Zukunft werden erneuerbare Energien und neue Technologien, wie etwa zum Speichern von Energie, deutlich mehr Verantwortung für die Sicherheit des Stromsystems in Deutschland übernehmen müssen - und auch können. Zu diesem Ergebnis kommt die Studie „Systemdienstleistungen 2030“, in der die Deutsche Energie-Agentur (dena) gemeinsam mit Projektpartnern aus verschiedenen Branchen den Bedarf an Systemdienstleistungen bei einem hohen Anteil an Stromerzeugung aus Photovoltaik- und Windkraftwerken bis zum Jahr 2030 untersucht hat.
Damit die benötigten Systemdienstleistungen künftig zuverlässig zur Verfügung stehen, müssen aus Sicht der dena jetzt die notwendigen technischen und regulativen Voraussetzungen geschaffen werden. Dazu gehört unter anderem, für eine bessere Koordination von Stromnetz- und Anlagenbetreibern sowie für einen verstärkten Informationsaustausch zu sorgen. Da zukünftig die wenigen Großkraftwerke auf Übertragungsnetzebene zunehmend durch viele kleinere dezentrale Energieanlagen auf Ebene der Stromverteilnetze ersetzt werden, hält die dena neue Konzepte zur Überwachung und Steuerung des Stromnetzbetriebs für erforderlich, um zukünftig weitaus mehr Mess- und Prognosedaten als heute verarbeiten zu können.
Weitere übergreifende Berichte in EUWID Neue Energien 8/2014 befassen sich mit dem Streit um die geplanten Stromtrassen, dem EU-Beihilfeverfahren sowie mit Analysen zu den Wirkungen der Direktvermarktung. Verschiedene Berichte zu Batteriespeichern, Umfragen zur Energiewende und die aktuellen Entwicklungen im Bereich Waste-to-Energy ergänzen die Berichterstattung ebenso wie die jüngsten Buchungen auf dem EEG-Umlagekonto.
BIOENERGIE
Durch technische Verbesserungen der Feuerungsregelung, Katalysatoren und Elektrofilter in Kleinfeuerungsanlagen kann feste Biomasse erheblich sauberer verbrannt werden. Zu diesem Ergebnis kommt das Deutsche Biomasseforschungszentrum (DBFZ) in dem Teilprojekt „Multifuelkessel“ des vom Bundesumweltministerium (BMUB) geförderten Verbundvorhabens „Emissionsminderung durch integrierte und kombinierte Maßnahmen in Biomasse-Kleinfeuerungen“.
In dem Teilprojekt hat das DBFZ in Kooperation mit dem Kesselhersteller A.P. Bioenergietechnik GmbH verschiedene Maßnahmen zur Emissionsminderung für einen Heizkessel entwickelt. Ziel der Optimierung war die signifikante Minderung von gas- und partikelförmigen Schadstoffemissionen aus der Feuerungsanlage, insbesondere beim Einsatz anspruchsvoller Brennstoffe wie Industriepellets und Getreideausputzpellets mit höherem Ascheanteil als bei Holz.
Derweil meldet das Statistische Bundesamt, dass sich die deutschen Importe von Holzpellets im Verlauf der ersten zehn Monate des Jahres 2013 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um rund 23 Prozent auf insgesamt knapp 250.000 Tonnen erhöht haben. Die Ausfuhren reduzierten sich im selben Zeitraum um ein Prozent auf rund 485.500 Tonnen. Wichtigster Zulieferer ist bei Pellets bislang Dänemark. Mit rund 66.600 Tonen stammten rund 27 Prozent der gesamten Pelletimporte aus Dänemark. Im Gegenzug exportierte Deutschland in das Nachbarland insgesamt knapp 96.000 Tonnen.
Weitere Bioenergie-Themen der aktuellen Ausgabe widmen sich unter anderem einer neuen Biogas-Forschungsanlage, Übernahmen im Holzpelletbereich sowie den Preisentwicklungen in den Bereichen Biodiesel, Getreide und Ölsaaten.
SOLARENERGIE
Die Nachfrage nach PV-Equipment legt aktuell deutlich zu. Nachdem bereits der VDMA einen schlagartigen Anstieg des Interesses an Anlagen zur Herstellung von Solarzellen und -modulen ausgemacht hat (EUWID 4/2014), meldet jetzt die Blaubeurer centrotherm-Gruppe einen Auftragseingang in Höhe von rund 30 Mio. € in den Monaten Dezember 2013 und Januar 2014. Im Geschäftsbereich Photovoltaik verfüge centrotherm damit aktuell über einen Auftragsbestand im Einzelanlagenbau von rund 62 Mio. €, teilte das Unternehmen mit.
Den Aufwärtstrend sehnen die Solarzulieferer schon lange herbei. Bei Roth & Rau in Hohenstein-Ernstthal etwa hat die Branchenkrise im vergangenen Jahr noch tiefe Spuren hinterlassen. Der Konzern-Umsatz verringerte sich im Vergleich zum Vorjahr nach vorläufigen Berechnungen von 154,1 Mio. € auf rund 77 Mio. €. Aber auch bei Roth & Rau geht der Trend erkennbar nach oben, wie der Auftragseingang zeigt: Nach insgesamt 43,1 Mio. € in den ersten drei Quartalen kamen allein im letzten Quartal Bestellungen in Höhe von 35,6 Mio. € dazu.
Weitere Themen der aktuellen Ausgabe im Bereich der Solarenergie beleuchten die jüngsten Entwicklungen bei S.A.G. Solarstrom und Colexon. Die neuesten Daten zur Solarstromeinspeisung und die Modulpreisentwicklung werden in EUWID Neue Energien 8/2014 ebenfalls nachgezeichnet.
WINDENERGIE
Die Aachener Stawag und die Stadtwerke Lübeck führen ihre Projektaktivitäten im Bereich erneuerbarer Energien in einer gemeinsamen Gesellschaft, der Trave Erneuerbare Energien GmbH und Co. KG (Trave EE), zusammen. Das neue Unternehmen will sich insbesondere um Onshore-Windenergie-Projekte kümmern und in den kommenden Jahren so rund 80 MW Repowering oder neue Anlagen umsetzen.
Mehr als ein halbes Jahr nach seiner Fertigstellung ist der Nordsee-Windpark Riffgat ans Stromnetz angeschlossen. Die 30 Turbinen erzeugen zwar noch keine Energie, bekommen aber jetzt Strom vom Festland. Damit können sie gekühlt und schrittweise eingeschaltet werden.
Das Schweizer Energieunternehmen Repower investiert zunehmend in den Ökostrom-Ausbau in Deutschland und sieht Erfolgsaussichten durch eine Vernetzung mit Energieversorgern vor Ort. „Windkraftprojekte können aus unserer Sicht er-folgreich sein, wenn sie im Joint Venture mit Versorgern realisiert werden, die vor Ort präsent sind“, sagte Markus Claudius Romberg, Geschäftsführer von Repower Wind Deutschland GmbH.
In den Firmenmeldungen werden die Forderungen der Windreich-Gläubiger, sowie ein neues Auslandsprojekt des Hamburger Windanlagenherstellers Nordex thematisiert.









