openPR Recherche & Suche
Presseinformation

Gebäudeenergieausweis führt zu Informationswirrwarr

18.02.201416:52 UhrIndustrie, Bau & Immobilien
Bild: Gebäudeenergieausweis führt zu Informationswirrwarr
Zahlreiche Vertreter der Wohnungswirtschaft informierten sich über die Auswirkungen der EnEV 2014.
Zahlreiche Vertreter der Wohnungswirtschaft informierten sich über die Auswirkungen der EnEV 2014.

(openPR) • Nebenkostenabrechnungen früherer Heizperioden einzige realistische Informationsquelle für Käufer und Mieter

„Die zum 1. Mai 2014 greifenden Regelungen zur künftigen Verwendung von Energieausweisen sollen die Verbraucher bei der Wahl geeigneter Gebäude und Wohnungen unterstützen. Statt dieser besseren Übersicht aber werden die bald geltenden Regelungen zu einem Informationschaos führen.“ Diese Einschätzung vertraten bei einem Forum des Verbandes der Südwestdeutschen Wohnungswirtschaft (VdW südwest) und der südwestdeutschen Fachakademie der Immobilienwirtschaft in Frankfurt nahezu übereinstimmend alle Experten.



Einführung von Energieeffizienzklassen
Ab dem 1. Mai greifen die Neuregelungen der sogenannten Energieeinsparverordnung (EnEV) 2014. Diese sieht bei Energieausweisen die Einführung von Energieeffizienzklassen vor. Die vorgesehenen Kennzeichnungen erinnern dabei an Haushaltsgeräte, bei denen, wie künftig auch bei Gebäuden, eine energetische Einstufung erfolgt. Dem Verbraucher, bei Häusern dem Käufer einer Wohnung genauso wie dem Mieter, soll mit der Einführung von Effizienzklassen von A+ bis H eine wichtige Grundinformation zum energetischen Zustand an die Hand gegeben werden.

Aussagen irreführend für Kalkulation der Heizkosten
Doch sehen die Experten bei der angestrebten Transparenz gleich mehrere Probleme. „Zu Irritationen wird schon alleine die Tatsache führen, dass auf dem Markt bereits Energieausweise existieren. Diese wurden in den letzten Jahren erstellt und sind nach den geltenden Regelungen zehn Jahre gültig“, so Rudolf Ridinger, Vorstand des VdW südwest.

Bei den bisherigen Ausweisen existieren zwei unterschiedliche Typen: der Bedarfs- und der Verbrauchsausweis. Dabei habe sich in der Praxis gezeigt, dass der vermeintlich exakte Bedarfsausweis, da auf Grundlage technischer Merkmale erstellt, von dem realen Energieverbrauch häufig erheblich abweicht. Zudem werde, so Ridinger, bei den Energieausweisen zwischen Primär- und Endenergie unterschieden. Den Käufer oder Mieter einer Wohnung interessiere in der Regel allerdings nicht das Ergebnis einer energie- und klimapolitisch motivierten Rechenformel oder eine energetische Unterscheidung, sondern hauptsächlich die Kosten, die er künftig für das Heizen einkalkulieren muss. Bei einer Effizienzklasse kann es aber, zum Beispiel aufgrund unterschiedlicher Energieträger wie Gas oder Fernwärme, zu erheblichen Differenzen bei den zu zahlenden Heizkosten kommen. Unterschiedliche regionale Preisgefüge kämen hinzu, die ebenfalls die Aussagekraft des Ausweises bezüglich der anfallenden Heizkosten einschränkten.

Nur bei neuen Gebäuden eine Orientierungshilfe
Der Verbrauchsausweis sei zwar generell die bessere Informationsgrundlage, doch liefere auch er für Verbraucher nur bedingt aussagekräftige Einschätzungen zu den Heizkosten. Die beste Informationsquelle seien deshalb bei bestehenden Gebäuden immer noch die vom Vermieter veranschlagten „warmen Nebenkosten“ für die Vorauszahlung. Diese würden in der Regel so kalkuliert, dass sie zu keinen Nachforderungen bei späteren Abrechnungen führen. Beim Erwerb von Bestandswohnungen seien die entsprechenden Nebenkostenabrechnungen früherer Beheizungszeiträume die beste Informationsgrundlage.

Lediglich bei neuen Gebäuden sei der Energieausweis eine Informationsquelle, die Hinweise für den Energiebedarf enthalten. Allerdings sei das Heizverhalten, neben den Energiepreisentwicklungen, auch hier ausschlaggebend für die dann tatsächlich anfallenden Kosten. Der Energieausweis diene deshalb auch in diesen Fällen lediglich als Orientierungshilfe.

Bisherige Energieausweise in der Vermietungspraxis kaum nachgefragt
Zusammenfassend stellt Ridinger fest, dass die Ausweise bereits bislang nicht die von den Befürwortern erhofften Fortschritte gebracht haben. „Hier wurde viel Geld in den Sand gesetzt“, so Ridinger. Auch würden die Ausweise insbesondere bei Vermietungen faktisch nicht nachgefragt. Einen Grund sieht er dabei in dem primären Interesse der Verbraucher an den Kosten und nicht an – wie auch immer berechneten – energetischen Kennwerten. Dies werde sich auch durch den neuen Ausweis nicht ändern. Die Konsequenz sei vielmehr, dass der Verbraucher noch weiter verunsichert werde. Widersprüchlicher, so Ridinger, ginge es nicht.

Diese Pressemeldung wurde auf openPR veröffentlicht.

Verantwortlich für diese Pressemeldung:

News-ID: 778160
 1474

Kostenlose Online PR für alle

Jetzt Ihren Pressetext mit einem Klick auf openPR veröffentlichen

Jetzt gratis starten

Pressebericht „Gebäudeenergieausweis führt zu Informationswirrwarr“ bearbeiten oder mit dem "Super-PR-Sparpaket" stark hervorheben, zielgerichtet an Journalisten & Top50 Online-Portale verbreiten:

PM löschen PM ändern
Disclaimer: Für den obigen Pressetext inkl. etwaiger Bilder/ Videos ist ausschließlich der im Text angegebene Kontakt verantwortlich. Der Webseitenanbieter distanziert sich ausdrücklich von den Inhalten Dritter und macht sich diese nicht zu eigen. Wenn Sie die obigen Informationen redaktionell nutzen möchten, so wenden Sie sich bitte an den obigen Pressekontakt. Bei einer Veröffentlichung bitten wir um ein Belegexemplar oder Quellenennung der URL.

Pressemitteilungen KOSTENLOS veröffentlichen und verbreiten mit openPR

Stellen Sie Ihre Medienmitteilung jetzt hier ein!

Jetzt gratis starten

Weitere Mitteilungen von VdW südwest - Verband der Südwestdeutschen Wohnungswirtschaft e.V.

12,5 Millionen Menschen in Mieterhaushalten drohen durch neues Telekommunikationsgesetz höhere Kosten
12,5 Millionen Menschen in Mieterhaushalten drohen durch neues Telekommunikationsgesetz höhere Kosten
• Bundeswirtschaftsministerium will Änderung der Betriebskostenverordnung im Mietrecht • Digitalisierung und Breitbandausbau werden massiv behindert Im Rahmen der laufenden Novellierung des Telekommunikationsgesetzes drängt das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie auf eine Einschränkung oder Abschaffung der mietrechtlichen Umlagefähigkeit der Betriebskosten für Inhaus-Breitbandnetze. Die Umlage beinhaltet auch die laufenden Entgelte für eine TV-Grundversorgung. „Eine Änderung der Betriebskostenverordnung hätte besonders für finanzi…
Bild: „Wir sorgen auch künftig für bezahlbare Mieten“Bild: „Wir sorgen auch künftig für bezahlbare Mieten“
„Wir sorgen auch künftig für bezahlbare Mieten“
VdW südwest beschließt Kodex für faires Mi(et-einander beim Wohnen Finanz- und Bauministerin Doris Ahnen: „Ich begrüße das Engagement und den Kodex des Verbandes der Südwestdeutschen Wohnungswirtschaft sehr. Es ist gut, dass wir mit den Mitgliedsunternehmen des VdW südwest und den Unterzeichnern des Kodexes an einem Strang ziehen, um mehr bezahlbaren Wohnraum zu schaffen.“ Mit einem starken Signal für preiswertes, soziales und klimafreundliches Wohnen melden sich die Mitglieder des Verbandes der Südwestdeutschen Wohnungswirtschaft (VdW südw…

Das könnte Sie auch interessieren:

Bundesweite Energieausweiserstellung im online-Verfahren
Bundesweite Energieausweiserstellung im online-Verfahren
Rheine, den 26. März 2007. Gemäß der Energiesparverordnung (EnEV) müssen alle Eigentümer von Gebäuden und Wohnungen ab dem 01. Januar 2008 den so genannten Gebäudeenergieausweis erstellen lassen. Dieser Ausweis weist den Energieverbrauch einer Immobilie aus. „Wird ein Gebäude verkauft oder vermietet, so muss der Hauseigentümer dem Käufer beziehungsweise …
Bild: Mit Energieberatung aus der KlimakriseBild: Mit Energieberatung aus der Klimakrise
Mit Energieberatung aus der Klimakrise
… rentabelsten Produkte identifizieren und zielorientiert vergleichen.“ *Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle hat keinerlei Zuständigkeit für Energiepass bzw. Gebäudeenergieausweis. Es fördert im Rahmen der Richtlinien zur sogenannten Vor-Ort-Beratung die Energiesparberatung für Wohngebäude durch fachkundige Personen (Energieberater/Innen). Der …
Ab 1. Mai wird der Energieausweis Pflicht: Gebäudeenergieausweis führt zu Informationswirrwarr
Ab 1. Mai wird der Energieausweis Pflicht: Gebäudeenergieausweis führt zu Informationswirrwarr
… der Wahl geeigneter Gebäude und Wohnungen unterstützen. Statt dieser besseren Übersicht aber werden die bald geltenden Regelungen zu einem Informationswirrwarr führen.“ Diese Einschätzung vertraten bei einer Regionalkonferenz des Verbandes der Südwestdeutschen Wohnungswirtschaft (VdW südwest) übereinstimmend alle Experten. Einführung von Energieeffizienzklassen Ab …
Bild: Gebäudeenergieausweis – ein Maßstab für die WohnungswahlBild: Gebäudeenergieausweis – ein Maßstab für die Wohnungswahl
Gebäudeenergieausweis – ein Maßstab für die Wohnungswahl
… 2002 wurde er für Neubauten eingeführt, ab Juli 2008 ist er auch für die meisten Bestandsgebäude bei Verkauf oder Neuvermietung Pflicht: der Gebäudeenergieausweis. Je nach Ausführung gibt er Aufschluss über Energiebedarf (Bedarfsausweis) oder Energieverbrauch (Verbrauchsausweis) des Gebäudes und zeigt anhand einer Kennzahl dessen energetische Qualität. …
Bild: Gebäudeenergieausweis ist jetzt Pflicht - Energie sparen mit Rollläden und SonnenschutzBild: Gebäudeenergieausweis ist jetzt Pflicht - Energie sparen mit Rollläden und Sonnenschutz
Gebäudeenergieausweis ist jetzt Pflicht - Energie sparen mit Rollläden und Sonnenschutz
Der bundesweit einheitliche Gebäudeenergieausweis gibt ab sofort Auskunft über den Energieverbrauch eines Hauses. Neben einer effizienten Heizungsanlage und Wärmedämmung tragen Rollläden und Sonnenschutzprodukte zur Energieeinsparung bei, denn sie schließen Gebäudeöffnungen vor unliebsamen Witterungseinflüssen wie Sonne, Kälte oder Wind ab. Im Sommer …
2. Bremer Altbautage am 19./20. April
2. Bremer Altbautage am 19./20. April
… Fragen rund um die energieeffiziente Modernisierung und Tipps aus der Praxis. Themen sind unter anderem Gebäudeenergieberatung, Finanzierung und Förderung, Wärmedämmung, der Gebäudeenergieausweis, innovative Heiztechnik, Lüftungssysteme und Raumklima, Solarenergie und -wärme sowie Fenster und Türen. Mehr als 90 Aussteller aus den Bereichen Planung, Handwerk …
Bild: Neuer EVEU-Vorsitzender will Verbraucher vor unseriösen Beratern schützenBild: Neuer EVEU-Vorsitzender will Verbraucher vor unseriösen Beratern schützen
Neuer EVEU-Vorsitzender will Verbraucher vor unseriösen Beratern schützen
… Sensibilisierung für Umwelt- und Klimaschutz in der Bevölkerung ist der Markt in den vergangenen Jahren regelrecht explodiert“, erklärt Thomas Lohr. Neuregelungen, wie der Gebäudeenergieausweis oder die EnEV2009 hätten den Energieberatern in Deutschland zusätzlich seit Monaten volle Auftragsbücher beschert und zu teils langen Wartelisten geführt. „Ein solcher …
Europäischer Verband der Energie- und Umweltschutzberater begrüßt Einführung von Energieausweis
Europäischer Verband der Energie- und Umweltschutzberater begrüßt Einführung von Energieausweis
… anderen Wohnung etwas sparen oder gar etwas für die Umwelt tun könnte. „Hier müssen die Verbraucher noch wachgerüttelt werden“, glaubt Sedlmeier und hofft dabei auf den Gebäudeenergieausweis. Vom 1. Januar 2008 an braucht jedes vor 1965 gebaute Haus bei einem Nutzerwechsel einen Energieausweis, ein halbes Jahr später sind auch jüngere Häuser an der …
Wohnungsmarkt zwischen Sozialwandel und Rendite
Wohnungsmarkt zwischen Sozialwandel und Rendite
… Nachhaltigkeit und Wohnungsprivatisierung werden ebenso beleuchtet wie der Investmentmarkt für Wohnimmobilien, Facility Management und erste Erfahrungen mit dem Gebäudeenergieausweis. Das Veranstaltungsprogramm ist im Internet abrufbar unter: http://www.iir.de/wohnungswirtschaft/dn-pr. Wie sich die Wohnungswirtschaft verändern muss, um zukunftsfähig zu sein, …
Bild: Gebäudeenergieausweis ab 2008 PflichtBild: Gebäudeenergieausweis ab 2008 Pflicht
Gebäudeenergieausweis ab 2008 Pflicht
… betroffen Stuttgart, den 8. Januar 2007. Gemäß der Energiesparverordnung (EnEV) müssen Eigentümer von Gebäuden und Wohnungen ab dem 01. Januar 2008 den so genannten Gebäudeenergieausweis erstellen lassen. Dieser Ausweis weist den Energieverbrauch einer Immobilie aus. „Wird ein Haus verkauft oder vermietet, so muss der Eigentümer dem Käufer beziehungsweise …
Sie lesen gerade: Gebäudeenergieausweis führt zu Informationswirrwarr