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Erstes Fraunhofer-Zentrum in Rheinland-Pfalz feierlich eingeweiht

21.02.200617:20 UhrIT, New Media & Software

(openPR) Dass das neue Fraunhofer-Zentrum nach nur zwei Jahren Bauzeit mit einer Feierstunde offiziell seiner Bestimmung übergeben werden konnte, ist vor allem der guten Zusammenarbeit von Geldgebern, Architekten, Bauherren und Baufirmen zu verdanken. Wie zu Beginn erhofft, bildet das neue Fraunhofer-Zentrum nun den Kern eines neuen Technologieparks an der Trippstadter Straße, denn weitere Institute und Firmen werden sich in naher Zukunft dort ansiedeln.


Die stimmungsvolle Veranstaltung vereinte eine große Zahl von Politikern, Wirtschaftsvertretern und Wissenschaftlern, die in den vergangenen Jahren engagiert und entschlossen die Idee verfolgt hatten, in Ergänzung zur Technischen Universität und zur Förderung des Standortes Kaiserslautern ein Kompetenzzentrum mit wissenschaftlicher Schrittmacherfunktion zu schaffen. Das Zentrum entstand nun binnen kürzester Zeit in unmittelbarer Nachbarschaft der Technischen Universität Kaiserslautern.

Der Präsident der Fraunhofer-Gesellschaft, Prof. Hans-Jörg Bullinger, betonte in seinem Festvortrag mit dem Thema "Perspektiven für Zukunftsmärkte" insbesondere die Bedeutung der Fraunhofer IuK-Gruppe, der auch die beiden Institute Fraunhofer IESE und Fraunhofer ITWM angehören. Mit 15 Mitgliedsinstituten und einem Jahresbudget von 170 Mio € ist die Fraunhofer IuK-Gruppe nicht nur der größte Institutsverbund innerhalb der Fraunhofer-Gesellschaft, sondern der größte Forschungsverbund für Informations- und Kommunikationstechnik in Europa. Durch die räumliche Nähe zueinander können die beiden Institute IESE und ITWM nun bestehende Synergien noch besser nutzen, wodurch der Mehrwert für Auftraggeber aus der IuK-Branche steigt. Für Prof. Bullinger kann das neue Fraunhofer-Zentrum hierfür wichtige Impulse liefern: "Gebäude sind Räume für Begegnungen. Offenheit und Transparenz in der Architektur schaffen die Grundlage für Kommunikation. Werte entstehen dort, wo Menschen interdisziplinäres Wissen zusammenbringen und kreativ Neues erschaffen", so Prof. Bullinger in seiner Ansprache.

Gemeinsam mit der Forschungskompetenz der Technischen Universität Kaiserslautern, den beiden Fraunhofer-Instituten und dem Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz werde die Region Westpfalz und das ganze Land zu einem weltweit sichtbaren Zentrum für die Informationstechnologie ausgebaut, sagte Ministerpräsident Kurt Beck. "Mit gezielten Investitionen hat die Landesregierung in ehemals strukturschwachen Regionen Wachstumskerne ge-schaffen, die langfristig die Zukunft des Landes sichern." Das Land habe in den vergangenen Jahren erhebliche Anstrengungen zum Ausbau und zur Fortentwicklung des Forschungs-, Wissenschafts- und Hochschulstandorts Rheinland-Pfalz unternommen und damit die Grundlage für gute Bildung und Ausbildung und die Schaffung neuer Arbeitsplätze gelegt. Als Beispiel führte der Ministerpräsident die Ausgaben für die Hochschulen an: Von 1991 bis 2004 seien sie um 59,5 Prozent gesteigert worden. Dies belege eindrucksvoll, dass die Wissenschafts- und Hochschulpolitik einer der Schwerpunkte der Landesregierung sei.

Der Leiter der Abteilung für Information und Kommunikation sowie Neue Technologien im Bundesministerium für Bildung und Forschung, Dr. Wolf-Dieter Lukas, betonte die Entschlossenheit, mit der die Bundesregierung auf Forschung, Entwicklung und Innovation setze. Eine der ersten Entscheidungen des Kabinetts sei es gewesen, für diesen Bereich sechs Mrd. € zusätzlich bereit zu stellen. "Innovationspolitik aus einem Guss ist der Anspruch." Er hob die besondere Rolle der Informations- und Kommunikationstechnik als Innovationsmotor hervor und verwies auf die herausragende Stellung des Standortes Saarbrücken / Kaiserslautern im Bereich der Informatik.

Kaiserslauterns Oberbürgermeister Bernhard Deubig charakterisierte das Großprojekt als eine entwicklungspolitisch kluge Entscheidung, mit der man den hohen Erwartungen in jeglicher Hinsicht mehr als entsprechen werde. Der Präsident der Technischen Universität Kaiserslautern, Prof. Helmut J. Schmidt, ging in seinem Grußwort insbesondere auf die vielfältigen Synergieeffekte ein, die sich zwischen der Universität und dem neuen Fraunhofer-Zentrum bereits eingestellt hätten bzw. sich noch einstellen werden. Die in Europa beispiellose Konzentration von IT-Forschung und -Entwicklung werde die Bedeutung des Wissenschaftsstandorts Kaiserslautern langfristig festigen helfen, so Prof. Schmidt.

Mit Dankesworten wandten sich die Institutsleiter an Freunde und Förderer. Der Stolz auf Erreichtes und der Ausblick auf neue Potenziale, die das Fraunhofer-Zentrum bietet, bestimmten die Ansprachen der Fraunhofer-Direktoren. Prof. Dieter Rombach vom Fraunhofer IESE sah insbesondere den Innovationsprozess von der ersten Idee bis zur industriellen Erprobung in idealer Weise durch das klar strukturierte und multifunktionale Gebäude unterstützt. Der Leiter des ITWM, Prof. Dieter Prätzel-Wolters, zog zudem Parallelen zur Mathematik: Wie diese überzeuge das neue Fraunhofer-Zentrum mit seinen schönen Formen, seinen klaren Strukturen und seinen eleganten Wegen.

Prof. Horst Ermel, der mit seinem Architektenbüro ASPLAN die Planung und Erstellung des Bauprojektes leitete, zeigte sich hoch zufrieden, dass der anvisierte Einzugstermin im zweiten Halbjahr 2005 verzugsfrei eingehalten werden konnte. Für ihn fördert die qualifizierte Architektur die Kommunikation und erzeugt Innovation - eine der Voraussetzungen für erfolgreiche Forschung.

Das mit 47 Millionen Euro veranschlagte Vorhaben verlief durchweg plangemäß - ein bei der gegebenen Komplexität des Projekts durchaus bemerkenswerter Aspekt. Im August 2005 konnte das Fraunhofer IESE seine neuen Räume beziehen, das Fraunhofer ITWM folgte Anfang 2006. Die Steuerung des Gesamtprojektes lag bei der Bauabteilung der Fraunhofer-Gesellschaft.

Der Festakt mit über 200 geladenen Gäste klang aus mit einem kleinen Imbiss begleitet von den Klängen des Helmut Engelhardt-Quartetts.

Zahlen und Fakten zum Neubau Fraunhofer-Zentrum:
o Gründung Fraunhofer IESE: 1. Januar 1996; MitarbeiterInnen: 203(Stand: 2005)
o Gründung Fraunhofer ITWM: 09.11.1995 als Landesinstitut, ab 01.01.2001 Fraunhofer-Institut; MitarbeiterInnen: 240 (Stand: 2005)
o Grundrissfläche für das Institutszentrum: 19 100 qm
o Grundstücksfläche insgesamt: 29 000 qm
o Fertigstellung des Institutszentrums: Ende 2005
o Finanzvolumen insgesamt: 47,4 Mio. Euro netto
o Förderung durch den Europäischer Fonds für Regionalentwicklung (EFRE), den Bund und das Land Rheinland-Pfalz

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