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Einsame Strände und hohe Berge

13.02.201412:37 UhrFreizeit, Buntes, Vermischtes

(openPR) Zu Besuch bei dem Sasak-Volk auf Lombok in Indonesien

von Ursula Angelika Küffner

Die kleine Straße schlängelt sich durch die üppig grüne Landschaft stetig bergauf, durch kleine Dörfer, vorbei an malerischen Reisterrassen, wo die Reisbauern auf ihren Feldern unbeirrt ihrer Arbeit nachgehen, führt schließlich direkt in den schier undurchdringlich erscheinenden Dschungel und endet dann abrupt an einem kleinen Gästehaus im immer dichter werdenden Regenwald. Hier kann man für den weiteren Weg - einen unbefestigten schmalen Trampelpfad - einheimische Kinder als Führer anmieten und setzt dann mit ortskundiger Begleitung die Tour durch den Dschungel fort. Die graubraunen Javaneraffen verlassen kreischend ihren Platz am Wegesrand und schimpfen aus sicherer Entfernung von den Baumkronen aus auf die Störenfriede herab. Immer weiter führt der Weg bergauf und an den Stellen, an denen sich der Urwald etwas lichtet hat man einen wundervollen Blick auf den beeindruckenden Mount Rinjani. Schließlich wird der Dschungel wieder dichter und endlich kündigt das gewaltige Rauschen eines Wasserfalls das nahe Ziel der Tour an und verspricht Erfrischung und Abkühlung.



Bei Tetebatu, einem kleine Ort im nördlichen Teil Lomboks, Balis noch ursprünglicher Nachbarinsel, kann man noch unberührte Natur erleben und je nach Kondition kleine oder auch schon längere Dschungelwanderungen z. B. zu den Wasserfällen, die sich hier in der Gegend befinden, unternehmen.
Im Blickfeld hat man dabei fast immer den gewaltigen Gunung Rinjani, Lomboks beeindruckenden Vulkan, der die imposante Höhe von 3726 m erreicht. Dieser drittgrößte Berg Indonesiens ist ein beliebtes Ausflugsziel für Abenteurer und Bergsteiger aus aller Welt. Die Aufstiegsroute beginnt im Dorf Batu Koq, für die eine sehr gute Kondition erforderlich ist, aber keine besondere bergsteigerische Erfahrung. Im Dorf kann man auch Träger und Führer anmieten, wobei der Weg zum Kraterrand kaum zu verfehlen ist. Für das gesamt Abenteuer sollte man mindestens vier Tage einplanen und das ganze Unternehmen sorgfältig planen, da man für die Übernachtungen auf dem Rinjani für Ausrüstung (Zelt, Essen, Wasser, Kälte- und Nässeschutz) selber sorgen muss, Schutz- bzw. Blockütten sind nur vereinzelt vorhanden. Die meisten Bergwanderer steigen bis zum Kratersee und den heißen Quellen auf, der Kraterrand befindet sich auf ca. 2600 m, von dem aus man zu dem Kratersee auf 2000 m hinabsteigt. Den eigentlichen Gipfel des Rinjani sollten aber nur erfahrene Bergsteiger erklimmen, weil die Besteigung wirklich recht beschwerlich ist.
Von solchen Strapazen erholt man sich am besten am Senggigi-Strand an Lomboks Westküste, wo sich die touristischen Einrichtungen der indonesischen Sunda-Insel Lombok konzentrieren. Am kilometerlangen Senggigi-Strand findet man Restaurants, Unterkünfte und auch internationale Hotels mit traumhaften Poolanlagen inmitten von tropischen Gärten wie zum Beispiel das Intan Laguna Senggigi. Der palmengesäumte Strand von Senggigi lädt auch zu langen Strandspaziergängen ein, z. B. zum kleinen balinesischen Tempel Batu Bolong südlich des Ortes Senggigi. Auf dem Weg dorthin kann man sich mit den Strandverkäufern unterhalten, die alles was man zum Leben auf Lombok benötigt, direkt am Meer verkaufen: Sarongs, Decken, Strohhüte, frische Ananas und große Wasserflaschen oder um die Waren feilschen. Später, an einsameren Strandabschnitten, beobachtet man die Fischer, wie sie auf beschwerliche Art und Weise ihren Fang einbringen und so ihren Lebensunterhalt verdienen: Ganz früh fahren sie mit ihren krakenarmigen Auslegerbooten, die aussehen wie große Garnelen, aufs Meer hinaus und werfen ihre Netze aus, die sie an langen Seilen befestigt haben. Wieder zurück auf dem Land holt dann die ganze Familie das Netz ein, d. h. man sitzt zusammen am Strand, schwatzt und zieht an den starken Seilen das Netz an Land. Wer wartet, bis der Fang an Land gezogen ist, der kann dann einen Blick auf den teils recht exotischen Netzinhalt werfen und die Fischer beim sortieren des Fangs fotografieren.

Schließlich am Batu Bolong angekommen kann auf dem Felsen nach Haien Ausschau halten, von denen es hier etliche gibt. Der Tempel ist direkt auf einen Felsvorsprung ins Meer gebaut. Früher wurden an dieser Stelle vom Batu Bolong aus nach einer Legende Jungfrauen geopfert, die man vom Felsen einfach ins Meer zu den Haien stieß. Deshalb soll man vom Felsen aus noch heute zahlreiche Haie sichten, weshalb es nicht ratsam ist, hier zu baden. Im Tempel selbst führt ein Felsendurchgang zum nächsten Strandabschnitt, auf dem man seinen Spaziergang dann fortsetzen kann.

Wer noch einsamere Badestrände sucht, der muß von Senggigi aus in den Norden fahren. An der Nordwestküste von Lombok reihen sich zahlreiche menschenleere Traumstrände aneinander, die schattigen Palmen laden direkt am Strand zu einem Picknick ein und das türkisfarbene glasklare Wasser zu Schnorchelexkursionen im Meer.

Auf keinen Fall sollte man sich die Chance entgehen lassen, die "Gilis" zu besuchen. Die "Gilis" nennt man das der Nordwestküste Lomboks vor gelagerte Inseltrio, das aus den paradiesischen Eilanden Gili Air, Gili Meno und Gili Terawangan besteht. Von Bangsal aus kann man mit dem öffentlichen Busboot oder mit einem angemieteten Fischerboot zu den "Gilis" übersetzen.

Gili Air, die "Wasserinsel" erreicht man als erstes. Sie ist auch die bevölkerungsreichste Insel, man findet die meisten Unterkünfte und einen Tauchladen. Die Insulaner leben hauptsächlich vom Fischfang und dem Ertrag ihrer Kokospalmen und seit neuestem auch vom Tourismus. Die Touristen kommen fast ausschließlich zum Baden, Schnorcheln und Tauchen auf die Gilis, die mit ihren weißen Sandstränden und sehenswerten Korallengärten an kleine Südseeparadiese erinnern.

Wer etwas mehr Unterhaltung sucht, der sollte sich in die Hauptstadt Lomboks aufmachen bzw. in die Drei-Städte-Metropole Ampenan, Mataram und Cakranegara. Ampenan ist die ursprünglichste der drei Städte: Das Gassengewirr im arabischen Viertel, der chinesische Tempel und Friedhof und schließlich ein großer Einheimischenmarkt zählen zu den Attraktionen von Ampenan. Mataram, die offizielle Hauptstadt der indonesischen Provinz Nusa Tenggara Barat, zu der neben Lombok auch die Nachbarinsel Sumbawa gehört, verfügt dagegen über moderne repräsentative Regierungsgebäude, Banken und Firmensitze. Cakranegara, liebevoll Cakra genannt, ist schließlich die Einkaufsstadt Lomboks. Hier reiht sich Laden an Laden und Werkstatt an Werkstatt und es gibt sogar einen großen Supermarkt. Der quirlige Markt, der Pasar von Cakra, ist ebenso sehenswert wie der Pura Meru, ein 1720 erbauter balinesischer Tempel und auch der Mayura-Wasserpalast.

Von Cakra aus gibt es auch sehr gut ausgebaute Straßen in den Süden Lomboks. Vorbei an Baumwollplantagen führt die Fahrt durch Melonen- und Chilifelder. Die Landschaft wird immer karger, fast steppenartig, denn der Süden Lomboks ist extrem heiß und trocken. In Sukarara, einem typischen Sasak-Dorf findet man zahlreiche Webereien. Die Sasaks, die hier leben und das Gros der Bevölkerung Lomboks ausmachen sind malaiisch-stämmig und freundlich-zurückhaltend zu den Touristen. Die Kinder sind jedoch sehr kontaktfreudig, schwatzen aufgeregt auf die Besucher ein und lassen sich gerne fotografieren.
In den Webereien von Sukarara findet man wunderschöne handgewebte bunte Decken, Wandbehänge, Tischdecken und Tücher. Fast jeder Haushalt hat mindestens einen eigenen Webstuhl, an dem eine Frau oft wochen- oder auch monatelang arbeitet um ein einziges großes Tuch herzustellen, das dann an Festtagen wie ein Sarong getragen wird. Die Frauen lassen sich gerne beim Weben über die Schulter schauen und die freundlichen Einheimischen erklären gerne den neugierigen Touristen alles, was diese wissen wollen.

Weiter Richtung Süden auf der Hauptstraße erreicht man Penujak, ein ursprüngliches Töpferdorf. Hier wird rote Keramik nach traditioneller Machart gefertigt. Auch in diesem Dorf zeigen die Einheimischen den Besuchern gerne ihren Wohnort und führen sie in die Werkstätten. Das Dorf liegt direkt an einem Fluss aus dem die Frauen das Wasser, das sie zum Kochen brauchen, zu ihren Hütten schleppen müssen. Während sich kleine Kinder planschend im Fluss baden, waschen ihre Mütter gleich daneben die Wäsche.
Südlich von Penujak kommt man zu noch ursprünglicheren Sasak-Dörfern, z. B. Sade/Rambitan. Von den freundlichen Sasaks wird man gleich herzlich aufgenommen. Man erhält im Dorf Einblick in ihr Familienleben und kann ihre Häuser und Reisspeicher besichtigen.

An der Südküste Lomboks liegt Kuta an einem wunderbaren einsamen Strand. Dieser Ort ist noch frei von Touristenmassen und wirkt gänzlich unberührt. Am weißen Traumstrand kann man, umgeben von neugierigen Kindern aus der Region, in der Sonne dösen oder im warmen klaren Meer mit den bunten tropischen Fischen um die Wette schwimmen.

Kurzinfos über Reisen nach Indonesien:

Einreise: Reisende aus der Bundesrepublik Deutschland benötigen für eine Touristenreise von maximal 60 Tagen kein Visum.

Anreise: Von Frankfurt nach Jakarta (Java) je nach Zwischenlandungen ca. 15 Stunden Flugzeit.
Von Jakarta aus fliegt die indonesische Fluggesellschaft Mataram (Lombok) täglich an.

Unterkunft auf Lombok: Das Intan Laguna Senggigi ist eines der besten Hotels auf Lombok, liegt an der Westküste der Insel direkt am Meer und verfügt über eine wunderschöne tropische Gartenanlage mit riesiger Poollandschaft.

Reisezeit: Die beste Reisezeit ist die Trockenzeit auf Lombok, von Mai bis Oktober.

Sprache: Bahsa Indonesia - Englisch wird aber fast überall verstanden.

Gesundheit: Prophylaktische Maßnahmen gegen Typhus/Paratyphus, Polio, Tetanus, Diphtherie, Hepatitis A und vor allem gegen Malaria werden empfohlen

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