(openPR) "EREMITAGE" gewinnt den Wettbewerb "Restaurant der Zukunft - The next Generation"
Sehen und gesehen werden, in geselliger Runde essen und Spaß haben: Das gehört doch zu einem gelungenen Restaurantbesuch dazu - oder? Aber was, wenn man ohne Begleitung zum Essen geht? Für diesen bislang vernachlässigten Gästekreis hat die Architekturstudentin Kathrin Hermanns das visionäre Lokal "EREMITAGE" entworfen, bei dem jeder Gast in seinem eigenen Häuschen alleine genießt.
Dieses ebenso atemberaubende wie polarisierende Konzept ist der Sieger der neuen Runde des weltweit einzigartigen Wettbewerbs "Restaurant der Zukunft", den die Fachzeitschrift Gastronomie-Report dieses Mal in Kooperation mit der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste in Stuttgart veranstaltet hat.
"EREMITAGE" kann als Antwort auf die Vereinsamungstendenzen der modernen Gesellschaft interpretiert werden. Es rückt die stetig wachsende Zahl der Singles, die nicht alleine essen gehen wollen und deshalb auf Fast Food oder Delivery-Service zurückgreifen, als wichtige Zielgruppe für die Gastronomie von morgen in den Mittelpunkt.
Im EREMITAGE sitzen alle Gäste an einem langen Tisch, aber jeder für sich und vor den Blicken der anderen geschützt. Selbst auf dem Weg zu den kleinen "Gäste-Häuschen" finden keinerlei Begegnungen statt. Positiv formuliert wird der Restaurantbesuch so zu einem spirituellen Erlebnis, bei dem sich der Gast auf den kulinarischen Genuss und auf sich selbst konzentriert: Einsiedelei statt Geselligkeit!
Die Preisverleihung des Zukunftswettbewerbs fand am 31. Januar im Rahmen des "Gastronomie-Forums" in der Messe Stuttgart statt und wurde durch den Extrembergsteiger Alexander Huber vorgenommen. Anschließend konnten während der INTERGASTRA (1.-5- Februar) 6 ausgewählte Modelle aus dem Wettbewerb am Stand des Gastronomie-Report besichtigt werden.
Was sich schon bei der Preisverleihung angekündigt hatte, wurde während der INTERGASTRA bestätigt: In den prämierten Konzepten steckt gesellschaftspolitischer Zündstoff. Der Zukunftswettbewerb mit dem Untertitel "The next Generation" sorgte bei den Messebesuchern für heiße Diskussionen.
Auch das zweitplatzierte Modell beschäftigte sich mit einem gesellschaftspolitischen Problem; "Raumknappheit in den Innenstädten". Wird Gastronomie künftig infolge horrender Mietpreise zum Luxusvergnügen weniger Superreicher? Stirbt das traditionelle Lokal in den Citylagen aus? Nicht, wenn das Konzept "Cocoon" Wirklichkeit wird, mit dem Nina Kalkowski den 2. Platz gewann.
Dieses visionäre Lokal nutzt den Raum über den Straßenschluchten und schmiegt sich in luftiger Höhe wie ein Kokon zwischen die Häuserfronten. Um Platz zu sparen, ist das Restaurant an beiden Seiten fest verankert mit den jeweiligen Räumlichkeiten, die als Küche-, Lager- und Sanitärräume genutzt werden.
Mit den herkömmlichen Kochvorstellungen räumt das Konzept "PFR 3000" (Platz 3) von Michael Troka auf. Schluss mit Töpfen, Pfannen, Herden, ja sogar Köchen! Im PFR 3000 kocht der Gast selbst, besser gesagt: Er druckt sich sein Essen ganz nach Wunsch aus. Der Clou des Lokals ist der FoodPrinter, der exakt nach den Vorgaben des Gastes und mit den von ihm gewählten Zutaten innerhalb weniger Minuten das Essen ausdruckt. Schöne neue Gastro-Welt…
"Bei unserem Zukunfts-Wettbewerb, den wir seit 2004 alle zwei Jahre durchführen, geht es nicht darum, fertige Konzepte zu liefern, die 1:1 umsetzbar sind. Es geht vielmehr darum, der Branche ein Gefühl dafür zu vermitteln, wie die Jugend von heute tickt und welche Wünsche und Sehnsüchte sie an die Gastronomie von morgen hat", so Wettbewerbs-Initiator Willy Faber, Herausgeber der Fachzeitschrift Gastronomie-Report. "Bei bislang jedem Wettbewerb sind andere Strömungen erkennbar geworden, die sich hinterher tatsächlich in Gastro-Konzepten niedergeschlagen und internationale Relevanz erlangt haben."
So international wie nie war auch die Zusammensetzung der Teilnehmer beim sechsten Wettbewerb "Restaurant der Zukunft". Die 12 jungen Architekten, die am Lehrstuhl von Professor Peter Litzlbauer an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste studieren, kommen aus Deutschland, Norwegen, Frankreich, Schweden und China.
Insgesamt 10 Konzepte haben die Studenten im Rahmen des Wettbewerbs entwickelt, in einem begleitenden Booklet (Schutzgebühr 15,-) werden sie in Wort und Bild dargestellt.
* Kathrin Hermanns, Deutschland - Erimitage
Alleine i(s)st man weniger zusammen
* Nina Kalkowski, Deutschland - Cocoon
Gastronomie in einem Kokon zwischen den Straßenschluchten
* Michael Troka, Deutschland - PFR 3000
Die Gäste des Printfood-Restaurants werden selber zum Koch
* Natalie Kruetzmann, Silvan Idler, Deutschland - BBQ Box
Via App und GPS werden Grill-Boxen an jeden beliebigen Ort geliefert
* Joakim Myklebust, Norwegen - Autonomous Restaurant
Die Trennung von Koch und Gast wird aufgehoben
* Luisa Prill, Deutschland - Know what you eat
Vegetarisches Restaurant mit selbstproduzierten Zutaten aus Terrassenanbau
* Jean-Charles Canas, Frankreich - Mobile Winebox
Mobiles Konzept rund um das Thema Wein
* Shaoyan Yu, China - Restaurant of the New
Neue Raumgestaltungen und neue Esserfahrungen
* Ziying Zhu und Mengmei Wang, China - Floating Space
Das Essen kommt per "Wasserrutsche"
* Maria Glassel, Schweden - Wreck the office
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Die drei Preisträger und drei weitere Modelle für die Präsentation, wurden von einer hochkarätig besetzten Jury ausgewählt. Zur Jury gehörten: die beiden Stuttgarter Gastronomen Jörg Rauschenberger und Michael Wilhelmer, von Seiten der Industrie Philip Dean Kruk-De la Cruz (SALOMON FoodWorld), Albert Höflinger (Hacker-Pschorr) Andreas Riker (GO IN) und Albert Weber (Adelholzener Alpenquellen) sowie der Publizist und Gastro-Coach Jean-Georges Ploner und die Architektin Angelika Moser. Geleitet wurde die Jury-Sitzung von Professor Peter Litzlbauer und dem Wettbewerbsinitiator Willy Faber.
"Wir alle waren begeistert, welche Kreativität bei unserem Wettbewerb aufs Neue freigesetzt worden ist", so Willy Faber, "und dass es erneut gelungen ist, dem Gastgewerbe branchenübergreifend wertvolle Inputs und Visionen zu liefern."
Der Dank des Gastronomie-Report geht an alle, die zum Gelingen des neuen Wettbewerbes beigetragen haben: an die Experten, die sich als Jurymitglieder zur Verfügung gestellt haben, an die Partner bei der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste in Stuttgart sowie an die Vereinigung führender Trend- und Szenegastronomen, den Leaders Club Deutschland, der wieder das Patronat für den Wettbewerb übernommen hat.
"Der Wettbewerb "Restaurant der Zukunft" wäre jedoch gar nicht möglich ohne die Unterstützung von Unternehmen, die zum Wohle der Branche in die Jugend zu investieren. Dafür möchte ich mich ausdrücklich bedanken bei den Adelholzener Alpenquellen, der Brauerei Hacker-Pschorr, der Fa. Go In, der Fa. Kahla, der Landesmesse Stuttgart, der Fa. RÖSLE und der Fa. Salomon FoodWorld, die gemeinsam mit uns diesen Schritt in die Zukunft wagen", so Willy Faber.













