(openPR) Stuttgarter Fraunhofer-Studie deckt Mängel im Technologietransfer auf
Stuttgart, 17.02.2006 – Deutschland Exportstärke bei innovativen Produkten nimmt weiter ab. Auch die Entwicklungskapazitäten werden in Deutschland eher zurückgehen. Das sind Ergebnisse einer Studie, die Prof. Dieter Spath, Fraunhofer IAT, vor Journalisten der TELI in Stuttgart vorstellte. Schon 46 % der deutschen Unternehmen haben einen Entwicklungs-Standort in Nordamerika, 42 % in Asien und 26 % in Osteuropa.
Noch ist Deutschland für 72 % der Unternehmen das Land, in dem mindestens drei Viertel der Entwicklungsleistungen stattfinden. Aber 42 % der deutschen Ingenieure erwarten einen weiteren Rückgang, 47 % zumindest eine Stagnation bei den in Deutschland erbrachten Entwicklungsleistungen in den nächsten fünf Jahren. Nur 8 % rechnen mit einem Anstieg.
Bei Verlagerungen von Entwicklungs-Einrichtungen spielen die Kosten (25 %) und die Nähe zum Produktionsstandort (7 %) nur eine geringe Rolle: Optimale Infrastruktur und Qualifikation der Entwickler (35 %) und Nähe zum Kunden (33 %) werden als wesentlich wichtigere Kriterien angesehen.
Innovationen sind für den Unternehmenserfolg im globalen Wettbewerb entscheidend. Allerdings sagt heute schon jedes zweite Unternehmen, daß es ihnen nicht mehr gut gelingt, Innovationsideen bis zur Serienreife zu führen. Das Einhalten des Anlauftermins und das Einhalten der Zielkosten werden eher schlecht beurteilt.
Noch meinen aber zwei Drittel (65 %) der Befragten, daß die Entwicklungseffizient in Deutschland besser oder sogar wesentlich besser ist als im Ausland. Deutschland ist ein exportstarkes Land und hat bei der Marktdurchdringung international zugelegt, wenn auch eher mit Produkten mit geringerer Innovationsrate.
Professor Dr. Dieter Spath, Leiter des Fraunhofer-Instituts für Arbeitswirtschaft und Technologiemanagement (IAO), es deshalb als Gebot der Stunde an, „durch Innovationen aus Wissen Geld zu machen“. Er rief dazu auf, die Technikwissenschaften als Treiber für nachhaltiges Wachstum zu erkennen und effektiv mit der Wirtschaft, den Unternehmen zu vernetzen. „Wissenschaftliche Erkenntnisse einerseits und die Leistungen der Unternehmen andererseits müssen wieder effektiver miteinander kommunizieren. Dabei kommt den Technikwissenschaftlern als Treibern für diese beiden Drehscheiben der Kommunikation eine entscheidende Rolle zu. Sie müssen den Elfenbeinturm der Wissenschaften einem direkten Nutzen zuführen“, so Spath vor der TELI.
„Das Land muß seine Elite, die inzwischen zahlreich ins Ausland abgewandert ist, wieder zurückholen“, so Spath. Das gelingt, wenn die Rahmenbedingungen für Forschung und Entwicklung insgesamt wieder besser werden. Denn Innovationen benötigen eine gesunde Forschung und Entwicklung als Grundlage.









