(openPR) Am 7. Februar feiert die „Möwe“ von Anton Tschechow am Elmshorner „Forum Baltikum – Dittchenbühne“ Premiere. Tragik und Komik gehen in diesem Stück eine enge Verbindung ein - so wie es Regisseurin Vilija Neufeldt bei ihren Inszenierungen liebt.
„Ich wähle gern Stücke aus, in denen das Tragische in das Komische übergeht oder umgekehrt“, so Regisseurin Vilija Neufeldt von der Dittchenbühne. Die Stücke müssten tiefgründig sein und aktuelle Bezüge aufweisen. Eben so wie Tschechows „Möwe“. Das Stück zeigt Menschen – in Neufeldts Inszenierung sind es ganz bewusst moderne, heutige Menschen – mit all ihren Stärken und Schwächen. Vilija Neufeldt: „Egal ob damals oder heute: Jeder Mensch strebt nach Anerkennung, nach Bestätigung, nach Liebe. Und ganz oft ist ihm das Urteil anderer wichtiger als die Selbstbestätigung. Dabei sollte man genau das tun, was man wirklich möchte.“ Das erkennt der Autor Treplev im Stück viel zu spät – und scheitert. Die Regisseurin: „Heute heißt das: Müssen wir nicht die Rollen überdenken, die wir im Leben spielen? Verlieren wir uns da nicht selbst und machen nicht das, was uns wirklich interessiert?“
Vilija Neufeldt sieht das Stück, das Tschechow selbst eine „Komödie“ nannte, als Tragikomödie. Es zeigt seine Figuren oft klischeehaft – und dadurch wirken sie in ihrem Scheitern komisch. Die „Möwe“ wird oft höchst bedeutungsschwer inszeniert. Das ist die Sache von Vilija Neufeldt nicht: „Ich wollte das Stück auf eine andere Art zeigen: nämlich mit Menschen von heute, damit die Zuschauer erkennen können, dass sie letztlich auch so leben wie die Figuren auf der Bühne – und so Tschechows Komik wieder zum Tragen kommt.“


